Parken auf dem Mittelstreifen? Nicht in der Werthmannstraße!

Konstantin Görlich

Teile des Mittelstreifens der Werthmannstraße sind inzwischen asphaltiert. Hier wurde schon gebaut, für die Stadtbahn. Ein Auto passt genau auf den Mittelstreifen, zwischen den Fahrbahnen, der rege genutzt wird. Aber darf man dort überhaupt parken?



Die Antwort lautet: natürlich nicht! "Sie parkten nicht am rechten Fahrbahnrand", heißt es vorwurfsvoll in der Verwarnung. Kostenlose Parkplätze in der Innenstadt, sechs Meter daneben ein kostenpflichtiger Parkstreifen – das wäre ja auch zu schön gewesen! Trotzdem ist der Mittelstreifen meistens gut ausgelastet, der Gemeindevollzugsdienst allerdings auch.




Ein Blick in den Bußgeldkatalog verrät, dass die Verwarnung direkt daneben, auf den regulären Parkplätzen, 5 Euro günstiger ist, wenn man keinen Parkschein zieht. Mit Parkschein steht man dort sogar noch günstiger! Das Parken auf dem Mittelstreifen verstößt gegen eine andere Regelung, § 12 Absatz 4 Satz 1 der StVO:

Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren.

Egal wie man es dreht und wendet: Der Mittelstreifen ist nicht der rechte Fahrbahnrand. Ein Cleverle möchte da vielleicht einwenden, dass man in Einbahnstraßen aber auch links parken darf, und dass man die Werthmannstraße ja auch als zwei gegenläufige Einbahnstraßen betrachten könnte.

Könnte man. Wenn man denn wollte. Der Gemeindevollzugsdienst will aber nicht: "Die Werthmannstraße wurde verkehrstechnisch und damit auch für die Bewertung der Bußgelder immer als eine Straße angesehen. Auch jetzt gibt es keinen Grund, sie als zwei Einbahnstraßen anzusehen." Schade.