One Night in Paris

Tom Lissy

Wenn man 'Paris' hört, dann denken die meisten entweder an die Stadt der Liebe oder – je nachdem – an mit Nachtsichtkameras aufgenommene Schmuddelfilmchen mit einem für ihre Blondheit bekanntem Starlet. Ich dachte auch immer an eine Stockholmer Band, die am letzten Dienstag ein Konzert im Atlantik gegeben haben. Und seitdem auch an die unglaublichen grünen Augen des Bassisten.

Dienstagabend, 22:00 Uhr, Café Atlantik, und es ist erstaunlich wenig los. Zumindest dafür, dass der Eintritt mit fünf Euro im studentenfreundlichen und  extrem-fairen Bereich liegt. Außerdem habe ich irgendwie erwartet, dass Paris aus Schweden eine deutlich größere Anhängerschar haben, aber sowas denkt man ja immer schnell von Bands, die man selber klasse findet. Aber ein leerer Laden kann ja auch mal nett sein, und diesem speziellen Fall war es ganz gut so: Man hatte Platz zum Stehen, kam schnell an sein Bier und hatte immer einen prima Blick in Richtung Bühne, und dort standen die zwei Jungs und zwei Mädels von Paris und waren umgeben von einem Lo-Fi Glamour, den man so im Atlantik nicht erwartet hat. Schon das zweite Stück im Set war einer meiner persönlicher All-time Favorites „Hey Sailor!“. Mich hatten die Stockholmer schon in dem Moment komplett am Wickel, aber man kennt ja das Freiburger Live-Publikum, immer schön cool bleiben und mal ja nicht tanzen oder ausflippen, nur weil es zufällig gerade mal gut ist. Auch wenn der Sound live deutlich rumpliger war als auf Platte (was ja grundsätzlich schon was Gutes ist) und ein paar Mal danach verlangt wurde, das Keyboard ein wenig weiter nach vorn zu mischen (ja doch – fand ich auch) haben es die vier Schweden durch Charme, einfach tolle Songs und immer schön auf tanzbar gespielten Songs geschafft, dass gegen Ende des Gigs das gesamte Atlantik auf ihrer Seite war. Das lag bestimmt auch daran, dass der Mini-Hit „Disco Fever“ aus dem etwas bekannteren Debut-Album „Yellow Eden“ (Alle unbedingt anhören!) das Ende des Sets eingeläutet hatte. Als nach zwei Zugabe Blocks Sängerin und Gitarristin Annika Mellin das Konzert mit den Worten „We don’t want any old ladies to complain about the noise as they did last night!“ beendete, war die Band noch am Merchandising Stand um Autogramme zu geben und auf nette Plaudereien mit den Besuchern einzugehen. So erfuhr ich vom unglaublich grün-äugigen Bassisten Mattias Svensson (Platz eins auf dem Brett Anderson Look-a-like Contest!), dass nach dem Ender der Tour ein neues Album in Angriff genommen wird, die Aufnahmen dazu größtenteils in seinem Schlafzimmer gemacht werden, dass mit V2 zwar ein großes Label am Start ist, das allerdings nicht all zu viel für die Band tut und dass man hofft nächstes Jahr wieder zu kommen.  Genau das hoffe ich auch.


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