OB-Wahlkampfhelfer (1): Julien Bender

David Weigend

Jeder der drei Bürgermeisterkandidaten hat auch jüngere Mitstreiter in seinem Wahlkampfteam. Wir lassen aus jedem Lager jeweils einen zu Wort kommen. Den Anfang macht Julien Bender (SPD, 24), der sich für Ulrich von Kirchbach einsetzt.



"Ich stamme aus Esslingen und habe mal mit dem Neffen von Herrn von Kirchbach zusammen Judo gemacht. Aber daher kenne ich ihn nicht. Da ich auch Kreisvorsitzender der Jusos bin, lag es nahe, dass mich Herr von Kirchbach gefragt hat, ob ich ihm im Wahlkampf helfen will. Dazu kommt, dass ich schon  etwas Wahlkampf-Erfahrung habe: Gernot Erler habe ich unterstützt und in Esslingen den amtierenden Bürgermeister Jürgen Ziegler. Allerdings waren das einfachere Voraussetzungen.


Unser Wahlkampfteam besteht im Kern aus fünf Leuten. Wir treffen uns einmal in der Woche. Ich bin für die Materialien zuständig, weil ich mich ein wenig mit Photoshop auskenne. Ich unterstütze auch die Jusos, die Stände, die Plakataktionen. Vor zehn Tagen haben wir ja die zweite Welle plakatiert, Kirchbach im Querformat.

Die Arbeit am Stand: Meist gehe ich auf die Leute zu und verteile Handzettel. Es kommen aber auch viele an den Stand und wollen Infos haben zu Themen, die sie betreffen. Oft geht es um Wohnungspolitik und die hohen Mieten. Das ist Thema Nummer Eins. Es ist ein Problem, das sowohl Studenten betrifft als auch Leute, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben und auf günstigen Wohnraum angewiesen sind. Der ist in Freiburg knapp. Oft äußern die Leute auch Kritik am Amtsinhaber. Die Leute sind unzufrieden mit dem Mietspiegel der Stadt, in meinen Augen ein fragwürdiges Instrument.

Es ist wichtig, dass man sich dem Gespräch stellt. Auch in den Stadtteilen, in denen man nicht so beliebt ist und in denen man auf Kritik stößt. Im Vauban etwa. Da bekommt man schon die Frage gestellt: „Warum kandidiert ein SPDler gegen den grünen Oberbürgermeister?“



Seit drei Jahren studiere ich in Freiburg Politik und Geschichte auf Lehramt (Staatsexamen), ich beginne jetzt das achte Semester. Den Job als Wahlkampfhelfer mache ich ehrenamtlich. Es wäre für mich unbefriedigend, nur dazusitzen und sich zu beschweren über Dinge, die Politiker nicht tun oder anders machen sollten. Deshalb will ich selber Hand anlegen. Nach dem Abitur bin ich politisch aktiv geworden.

Natürlich ist eine OB-Wahl eine Alles-oder-Nichts-Wahl. Ich denke aber, dass schon ein gutes Ergebnis für uns zeigen würde, wie viele Menschen in der Stadt unzufrieden sind. Vielleicht würde das ein politisches Umdenken erzeugen. Es kommt aber auf den Sieg an und dafür mache ich alles. Wenn es nicht klappen sollte, werde ich sehr enttäuscht sein."