Phosphor-Granate explodiert – Behandlung in Spezialzelt

Christian Deker

Gestern Mittag ist eine Phosphore-Granate in einer Munitionsfabrik in Neuenburg explodiert - ein 41-jähriger Arbeiter hatte sie in seinen Händen gehalten. Es folgte eine spektulär-dramatische Rettungsaktion, was die Bilder, die uns die Freiburger Uniklinik zur Verfügung gestellt hat, dokumentieren.



Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Patient in die Freiburger Uniklinik gebracht. Da bei der Verbrennung von rotem Phosphoen stark reizende Brandprodukte entstehen, konnte der Patient nicht direkt in den Schockraum der Chirurgischen Poliklinik eingeliefert werden - er musste in einem Spezialzelt (oben) vor der Notaufnahme behandelt werden.


Um die Gefahr einer Kontaminierung der chirurgischen Notaufnahme zu verhindern, stellte noch vor Eintreffen des Patienten die Freiburger Feuerwehr ein Zelt vor der chirurgischen Notaufnahme auf. Innerhalb kurzer Zeit statteten die Unfallchirurgen und Anästhesisten das Zelt mit allem aus, was für eine Notfallversorgung notwendig ist, inklusive eines mobilen Beatmungsgerätes. "Wir haben sozusagen in kürzester Zeit den Schockraum in das Zelt verlegt", sagte Dr. Peter Strohm, Erster Oberarzt des Departments für Orthopädie und Traumatologie.



Die Ärzte und das Pflegepersonal, die das Zelt nur mit Schutzanzügen betreten durften, konnten so den Patienten dekontaminieren, ohne dass eine Gefährdung Dritter bestanden hätte. "Dank der sehr guten Kooperation zwischen der Freiburger Feuerwehr und den beteiligten Abteilungen des Universitätsklinikums, haben wir diesen außergewöhnlichen Fall gut im Griff gehabt", sagte Peter Strohm. Der Patient konnte nach der erfolgreichen Dekontaminierung operativ behandelt werden, sein Zustand ist stabil.