Online vom Kiffen wegkommen

Adrian Hoffmann

Quit the Shit - so heißt eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Kiffern beim Aussteigen helfen will. Was genau machen die?

  Die Freiburger Drogenberatungsstelle Drobs ist jetzt als bisher einzige baden-württembergische Beratungsstelle auf diese Kampagne mit aufgesprungen ? und bietet ein Onlineberatungsprogramm an, das einem Weblog ähnelt.   Jeanette Piram, Drobs-Leiterin, sieht den Vorteil dieser Aktion darin, dass Kiffer über dieses Onlineberatungsprogramm ganz anonym Hilfe beanspruchen können. Und das könnte ihnen das Eingeständnis der eigenen Sucht erleichtern. Wer mitmachen will, der muss lediglich seine Postleitzahl angeben, aber selbst die kann man theoretisch erfinden.   Bisher ist die Resonanz von Kiffern noch nicht besonders groß, aber wer erst mal dabei ist, der zieht das Programm meistens auch durch. Im Grunde muss man nichts anderes tun, als jeden Tag online auszufüllen, ob man gekifft hat oder nicht ? und dann noch dazu schreiben, wie es einem an diesem Tag ergangen ist, warum man gekifft bzw. warum nicht.   Wer überhaupt kiffe, das seien junge Menschen in Umbruchphasen, sagt Jeannette Piram. In Freiburg seien das auch nicht mehr als anderswo. Das sind Leute, die nicht wissen, was sie nach dem Abi erwartet, die nicht wissen, was sie nach dem Zivildienst machen sollen. Irgendwann fangen sie halt an, sich ihre Joints zu drehen, und irgendwann stellen ein paar von ihnen fest: Sie kommen nicht mehr los davon.   Das Onlineberatungsprogramm von Drobs ist für das Clean werden allerdings auch keine Garantie, aber zumindest sollte vorher ein Ziel gesteckt werden, dass erstmal auch heißen kann: Ich kiffe nur noch am Wochenende. Damit man wenigstens ein bisschen zurück ins Leben findet.    


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