Ohne Glaser gegen die Fischstädter

Dirk Philippi

Trotz aller Unkenrufe ist beim so erfolgreichen Eishockey-Zweitliga-Aufsteiger aus Freiburg die einzig nennenswerte Überraschung vor dem morgigen Heimspiel gegen die "Fishtown Penguins" aus Bremerhaven eine böse: Die Wölfe müssen eventuell mehrere Wochen auf ihren etatmäßigen Numer-Eins-Goalie Ronny Glaser verzichten.



Gegenüber der Badischen Zeitung sprach Wölfe-GmbH-Sprecher Holger Döpke unter der Woche von einer möglichen Überraschung. Vor dem kommenden Wochenende mit den schweren Partien gegen Coach Peter Salmiks Geheimfavoriten aus Bremerhaven und der Neuauflage des Meisterschaftsendspiels von 2003 beim SC Riessersee ist allerdings klar, dass die unerwartete Kunde lediglich eine wenig erfreuliche ist: Seitdem sich Wölfe-Torhüter Ronny Glaser beim Warm-Up (!) vor dem letzten Heimspiel verletzt hat, werden der Schweregrad sowie mögliche Behandlungsmethoden von den betreuenden Ärzten diskutiert.


Bislang wurde von Wölfe-Seite lediglich kommuniziert, dass es sich bei der Verletzung um eine Beschädigung im Adduktorenbereich handelt, wobei eben noch offen sei, ob eventuell sogar ein Ab- bzw. Teilabriss vorliege. Je nach Sachlage muss nun in den nächsten Tagen entschieden werden, ob eine Operation unumgänglich ist oder ob Glaser konservativ therapiert werden soll. In jedem Fall wird Glaser mindestens die nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen.

In diesem Zusammenhang hatte Döpke die Journalisten gebeten, sich in punkto Ersatz einfach überraschen zu lassen. Wer allerdings nun einen weiteren großen Namen im Kader der Wölfe erwartet hatte, wird angesichts des neuen Torhüters relativ gedämpft euphorisch sein: Seit Beginn der Woche trainiert der 33-jährige Roland Schröder mit der Mannschaft von Peter Salmik. Schröder hatte zu DEL-Zeiten der Wölfe bereits kurzfristig als Backup ausgeholfen und ist momentan noch ohne Vertrag Trainingsgast in Freiburg. Nachdem sich der Norddeutsche bereits zu Saisonbeginn angeboten hatte, weil er zurzeit beruflich im Breisgau weilt, hat man sich nun nach Glasers Verletzung an den Mann erinnert, der in den letzten Jahren allerdings wenig bis gar keine Spielpraxis im Profigeschäft vorzuweisen hat.

Während Schröder also momentan lediglich als Trainingspartner fungiert, ist die Torhüterplanung anderweitig relativ weit gediehen: Die Förderlizenzspieler Christoph Mathis (Freiburg) sowie Thomas Ower (DEL-Backup der Frankfurt Lions) sollen sich den Job zwischen den Stangen teilen. Während Mathis gegen Bremerhaven spielen wird, kommt Ower am Samstag nach Freiburg, um dann mit dem Team nach Garmisch-Partenkirchen zu fahren. Backup gegen den SC Riessersee wird wie auch am Freitag Nachwuchsgoalie Fabian Hönkhaus sein, während Mathis als Nummer Zwei nach Frankfurt reisen soll.

Da Christoph Mathis bereits am vergangenen Freitag das Wölfe Tor - erfolgreich – hütete und sich ansonsten kein weiterer Spieler krank oder verletzt meldete, kann Peter Salmik gegen Bremerhaven erneut das siegreiche Team des letzten Wochenendes ins Rennen um Punkte schicken. „Ich hoffe nur, dass die Zuschauer jetzt nicht bei jedem Heimspiel solch einen Auftritt wie gegen Ravensburg erwarten, wenngleich ich es natürlich auch hoffe. Aber Bremerhaven ist ein ganz anderes Team!“, versuchte der Erfolgscoach die Erwartungen nach der taktischen Meisterleistung gegen die Oberschwaben und nachdem ihm manche schon zu euphorisch geworden waren etwas zu dämpfen.

Nichts Neues gibt es derweil von Jeff White sowie den Spielern mit Zeitverträgen zu berichten. White wird vorerst weiterhin in Reihe vier auf Eiszeiten warten müssen und zu den Kontingentspielern Hubbauer, Capraro sowie dem Verteidiger Jochen Molling möchte sich die GmbH frühstens nächste Woche äußern. Gert Acker (Vertrag bis 31.10.) sei derweil noch gar kein Thema. Sollte man sich aber von den Kanadiern trennen wollen, was unwahrscheinlich ist, müsste dies bis zum 30.9. geschehen, während Molling noch Vertrag bis Ende Oktober hat. Vieles deutet also daraufhin, dass alle drei bis zu Saisonende an die Wölfe gebunden werden sollen, während der vierte im Bunde, Gert Acker, momentan darunter zu leiden hat, dass alle anderen fit und in Form sind und er sich somit nicht unbedingt für eine Verlängerung des Kontrakts aufdrängen kann.

Spielbeginn ist am morgigen Freitag, den 26.9., um 20 Uhr in der Franz-Siegel-Halle.