Oft unerwünscht: Die SMS nach dem Date

dpa

"Es war total schön – lass uns das bald wiederholen!" Flirtberater und Benimmtrainer raten von der zärtlichen SMS nach dem Date ab. Es lebe die Schamfrist?



Der Abend war toll. Man hat viel gelacht und am liebsten würde man jetzt sofort zum Handy greifen und  ihr/ihm mitteilen, wie man sich fühlt. Es ist ja auch so einfach per SMS. Und so direkt. Als würde man sich noch gegenübersitzen.


Flirtberaterin Nina Deißler aus Hamburg gibt zu bedenken, dass einst eine Schamfrist von zwei bis drei Tagen galt, bevor sich vornehmlich der Mann bei der Frau meldete.  „Eine kurze Nachricht: ,Komm gut nach Hause‘ finde ich okay, mehr sollte es aber nicht sein“, sagt Deißler. 

Die Stilberaterin Susanne Helbach-Grosser aus Schwäbisch Gmünd ist da schon etwas strenger: „Gerade Frauen schicken dem Mann nach einer Verabredung gern gleich noch eine SMS hinterher. Das ist viel zu schnell und extrem bedrängend“, sagt sie und rät, lieber einen Tag abzuwarten.

Der Druck und die Unmittelbarkeit der mobilen Telefoniererei seien ein Problem. „Es gibt kaum ein Entrinnen,  man weiß ja, dass die Nachricht sofort da ist oder die Nummer angezeigt wird. Da kann man sich kaum rausreden“, sagt die Paarberaterin Felicitas Heyne aus dem pfälzischen Herxheim. Doch Ankommen heißt nicht gleich Lesen und schon gar nicht Reagieren.  Helbach-Grosser ergänzt: „Gerade Männer lesen die SMS, freuen sich auch, aber legen das Handy dann wieder zur Seite.“ Reaktion? Fehlanzeige oder wenn, erst Stunden oder gar Tage später. „Das muss man aushalten können, gerade am Anfang.“