Pantéon Rococó: Fiesta Mexicana der anderen Art

Gina Kutkat

Fiesta, Fiesta Mexicana! Ob es Rex Gildo gestern Abend im Jazzhaus gefallen hätte, weiß ich nicht, aber beim Auftritt von Pantéon Rococó aus Mexico-City war eine riesengroße Party angesagt. Eine heiße, exotische und sexy Party, bei der Band und Publikum um die Wette schwitzten.



Schweiß der von der Decke tropft, wann hat es das zum letzten Mal bei einem Konzert im Jazzhaus gegeben?

Gestern Abend dauerte es bei  Pantéon Rococó keine zwei Minuten, bis die Zuschauer und die Band in einen Rausch aus Tanz, Energie und Musik verfielen und der Schweiß in Strömen lief. und selbst meine Kamera wurde von der Luftfeuchtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes in Beschlag genommen. 

"HINGEHEN!!!", hatte fudder-Mitarbeiter Christoph (cms) gestern die  Konzert-Ankündigung kommentiert. "Hier in Marburg wird für Konzerte von denen schon gar keine Werbung mehr gemacht. Das verbreitet sich via Mund zu Mund-Propaganda, und es dauert keine zwei Tage, bis das Konzert ausverkauft ist. Und es lohnt sich!!!"

Und Recht hat er.



Ich hatte Zweifel, ob es in Freiburg mit dem Publikum genauso gut klappen würde, deshalb war es umso schöner, dass sich meine Zweifel in der schwitzigen Luft auflösten, noch bevor der erste Song zu Ende gespielt war.
Ob es nun der Mund-zu-Mund-Propaganda oder einfach der Tatsache zu verdanken war, dass viele Freiburger die zehn Herren bereits vom letztjährigen Southside Festival kannten: Das Jazzhaus war ausverkauft. Ich kann man nicht erinnern, wann ich zuletzt dort auf einem Gig war, der so gut besucht war.

Wer auf dem Weg zu Pantéon Rococó noch vom Regen überrascht wurde, konnte sich drinnen wieder aufwärmen, denn es war heiß wie in den Tropen. Sänger Dr. Shenka hüpfte und tanzte mit südländischer Energie über die Bühne und steckte das Publikum mit an, und die Bläserfraktion strahlte eine Spiel- und Tanzfreude aus, die alle Anwesenden glücklich machte und zum Feiern animierte. Die zehn-köpfige Band brachte das Publikum zum Hüpfen und Singen und verausgabte sich dabei selbst.
Kaum jemand, der stillstand oder sich an seinem Bier festhielt, und unter den Fans waren auch einige Mexikaner, die sich im Jazzhaus pudelwohl fühlten.

Pantéon Rococó kommen aus Mexiko-City, der größten Stadt der Welt und sind in ihren Anfangszeiten mit ihrer Musik eher auf Granit gestoßen. Kaum vorstellbar, wenn man sie heute auf der Bühne erlebt und sieht, wie sie mit Ska, Rock, Punk, Reggae-und Salsa zu ihren eigenen Sound zusammen mischen, der auch als Mestizo bezeichnet wird.

Ihre Musik hat jedoch zwei Gesichter: Mal traditionell und folklorisch, mal punkig und rockig. Irre Rhythmen, rasant und treibend, die Melodien eingängig und dynamisch.



Nach zwei Stunden ununterbrochener Bühnenpower waren auch die kräftigsten Musiker erschöpft. Sie hinterließen ein glückseliges Publikum, das mit ihrem Lebensmotto 100 %ig einverstanden ist.

Die Musik ist eine Blume, die Musik ist Ausdruck, die Musik ist Nahrung.

Und, wie war's?

Markus, 25 (links) & Christoph, 24

Markus: "Es war einfach eine geile Stimmung und das Konzert heute Abend war viel besser als in anderen Städten. Das Jazzhaus war super für Pantéon Rococó geeignet.  Das war nicht mein erstes Pantéon Rococó-Konzert, ich hab die Band letztes Jahr auch schon beim Southside gesehen."

Christoph, 24: "Ich kannte die Band vorher nicht, war aber sehr gespannt. Ich kann nur wiederholen, was Markus gesagt hat. Geile Stimmung - Flair gepaart mit gutem Rhythmus. Durch einige spanisch-sprechende Mädels lag auch ein bißchen Sex in der Luft."

Gustavo, 25 (links) & Miguel, 30

Gustavo: " Pocamadre. Das heißt hammer-, hammer-, hammer-, hammer-, hammergeil."

Miguel: "Padrisimo. Supergeil!"


Steffi, 25, (links) Britta, 23 & Lena, 22

Steffi: "Die Stimmung war echt von Anfang an supergeil. Mehr lässt sich dazu kaum sagen. Supergutes Konzert, ein schöner Abend."

Britta & Lena: "It was wonderful."

Mehr dazu:

Panteón Rococó: Website & MySpace