Online-Petition will männliches Personal wieder aus dem Damenbad verbannen

Joshua Kocher

In dieser Saison werden erstmals bewusst Männer als Aufsichtspersonal im Freiburger Damenbad eingesetzt. Dagegen läuft jetzt eine Onlinepetition.

Es gibt Protest gegen die neuen Baderegeln im Loretto-Damenbad. Auf Openpetition.de fordert eine Petition die Stadt Freiburg und die Regio Bäder GmbH auf, den Einsatz von männlichem Personal im ehrwürdigen und historisch einzigarten Damenbad wieder zu beenden.


Seit dem Beginn der Freibadsaison 2017 gelten dort nämlich neue Regeln. Jungs über drei Jahren dürfen nur noch ins Familienbad und im Damenbad ist absichtlich auch männliches Aufsichtspersonal im Einsatz. Für muslimische Stammgäste könnte das ein Grund sein, das Bad in Zukunft zu meiden. Bisher gab es in dieser Saison keine Probleme wegen der neuen Regeln, berichteten unsere Kolleginnen und Kollegen von der Badischen Zeitung.

Die Initiatorin findet: Probleme im Bad könnten auch anders gelöst werden

Die Motivation zur Petition schildert Initiatorin Isabel Weis in ihrer Beschreibung: Dort heißt es, die neue Regelung, regulär männliches Aufsichtspersonal im Loretto-Damenbad einzusetzen, widerspreche dem Konzept des Damenbads. Der Beschluss schließe nicht nur gezielt viele muslimische Frauen aus, sondern treffe auch Frauen, die aufgrund von Gewalterfahrungen einen geschützteren Rahmen wollen oder sich abseits von alltäglichen Blicken und Übergriffen eine Auszeit wünschen.

Die Annahme, Ruhe und Sicherheit im Damenbad könne nur durch die Anwesenheit von männlichem Personal geleistet werden, sei außerdem "zutiefst reaktionär und sexistisch".

Ideen, wie man Probleme im Bad bekämpfen könnte, liefert Weis gleich mit: Zum Beispiel durch einen Einlassstop, eine Altersbegrenzung, konsequentes Hausverbot bei Verletzung der Regeln oder tageweise Einlass nur für Frauen aus Freiburg und Umgebung.

Die Petition ist am 18. Juni gestartet und nun für 60 Tage offen für Unterzeichner. In den ersten 24 Stunden (Stand Montag, 15.40 Uhr) sind erst 24 Unterschriften eingegangen.