Per Kultur.Box-Abo kannst du dir Indie-Kunst liefern lassen

Dunya Oulatto

Statt Zucchini und Kartoffeln, kommen Bücher und CDs per Kultur.Box direkt ins Wohnzimmer. Wie drei junge Menschen mit ihrer Idee Indiekunst eine Chance geben wollen:



Die Gemüsekiste beliefert Leute ganz regional mit frischem Gemüse der Saison. Das geht auch mit Kunst, haben sich Nadja Dumouchel, Alain Bieber und Alexander Brauch gedacht. Statt Grünkohl und Spinat, wollen sie kuratierte Indie-Kunst an den Mann bringen - und zwar in Form der Kulturbox. Wer sie abonniert, erhält viermal im Jahr eine Sammlung ausgewählter Kulturgüter.

In der aktuellen Variante sind das: ein Buch, ein Magazin mit designten Aufklebern, eine CD und eine Freikarte für ein Kurzfilmprogramm.
"Im Grunde wollen wir das beste aus Independentfilm, -foto, -kunst und -illustaration zusammenführen und einem breiten Publikum zugänglich machen", so Dumouchel gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Die Kulturbox-Schöpfer sind keine Neulinge in der Künstlerszene: Dumouchel, Redakteurin und Transmediaerxpertin hat zusammen mit Alain Biber beim Fernsehsender Arte gearbeitet. Letzterer ist Chefredakteur von Arte Creative. Als Diplom-Kommunikationsdesinger ist Brauch der Experte für Foto, Grafik und Design. Zusammen wollen sie  Künstlern – abseits des Mainstream – eine Plattform bieten.




Die Box als Kulturförderung



Oft kommen kleine Labels und unabhängige Künstler nicht gegen die Monopolisten auf dem Markt an. Wer hört in Massenmeiden schon etwas von "Megabobo" oder "Shorts Attack" - aber  das wiedrum macht sie zu unabhängigen Geheimtipps für Kunst-Insider und alle, die es werden wollen.

Auf der Suche nach Independent-Künstlern, sind die drei Unternehmer nicht alleine; in jedem Bundesland haben sie ihre Perlenfischer. Nicht jeder selbsternannte Indie-Künstler kann sein Produkt in die Kulturbox legen. Der Artikel muss laut Dumouchel, "sehr gut", "originell", und "zugänglich" sein.

Eine Schnuppervariante der Kulturbox kann man bereits auf startnext.de und diekulturbox.de bestellen. "Sie ist ein kleiner Sonderfall, weil sie noch nicht regional ist. Wir wollten erst einmal gucken, wie das Projekt ankommt." Denn das große Ziel der Kunstförderer ist es eine Kulturbox für jedes Bundesland, bis ins hinterste Sachsen-Anhalt, anzubieten.
Wer keine Lust auf Sachsen oder Berlin hat, der bestellt sich dann eben eine Box aus Hamburg oder Baden-Württemberg. Im Fernbeziehungsspecial können sich sogar Paare aus verschiedenen Bundesländer kulturtechnisch auf dem Laufenden halten.

Kein Umtauschrecht

Wie bei allen Paketsendungen passiert es schnell, dass gekaufte Ware nicht gefällt - und dann? Pech gehabt. Umtauschen geht nicht. Der Käufer kann auch nicht angeben, dass er lieber eine Kinokarte statt eines langweiligen Buchs hätte, "es geht ja darum seinen Horizont zu erweitern", sagt Dumouchel. Im Notfall könne man ja etwas verschenken. Ein Schnäppchen ist die Kulturbox nicht unbedingt: 49 Euro kostet eine einzelne Box, das Abo mit 4 Boxen im Jahr, kostet 189 Euro. Zu teuer? Dumouchel rechnet vor: "Ein neuer Roman mit 200 Seiten würde 15 bis 20 Euro kosten, das Magazin und die CD in der Best-of Box, jeweils zehn Euro und eine Kinokarte kostet ja auch um die neun Euro. Wenn man sich das so überlegt, ist der Preis schon fair."

Wer das auch findet und selber zum Kulturförderer werden möchte, kann das Crowd-funding Projekt noch bis Ende Januar auf startnext.de unterstützen.

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[Foto: Promo]