Onleihe: eBooks aus der Stadtbibliothek

Christoph Müller-Stoffels

Die Stadtbibiliothek Freiburg verleiht nicht nur Bücher, sondern seit einigen Monaten auch digitale Medien. Über die 'Onleihe' können so eBooks, ePaper, eAudios und eVideos bequem von zu Hause aus entleihen und herunterladen werden. Wir stellen das Angebot vor.

  Die Onleihegibt es seit September 2009 und funktioniert denkbar einfach: Abgesehen von einem Internetanschluss benötigt man nur einen gültigen Bibliotheksausweis und das dazugehörige Passwort, schon lassen sich verschiedene Medien in verschiedener Dauer ausleihen. Bei eBooks ist das eine Woche, bei ePapers aber nur eine Stunde. Danach löschen sich die Medien von selbst.


Und die Resonanz der Nutzer auf die Onleihe ist positiv. "Über die Onleihe haben wir etwa 1000 Ausleihen pro Monat", sagt Ulrike Kraß, Stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek (Bild rechts).

Die digitalen Medien decken dabei insbesondere die Themenbereiche Ausbildung, Karriere, Computer und Internet sowie Sprachen und Reisen ab. Allerdings werden auch Zeitschriften, wie 'Der Spiegel' sehr oft ausgeliehen. "Übrigens laufen auch die e-Audio-Sprachkurse auf englisch, französisch und italienisch prima."

Obwohl die Medien in digitaler Form vorliegen, können sie nicht von verschiedenen Nutzern gleichzeitig entliehen werden, was zwar einerseits dem digitalen Grundgedanken der unbegrenzten Verfügbarkeit widerspricht, andererseits aber mit der Lizenzvergabe durch die Verlage zu tun hat. Wenn ein Titel entliehen ist und nur eine Lizenz vorliegt, bleibt einem nichts anderes übrig, als ihn vorzumerken. "Die Zeitschrift 'Der Spiegel' haben wir mehrmals im Bestand, damit gleichzeitig mehrere Leser zum Zuge kommen – und das unabhängig von Öffnungszeiten rund um die Uhr."

Dass das physische Buch durch das digitale Angebot verdrängt wird, glaubt Krass nicht. Zwar würde das Online-Angebot und das Internet als Informationsquelle zunehmend an Bedeutung gewinnen, das physische Buch dadurch aber nicht in den Hintergrund gedrängt werden. "Wenn Sie sich vor Augen führen, dass täglich rund 2.000 Besucher in die Stadtbibliothek am Münsterplatz kommen, dann wird klar, dass es nicht um eine Ablösung sondern um eine Integration der verschiedenen Medienformen geht."

Die Rückmeldungen der Nutzer sind durchweg positiv, besonders derer, die sich nicht nach den Öffnungszeiten richten können oder eingeschränkt mobil sind. Und so soll das digitale Angebot ausgebaut werden. "Die Nachfrage geht stark in Richtung der digitalen Informationsmedien, aber auch der Hörbücher." Und besonders das soll erweitert werden.

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