Ohne Flugzeug um die Welt (1): Zwei Freiburger videobloggen ihre Weltreise

Florian Kech

Für zwei Jahre tauchen sie ab. Oder drei. Ganz so genau wollen sich Gwen Weisser (20) und Patrick Allgaier (30) nicht festlegen. Denn wo Geld eine untergeordnete Rolle spielt, gerinnt auch Zeit zur Nebensache. Mit maximal fünf Euro täglich will das Freiburger Paar auf seiner Weltreise über die Runden kommen. Kameramann Allgaier wird das Abenteuer nach seiner Rückkehr in einem Film verarbeiten.



"Wir schnorren nicht, sondern bieten Gegenleistungen an", stellt Gwen Weisser klar. Dadurch haben sich auf der ersten Etappe nach Moskau bereits rührende Bekanntschaften ergeben. Beladen haben sich die beiden Freiburger mit dem Allernötigsten: Minizelt, Gaskocher, Messer, Löffel (keine Gabel), Schlafsack, zwei Hosen, zwei Pullis, zwei T-Shirts, Jacke, zwei Paar Schuhe, Socken und vier Unterhosen. Komfort ist verpönt, "Fliegen ist mogeln", sagt Gwen Weisser. Die Reise ist auch eine Verzichtsübung.


Grob können sie sich vorstellen, was sie erwartet. Sie war als Gymnasiastin bereits allein in den Balkan getrampt; er bei Wind und Regen von Norsingen auf den Roten Platz geradelt. Zu ihrem bislang größten Abenteuer sind sie am Karfreitag aufgebrochen, bei den Weissers in Buchenbach. Abschiedsszenen wollten sie eigentlich vermeiden. Dann waren aber doch irgendwie alle gekommen und nahmen einander in den Arm – letzte Berührungen vor 2015. Oder 2016.

"Wir sind nicht auf der Suche nach dem Kick", versichert Allgaier. Wegen der Unruhen wurde Nordafrika von der Liste gestrichen. Pakistan bleibt vorerst drauf. Dabei hält ihnen auch ein Promi die Daumen. "Wünsche Euch gute, wilde, weiche Tage", schrieb ihnen ein gewisser Christian Streich ins Online-Gästebuch.



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