Onlinetvrecorder.com: TV-Sendungen online aufzeichnen

Anselm Müller

Mal wieder eine Sendung im Fernsehen verpasst oder den Spätfilm nicht gesehen, weil ihr morgens früh raus müsst? Diese kleinen, aber manchmal ziemlich nervenden Probleme können ab sofort äußerst unkompliziert gelöst werden. Um Spielfilme, Serien oder einfach nur die Nachrichten auf dem eigenen Rechner anzuschauen, wird ab sofort keine TV-Karte, keine TV-Software, kein Fernseher, kein Videorecorder, kein Festplattenreceiver mehr benötigt, selbst der PC muss nicht an sein. Onlinetvrecorder.com bietet kostenlos einen "Videoservice" für fast alle deutschen Programme (insgesamt 54!) an.



Kostenpflichtige Konkurrenzdienste sind Shift.TV (drei Monate Abo 29,90 Euro) und Save.TV (drei Monate Abo 29,97 Euro). Einzige Vorraussetzungen ist ein DSL-Zugang zum Downloaden (56K-Modems eher ungünstig). Für die Registrierung wird eine Emailadresse sowie ein Passwort benötigt. Danach wird eine Bestätigungsmail an die angegebene Emailadresse gesendet. Nach der wiederholten Anmeldung steht einem der Dienst zur Verfügung.


240 Gigabyte online Festplatte

Die Seite ist in zwei Frames aufgeteilt. Auf der linken Seite können Aufnahmen koordiniert werden. Dafür stehen einem mehrere Möglichkeiten offen. Entweder ihr benutzt die Links, die einem im rechten Frame unter den Rubriken: Sendungen, die gleich beginnen, begehrteste Aufnahmen, Genrebox und Highlights, angeboten werden oder ihr bedient euch des linken Frames und hier der Rubrik Aufnahmen. Hier kann zwischen drei Arten des Aufnehmens ausgewählt werden: EPG-Suche (Filmtitel angeben), EPG-Tabelle (Tabelle mit Sendern und Zeiten), per Hand (Sender, Start- und Endzeit angeben) Tipp: Per Hand ist am sichersten, da sehr viele Sendungen verspätet beginnen und dann meist nur der halbe Film aufgenommen wird. Nach jeder aufgezeichneten Sendung wird eine Infomail gesendet. Jeden Tag wird eine Mail mit den Toprecordings versendet (Vorschlag nehmt eine neue Mailadresse, damit ihr nicht vollgemüllt werdet). Insgesamt stehen jedem User 240 Gigabyte Speicher für Aufnahmen zur Verfügung.

Fernsehgenuss am PC

Die ausgesuchten Sendungen können sobald sie fertig sind, angesehen werden. Für den Fernsehgenuss benötigt man einen Decoder. Jede programmierte Datei kann nur einmal umgewandelt werden. Der Decoder kann unter der Rubrik Community runtergeladen werden. Dieser wandelt die Dateien in Windows-Media-Video-Files (WMV) um. Bei den Downloads ist begrenzt: pro Tag zwei, pro Woche vier und pro Monat zwölf Gigabytes. Dies ist aber durchaus ausreichend, da ein Spielfilm ungefähr 430 Megabyte groß ist.

Bildqualität und Format der Videos

Die WMV-Dateien werden mit einer Auflösung von 384 x 288 Pixel ausgegeben. Die Video-Datenrate beträgt etwa 300 kBit pro Sekunde. Der Ton wird in Stereo-2-Kanal gesendet.

Rechtliche Situation:

Bisher haben drei Landgerichte und ein Oberlandgericht einstweilige Verfügungen gegen die Netlantic GmbH (Betreiber von Shift.TV) erlassen, die die Aufzeichnung von Fernsehsendungen verbieten. Kläger waren Privatsender (vor allem RTL). Wegen dieser Rechtsgrundlage wollen auch andere Sender gegen die "online Videorecorder" vorgehen, da sie das Angebot als eine Verletzung des Urheberrechts ansehen. Ferner hat das Landesgericht Leipzig Shift.TV verpflichtet RTL Auskunft zu geben wieviele User angemeldet und wieviele RTL-Sendungen aufgezeichnet wurden. Diese Auskunft könnte in einem anderen Prozess die Grundlage für etwaige Schadensersatzansprüche sein. Seit 19. Juli läuft das Revisionsverfahren der Netlantic GmbH gegen RTL.
Fazit

Die Downloads sind monatlich begrenzt. Wenn jedoch die Downloads via P2P vollzogen werden, belasten sie nicht das monatliche Kontingent (zwölf Gigabytes). Wobei die Downloadzeit länger dauert. Die Seite bietet Leuten die Sendungen aus dem Fernsehen aufzeichnen und keine Fernsehkarte sowie Kosten haben wollen, eine optimale Lösung. Die Downloadbegrenzung und die Qualität der Sendungen (nur bei Save.TV ist die Qualität mit 720 x 576 Pixel bei einer Videobitrate von 800 kBit pro Sekunde sowie einem Ton, der mit 44 kHz gesampled, wird besser) kann störend sein.