Peter Salmik: "Ich habe keine Angst!"

Dirk Philippi

Fünf Sekunden habe es gedauert, bis er zugesagt habe, sagte der neue Cheftrainer der Wölfe Freiburg, Peter Salmik (32), heute auf seiner Antrittspressekonferenz, in welcher er sich sogleich mit der Attitüde eines knallharten Eishockey-Teamleiters versah. Was er noch zu sagen hatte und wie Wölfe-Pressesprecher und -Gesell- schafter Holger Döpke die Beweggründe, die zur Svetlov-Entlassung führten, erläuterte, hat ‚Der Eissportenthusiast’ in Wort und Bild.



Es ist ein Frühlingssonntag im Jahre 2000. Der EHC Freiburg bestreitet das Spiel um Platz drei in der 2. Eishockey-Bundesliga gegen den EC Bad Nauheim und es ist die Zeit des Abschieds. Alexander Semak, der Weltstar, und Oleg Znarok, der Eishockey-Künstler, werden nie wieder für Freiburg spielen. Der EHC wird 3:6 verlieren und niemand wird Notiz davon nehmen, dass nach 196 Spielen auch ein Peter Salmik seine Profi-Karriere im Breisgau mit einem Tor zum 2:4 beenden wird. „Es reicht nicht mehr“, sagt Salmik selbstkritisch und widmet sich fortan auch mit Blick auf seine zahlreicher werdenden Verletzungen einem Hockeyshop im Eisstadion und arbeitet als Nachwuchstrainer.


Seit gestern Mittag ist Peter Salmik zurück – als Cheftrainer der Wölfe Freiburg und als Coach der zwei Kapitäne Patrick Vozar und Peter Mares, die beide in besagtem Spiel vor sieben Jahren mit ihm in einer Mannschaft spielten. „Das ist kein Problem!“, sagt Salmik, der am 2. Weihnachtsfeiertag 33 Jahre alt wird, auf seiner Antrittspressekonferenz. Zudem gibt sich der Slowake kämpferisch, entschlossen und beinahe ein Stück weit böse: „Wer nicht mitzieht, fliegt. Ich habe keine Angst!“ Sportlich will der B-Lizenz-Inhaber ein System einstudieren, dass zuerst absichert und dann mit einem neuen Aufbauspiel den Erfolg sucht. „Hurra-Eishockey ist nicht mein Ding. Jeder Spieler bekommt eine Aufgabe und die muss er erfüllen!“, zementiert Salmik seinen unbedingten Willen, die Chance, die sich ihm so plötzlich bietet, zu nutzen. Dafür hat er angekündigt Reihen umstellen zu wollen, neue Special-Teams-Systeme einzuüben und in Sachen Motivation mit gutem Vorbild voran zu gehen: „Wir fahren am Freitag nach Klostersee und holen uns die Punkte!“ - Man darf gespannt sein.

Peter Salmik hat eine vielleicht einmalige Chance, die er mit allen Mitteln versuchen wird zu nutzen. Dabei kann er zumindest vorerst nur auf den bisherigen Kader zurückgreifen, da die Verpflichtung eines kanadischen Stürmers auf Eis gelegt wurde. Es bestehe Aussicht, dass in den nächsten Wochen noch ein Spieler anderen, sprich besseren Kalibers frei werde. Bis dahin haben die Wölfe im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten aus Klostersee und einer kräftigen Brise frischen Winds sowie in den Heimspielen gegen Miesbach und Berlin die Gelegenheit, ihrem neuen Coach einen guten Start zu ermöglichen. - Auch hier gilt: Man darf gespannt sein.

Die Ausführungen Holger Döpkes zur Entlassung Svetlovs sowie Peter Salmiks Kampfansagen und ein Kurzinterview mit Kapitän Patrick Vozar gibt es in den folgenden Videoclips.