Auftakt

OB-Kandidat Manfred Kröber will Werbung für Freiburg einstellen

Frank Zimmermann

Die offizielle Bewerbung ist erst ab dem 17. Februar möglich. Doch der unabhängige grüne OB-Kandidat Manfred Kröber stellte schon jetzt sein Wahlprogramm vor.

Zur Vorstellung seines Wahlprogramms trug Manfred Kröber eine knallig-froschgrüne Fliege um den Hals. Aber da seine Partei Bündnis 90/Die Grünen nicht ihn, sondern den grünen Amtsinhaber Dieter Salomon als künftigen Oberbürgermeister im Rathaus sieht und unterstützt, versteht sich der 38-Jährige als unabhängiger OB-Kandidat. Ökologie, Soziales und Bürgernähe sind drei Säulen von Kröbers Programm.


"Das kann es nicht sein, da muss inhaltlich mehr kommen." Manfred Kröber über die Konkurrenz im OB-Wahlkampf
Seinen Konkurrenten gab der designierte Kandidat und Lehrer, der gerade auf der Suche nach einer Anstellung ist, schlechte Schulnoten. Die Linke (Note 4) gehe ebenso mit einer Kandidatin ins Rennen, die nicht Mitglied der Partei sei, wie die die SPD (Note 5) mit Martin Horn. Und die CDU, die gar keinen Kandidaten nominieren wird, bekam von Kröber gar die Note sechs verpasst. Summa summarum sei das blamabel: "Das kann es nicht sein, da muss inhaltlich mehr kommen."



Freiburg sei ökologisch zwar auf dem richtigen Weg, aber viel zu langsam unterwegs, findet Kröber. Teilweise ruhe man sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus. Nehme man etwa Pkw-Dichte oder Pro-Kopf-Stomverbrauch, sei Freiburg eine durchschnittlichere Stadt, als viele glaubten. Statt Modellstadtteilen brauche es gangbare Lösungen wie die Umwandlung der Bugginger Straße 50 in eine Passivhochhaus

Kröber fordert 10.000 neue Bäume, ebenso viele Radabstellplätze – und ein Kurzstreckenticket

Freiburg müsse sich seinen bundesweiten Spitzenplatz im Umweltschutz zurückerobern, etwa durch die Schaffung von 10. 000 Radabstellplätzen. Kröber fordert ein günstiges Kurzstreckenticket und eine spezielle Regiokarte für die City. Die Freiburger Stadtbau solle ihre Mieter mit Stromsparprämien belohnen, 10.000 neue Bäume müssten gepflanzt, jeder gefällte Baum solle durch drei neue ersetzt werden.

Natürlich steht auch bei Kröber die Schaffung von Wohnraum im Zentrum: Er fordert – Baubürgermeister hin oder her – einen Wohnungsbaureferenten im Rathaus. Damit weniger Menschen nach Freiburg ziehen und die Stadt weniger wachse, müsse die städtische Wirtschaftsförderung FWTM ihr Marketing "umgehend" einstellen, es brauche kein Wachstum auf Teufel komm raus.

Dann könne man auch auf den geplanten Stadtteil Dietenbach verzichten. Über diesen schlägt Kröber einen Bürgerentscheid vor. Er will mehr genossenschaftliche Baumodelle und 100 Millionen Euro "für ein vielfältiges kommunales Wohnungsprogramm". Zur mehr Bürgernähe gehöre die Vereinfachung bürokratischer Abläufe; die Menschen seien zermürbt von Behördengängen und Verwaltungsprozessen.

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