Open Office ade: Freiburg kehrt zu Microsoft zurück

Simone Höhl

Geht es um Ideologie oder Handwerkszeug? Um ein Signal gegen den Monopolisten oder die Arbeitsfähigkeit der Ämter? Um alles: Freiburgs Gemeinderat hat über die Software diskutiert, mit der die Stadtverwaltung arbeiten soll. Die Entscheidung fiel knapp auf Microsoft.

Die Stadt kehrt der freien Software Open Office den Rücken und zu den Programmen des US-Konzerns zurück. 2007 hatte der Gemeinderat beschlossen, Open Office als Standard einzuführen, was damals durchaus Trend war und als zukunftsweisend galt.


Open-Source-Programme gibt’s kostenlos im Internet und sie können verändert werden. Die Stadt sollte von Microsoft unabhängig sein und eine halbe Million Euro Lizenzgebühr sparen. Das vorhandene Microsoft-Office-2000-Paket wurde behalten. Fünf Jahre später stellt nun ein Gutachten fest, dass sich Open Office in deutschen Behörden nicht durchgesetzt hat – und in den Ämtern der Stadt auch nicht: Sie klagen, dass Arbeit schon mal durch Abstürze ins virtuelle Nirvana verschwindet, dass Dokumente austauschen schwierig und Serienbriefe erstellen eine Kunst ist, dass Schulungen zu selten und Microsoft-Programme unverzichtbar sind.

Der Gutachter empfiehlt, wieder ganz auf Microsoft Office 2010 umzustellen. Das will auch der Gesamtpersonalrat. Umstellung und Lizenzen würden 960.000 Euro kosten.

"Open Office hat sich nicht bewährt", sagte der Erste Bürgermeister Otto Neideck (CDU). Die Rückkehr koste Geld, aber der Effektivitätsverlust auch – über eine halbe Million Euro jedes Jahr. Das Experiment sei nicht gescheitert, sondern nie richtig angegangen worden, widersprach Timothy Simms (Grüne). Zudem gehe es um Grundsätzliches, Microsoft sei ein Monopolunternehmen, das Wettbewerb einschränke. "Es geht auch um ein Stück Freiheit", sagte Simms. Nicht alle Grünen teilten seine Ansicht.

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[Bild: Microsoft/PR]