Peanuts für ein neues Sommermärchen

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wieviel Geld bei einer Europameisterschaft zu verdienen ist? Zwar wird nicht alles Preisgeld an die Spieler ausgezahlt werden, dennoch sind die von der UEFA ausgelobten Prämien äußerst üppig. Insgesamt werden 184 Millionen Euro verteilt, das sind 55 Millionen mehr als weiland in Portugal. Hier nun eine kleine Aufstellung der Gut- und Besserverdienenden der kommenden Euro 08, von Österreich bis zum Europameister.

Jeder der 16 teilnehmenden nationalen Verbände bekommt von der UEFA einfach nur für das Dabeisein 7,5 Millionen Euro. Das ist somit sehr wahrscheinlich für Österreich auch die Endgage – immerhin deutlich mehr als England bekommt.


Und schon während der Gruppenphase (7.–18. Juni 2008) gibt es für alle anderen Mannschaften eine ganze Menge dazu zu verdienen: Pro Spiel kommt genau eine Million Euro aus der Veranstalterkasse – entweder im Ganzen für den Sieger, oder für beide je eine halbe Million bei einem Unentschieden.

Damit sind wir, etwa beim Beispiel Rumänien als Gruppensieger mit drei Siegen, schon bei zwölf Millionen Euro. Denn für das Erreichen des Viertelfinales (19.–22. Juni) bekommt jede der acht Mannschaften pauschal eine Prämie von zwei Millionen. Im Halbfinale (25. und 26. Juni) gibt es dann nochmal drei Millionen Euro frisch aus Nyon überwiesen.

In der K.O.-Runde ist es egal, ob die Mannschaft durch einen klaren Sieg oder ein erzittertes Elfmeterschießen weitergekommen ist. Die beiden Finalisten bekommen dann auf jeden Fall viereinhalb Millionen, der Europameister nochmal drei Millionen dazu. Insgesamt kann im Idealfall also eine Summe von 23 Millionen Euro erspielt werden.

Dass dieses Geld in den meisten Ländern nicht an die Spieler direkt geht, sondern an die Verbände, versteht sich fast von selbst. Denn die müssen davon schließlich nicht nur die Jugend fördern, sondern auch Funktionäre und ähnliches Personal bezahlen.

Allerdings bekommen die Spieler schon etwas ab: Die deutschen Auswahlkicker zum Beispiel haben für den Fall des Titels eine Prämie von 125 000 € pro Bein ausgehandelt – die sie allerdings für ein soziales Projekt spenden wollen. Und je nach dem, wie viel der Trainerstab bekommt, bleiben dem DFB noch knapp 17 Millionen. Das ist auch mehr, als der englische Verband in diesem Sommer verdient.