Palastrettung gescheitert: Erichs Lampenladen wird abgerissen

Markus Hofmann

Die Mission des Freiburger Regisseurs Marc Wilkins, den Palast der Republik in Berlin vor dem Abriss zu bewahren, ist nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Gestern hat der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit entschieden, dass "Erichs Lampenladen", wie er im DDR-Volksmund genannt wurde, abgerissen werden soll. Marc Wilkins ist derzeit im bitterkalten Moskau und hat uns heute Nachmittag einige Fragen per eMail beantwortet.



Wie bewertest du die Entscheidung des Bundestages?

Wilkins: Ganz überrascht sind wir natürlich nicht von dem Beschluss. Wir bleiben trotzdem gelassen und zielstrebig. Speziell für eine Instanz wie unseren Bundestag ist es natürlich sehr schwierig, eine Entscheidung, die einmal getroffen wurde, zu revidieren. Ich gehe davon aus, dass viele Abgeordnete fraktionstreu und brav im engen "Entschieden ist entschieden"-Raster und "Palast- ist Schandfleck"-Muster verharrt sind.

Macht ihr trotzdem weiter?

Wilkins: Beendet ist unser "Kampf" damit natürlich nicht. Wenn der Abriss beginnt, geht es darum, wieviel davon tatsächlich wegkommt. Vielleicht kann man den anti-historischen Ideologierkern ja dadurch beruhigen, dass die goldene Fassade weg ist. Um dann auf dem Grundstück des Palastes mit den spannendsten Architekten der Welt das wirklich moderne Humboldt-Forum zu bauen - als Kulturort für das neue Berlin. Wir verfolgen weiterhin das Ziel, die Verdisneyisierung Berlins zu verhindern.

Wirst Du beim Abriss des Palasts zusehen?

Wilkins: Der Abriss dauert ja zwei Jahre. Solch ein Spektakel mit Sprengung und Abriss-Birne wird es nicht geben. Der Abriss erfolgt mühselig Stück für Stück. Eine teure und langwierige Demontage. Aber ich werden die nächsten Jahres des Abbaus natürlich oft wütend und traurig an dem Ort vorbei laufen.