Pass verloren! Studienfahrt endet für Freiburger Lehrer in einer Istanbuler Zelle

cba

17 Freiburger Schüler und zwei begleitende Lehrer flogen zur Studienfahrt nach Istanbul. Weil einer der Lehrer beim Boarding in Basel den Pass verloren hatte, musste er nach einer Nacht in der Flughafen-Zelle sofort wieder nach Hause.



An einem Dienstagmorgen, halb sieben Uhr morgens in der Frühe, eine Freiburger Schulklasse hebt vom Euro-Airport in Basel-Mulhouse ab zur Studienfahrt in Richtung Istanbul. Mit an Bord: zwei begleitende Lehrer. Doch einem passiert ein Malheur. Er verliert, ohne es zu merken, seinen Pass nach dem Boarding, also irgendwo im Flughafen auf dem Weg zum Flugzeug. Die Maschine landet drei Stunden später in Istanbul. Alles läuft da noch nach Plan. Doch bei der Grenzkontrolle im Flughafengebäude beginnt bei dem Lehrer das fieberhafte Suchen. Wo ist bloß der Ausweis? Doch das Dokument bleibt verschollen. Türkische Polizisten nehmen sich des Pädagogen an. Trotz Vorzeigen des Führerscheins und den 17 wartenden Zwölftklässlern wird er nicht in die Türkei gelassen. Er muss in einer Zelle am Flughafen bleiben.


Der Lehrer versucht alles. Er ermittelt die Telefonnummern der Fluggesellschaft Easy Jet in Basel und der deutschen Botschaft in Istanbul. Hilfe von den Polizisten gab es dabei nicht. Er ruft an. Dann kommt der nächste Schock: Die Botschaft weigert sich, einen Ersatz-Pass auszustellen. Und auch Easy Jet will seinen Personalausweis, den seine Frau an den Flughafen in Basel gebracht hätte, nicht mit der nächsten Maschine mit nach Istanbul nehmen. Da bleibt keine andere Möglichkeit: Der Lehrer muss am nächsten Morgen wieder zurück nach Basel fliegen. Die Zeit bis dahin verbringt er in einer Zelle am Flughafen: Videoüberwachung, taghelles Licht die ganze Nacht lang, Wachen vor der abgeschlossenen Tür – alles inklusive.

Wer einen Ersatzpass will, muss in die Botschaft kommen

Die Studienfahrt ist für ihn somit beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat. Die Schüler sind nur mit einem Lehrer in Istanbul. Die Reisegruppe stellt sich viele Fragen: Wie soll ein Lehrer, der mit einer Gruppe von Jugendlichen unterwegs ist, durch die Grenzkontrollen in Basel gekommen sein, wenn er nicht tatsächlich einen Pass dabei hatte? Das hätten doch auch für die türkischen Behörden eine Rolle spielen müssen. Auch das Vorgehen der deutschen Botschaft kommt den Freiburgern merkwürdig vor. Für was ist denn eine Botschaft in einem anderen Land da, wenn sie nicht hilft wenn man sie am dringendsten benötigt?

Beim Auswärtigen Amt kann man den Fall erklären. Das Problem war: Der Lehrer war zwar am Flughafen, aber noch nicht offiziell auf türkischem Boden. Wer einen Ersatzpass benötigt, muss dafür persönlich in die Botschaft kommen. Hätte der Lehrer seinen Pass irgendwo in Istanbul verloren, hätte die deutsche Vertretung helfen können. So musste der Freiburger ohne Pass wieder nach Hause fliegen. Für die Schüler und ihren verbliebenen Lehrer verliefen die Tage am Bosporus dann ohne weitere Zwischenfälle.

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