PH-Krimi: Hochschulmord und Erdbeertörtchen

Helena Barop

Caroline Benning ist eine alleinerziehende PH-Studentin, die gerne Kaffee trinkt, Eclairs isst und dem Mörder ihres Hochschulprofessors auf die Schliche kommen will. Benning ist die Protagonistin des Krimis "Drittmittel. Franke und der Hochschulmord" von der Freiburger PH-Studentin Claudia Bardelang. Bevor sie heute Abend liest, stellt sie sich Helenas Fragen.



Frau Bardelang, Sie haben einen Krimi geschrieben, der an der Pädagogischen Hochschule spielt. Wer stirbt?

Ein Professor der PH muss dran glauben, und er hat es zweifelsohne verdient. Ich habe ihn so konstruiert, dass er ziemlich viel Angriffsfläche bietet.  Deshalb ist es auch ein Professor und kein Student. Professoren haben eben viele Facetten, die man schön ausbauen kann. Ich habe wirklich tief in die Klischeekiste gegriffen: Sex für Scheine ist da nur eines von mehreren Motiven.

Gibt es diesen Professor wirklich?

Nein, es gab keine Vorbilder. Nein, wirklich nicht. Komisch, das werde ich immer wieder gefragt. Und manche Leute glauben mir auch nicht, dass es kein Vorbild gibt. Aber es gibt keins.

Und was ist mit Caroline Benning, der detektivischen PH-Studentin?

Ja, die hat ein Vorbild. Sie ist alleinerziehend, studiert an der PH, geht gerne im Kolbencafé Kaffee trinken. Insofern ist sie mir schon ähnlich.



Lösen Sie in Ihrer Freizeit auch Mordfälle?

(Lacht) Nein, ich habe in Wirklichkeit gar keine detektivische Seite, höchstens als Leserin von Krimis. Ich hatte früher keinen guten Zugang zu Krimis, bis ich vor ein paar Jahren den ersten Maigret in der Hand hatte. Seitdem bin ich begeistert und verschlinge sie der Reihe nach. Ich bewundere den Mut dieser Protagonisten, aber in Wirklichkeit bin ich sehr feige.

Sie haben Archäologie studiert, waren an der Kustakademie, haben Bilder ausgestellt und studieren jetzt Hauptschullehramt an der PH. Das klingt nicht nach einer Schriftstellerkarriere. War es Ihr Traum, ein Buch zu schreiben?

Ja, irgendwie war das schon ein Traum. Aber wer träumt nicht davon, wie Donna Leon irgendwo in Venedig zu sitzen und Bücher zu schreiben? Dass ich mich aber wirklich hingesetzt habe, um einen Krimi zu schreiben, war eher Zufall. Vergangenes Wintersemester habe ich ein Schreibseminar von der Böcklerstiftung besucht. Dort habe ich mich so von der Begeisterung meines Dozenten anstecken lassen, dass ich mich in den Semesterferien hingesetzt habe, und einfach angefangen habe, rumzuschreiben.

Was ist das für ein Gefühl, in der Buchhandlung zu stehen, und da steht das eigene Buch im Regal?

Das ist unglaublich. Unbeschreiblich. Ich kann es noch immer nicht fassen.

Mehr dazu:

  • Was:  Claudia Bardelang liest aus "Drittmittel. Franke und der Hochschulmord"
  • Wann: Heute, 15. November, um 19.30 Uhr