PH-Boykott steht vor dem Scheitern

Eva Hartmann

Enttäuschung an der PH, Kampfgeist an der Uni: Drei Tage vor Ablauf der Frist ist der Boykott der Studiengebühren an der Pädagogischen Hochschule (PH) so gut wie gescheitert. Bis gestern war das Quorum der PH erst gut zur Hälfte erfüllt. An der Uni lassen sich die Boykotteure nicht entmutigen: Heute nahmen 150 bis 200 Freiburger Studenten in Karlsruhe an der Demo für freie Bildung teil.

Die Badische Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe bereits konkret vom Scheitern des Studiengebühren-Boykotts an der PH (nur für Online-Abonnenten). Bis zum heutigen Stichtag, so ist dort zu lesen, haben sich gerade einmal 643 Studenten beteiligt - 1200 wären nötig, um das Quorum der PH zu erfüllen. Auf die Frage nach möglichen Gründen reagiert man im Asta der PH etwas gereizt: Noch sei man nicht gescheitert - "der eigentliche Stichtag für die Überweisung ist erst am Montag." Es sei möglich, dass viele erst auf den letzten Drücker überwiesen haben, aus diesem Grund könne man vor Montag noch keine zuverlässige Auskunft über ein tatsächliches Scheitern des Boykotts geben.


Während dies doch etwas resigniert klingt, herrscht im u-Asta der Universität noch immer engagierte Kampfesstimmung: Zur Stunde befinden sich Herman J. Schmeh und Benjamin Greschenbach, die Vorsitzenden des u-Asta, mit 150 bis 200 Freiburger Studenten auf der "Demo für freie Bildung in Karlsruhe".

Per Handy berichtete Herman J. Schmeh fudder direkt von dort aus, dass der u-Asta noch immer - trotz des voraussichtlich gescheiterten Boykotts an der PH - von einem Gelingen des Uni-Boykotts ausgehe: Man geht weiterhin davon aus, dass der große Schwung an Überweisungen erst Anfang Februar eintreffe, wenn die Studerenden ihr Februar-Geld bekommen. "Erste, wirklich aussagekräftige Tendenzen kann man frühestens ab der zweiten Februarwoche erkennen", so Schmeh.

Untermalt von lautstarken Parolen im Hintergrund erklärt er weiter, dass für die folgenden Wochen gezielte Aktionen an verschiedenen Standorten in Freiburg geplant seien, mit denen man die bisher Untenschlossenen von der Teilnahme am Boykott überzeugen - und die Boykottgegner umstimmen wolle. Dabei orientieren sich die Erwartung des u-Astas in etwa an den Ergebnissen der Umfrage zum Studengebührenboykott, die seit drei Tagen online abzurufen sind.

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