Brandstiftung

Patient hat das Feuer in der Freiburger Uniklinik gelegt

Simone Höhl

Der Patient der Freiburger Zahnklinik, in dessen Zimmer ein Brand ausbrach, hat gestanden, das Feuer gelegt zu haben. Sein Motiv: Verzweiflung über die Welt. Fünf Patienten und eine Mitarbeiterin erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Die Ursache des Brandes im Freiburger Uniklinikum ist geklärt: Der Brandsachverständige und die Kriminalpolizei haben einen technischen Defekt ausgeschlossen. Der 51-jährige Patient der Zahnklinik, in dessen Zimmer das Feuer am Mittwochabend ausgebrochen war, hat eingeräumt, es selbst gelegt zu haben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mit. Als Motiv gab der Mann seine Verzweiflung über die Welt an.


Fünf Patienten, darunter der 51-Jährige, und eine Mitarbeiterin der Klinik erlitten durch den Brand eine Rauchgasvergiftung. Einer von ihnen ist der 51-Jährige, der eine schwere Vergiftung davongetragen hat. Wie Polizeisprecherin Laura Riske auf BZ-Nachfrage erklärte, befindet sich der Mann nach wie vor im Klinikum in Behandlung. Die Behörden gehen davon aus, dass er momentan keine Gefahr für die anderen Patienten darstellt.

Personal der Uniklinik schockiert

Gegen den Tatverdächtigen wird nun wegen schwerer Brandstiftung und wegen Körperverletzung ermittelt.

Die Neuigkeiten der Ermittler sind hart für die Uniklinik. "Wir sind natürlich geschockt über diese Erkenntnisse", teilte Klinikumssprecher Benjamin Waschow mit. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei die Situation nicht einfach: "Dass ein Mensch, um den sie sich täglich gekümmert haben, sie und andere Patienten durch eine solche Tat in Gefahr gebracht hat."

Der Patient war unauffällig

Es habe keine Vorwarnung gegeben, in keinem Gespräch mit dem Patienten sei etwas zu ahnen gewesen. Andernfalls wäre eine psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben und gegebenenfalls Schritte eingeleitet worden, erklärte Waschow.

Der Brand hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Als sie anrückte, schlugen die Flammen bereits aus dem Fenster im vierten Obergeschoss und drohten auf das nächste überzugreifen. Die Einsatzkräfte halfen den Patienten aus der verrauchten Etage und löschten den Brand, der nicht ohne war: Eine Sauerstoffleitung blies ab und fachte das Feuer an.

Mehr als 20 Patienten betroffen

Sicherheitshalber wurde das ganze Gebäude geräumt, 21 Patienten mussten im Klinikum umquartiert werden. Das bedeutete auch für Sanitäter einen Großeinsatz. Den unterstützten auch zahlreiche Polizistinnen und Polizisten. Die Zahnklinik musste nach dem Brand Operationen stornieren, seit dem heutigen Freitag soll der OP-Bereich wieder genutzt und Patienten wieder aufgenommen werden können.

Wie hoch der Sachschaden ist, kann der Polizei zufolge noch nicht beziffert werden. Insgesamt sind vier Etagen durch den Brand und die anschließenden Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden.

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