Nihilist Tunes Release-Party im Freizeichen: 5 Fragen an Björn Peng

Valentin Heneka

Der Freiburger Musiker Björn Peng veröffentlicht Freitag sein neues Mini-Album Nihilist Tunes und feiert dazu eine Release-Party im Freizeichen. Im Interview erklärt er, warum seine EP "Nihilist" heißt. fudder verlost zudem 3x 2 Tickets für die Party.

Ein Nihilist ist jemand, der alle ethischen Wertvorstellungen verneint. Was möchtest Du mit dem Titel Nihilist Tunes ausdrücken?

Ich bin der Meinung, dass die Lage der Menschheit nicht besser wird, sondern immer beschissener, egal was man macht. Und damit meine ich nicht nur die Ergebnisse der Bundestagswahl, sondern global gesehen, zum Beispiel der Umgang der Menschen untereinander. Mir bleibt gerade nur noch die Resignation. Das drückt sich inhaltlich in allen sechs Tracks aus.

Ich greife nicht zu sehr vor, wenn ich die Themen der EP grob mit Hoffnungslosigkeit, Gewalt, Depression, falschem Glaube umreiße. Der einzige Lichtblick, den ich musikalisch gesetzt habe, sind die Melodien, die Tunes. Unterm Strich bleiben es aber Nihilist Tunes. Wie beim Vorgänger, meinem ersten Album ’Dark Rave’, habe ich nach einem Titel gesucht, der die einzelnen Songs zusammenfasst.

"Was die Melodien angeht, inspiriert mich Synth-Pop der 80er-Jahre oder Eurodance der 90er wie Dune, ATC und Blümchen."

Was sind die musikalischen Einflüsse des Albums?

Der größte Einfluss auf Nihilist Tunes ist EBM, Electronic Body Music, die sich in den späten 80er-Jahren in Europa entwickelte. Außerdem Elektropunk und Electroclash, wie die frühen Sachen der Projekte T.Raumschmiere und Alter Ego, Industrial- und Hardcore-Techno sowie Hardcore-Punk.

Beim Album-Track "Trapped Inside" kam ich zum Beispiel über Wochen nicht weiter. Abends ging ich auf ein Hardcore-Konzert im White Rabbit. Die Band hat einen typischen Beatdown-Break gespielt, das heißt, alle Instrumente haben auf eine bestimmte Weise die Noten 1, 2, 3 und 4 betont. Das war die Idee, die mir fehlte. Ich bin sofort ins Studio und habe den Track zu Ende produziert. Was die Melodien angeht, inspiriert mich Synth-Pop der 80er-Jahre oder Eurodance der 90er wie Dune, ATC und Blümchen.

"Mir persönlich kam das Witzige im Laufe der Zeit etwas abhanden."

Du produzierst und spielst Livesets, bist aber auch als DJ aktiv. Was machst Du am Freitag?

Ich werde ein langes Liveset spielen. Natürlich die Songs der neuen EP, aber auch ältere Tracks. Um manche Songs, wie "Das Alte Lied" oder "Zucker", komme ich nicht herum. Liveset bedeutet bei mir, dass ich mit dem Programm Ableton Live die Songs live arrangiere. Pro Song habe ich acht Spuren, die ich nach Lust und Laune mische und variiere – jedoch ausschließlich eigene Sachen.

Neben deinem Liveset werden die DJs Melania, Klangexperimente und Jekyl auflegen. Wer sind die Acts und was verbindet dich mit ihnen?

Klangexperimente ist ein Freund, er spielt EBM und minimalistischen, brachialen Techno und geht alles mit einer guten Portion Selbstironie an. Mir persönlich kam das Witzige im Laufe der Zeit etwas abhanden, daher schätze ich es an ihm umso mehr.
Melania veröffentlicht auf dem Berliner Label Aufnahme + Wiedergabe. Ich bin schon mal mit ihr im Basler Hirscheneck aufgetreten, sie spielt düsteren, EBM-lastigen Techno.

Dasselbe gilt für Jeykl und die Veröffentlichungen seines Labels Reach Another System. Ich freue mich, dass alle Zeit haben, da es für mich eine runde Sache ist, mit dem Sound, zu dem ich selbst gerne ausgehe. Auf dem kleinen Flor spielen Isabelle Gaultiér und mit Niklas Beinghaus, Luedenscheidt und Klemdma auch DJs des Vereins Bretterbude, in dem ich selbst aktiv bin.

Bretterbude e.V. präsentiert die Release-Party im Freizeichen. Wird der Verein regelmäßig dort Partys veranstalten, wie zuletzt im Balz Bambii?

Wir planen, unsere Partyreihe Contra ab November im Freizeichen fortzuführen. Außerdem wird es eine neue monatliche Reihe, Auflegen@Freizeichen, geben. Die Bretterbude veranstaltet seit über einem Jahr in ihren Vereinsräumen das Studio5, eine DJ- und Producer-Kneipe, die jeden ersten Donnerstag im Monat stattfindet. Alle Interessierten können vorbeikommen, sich untereinander und mit uns über DJing und Musikproduktion austauschen und vernetzen. Bei Auflegen@Freizeichen geht es dann jeden zweiten Donnerstag im Monat in die Praxis, es wird quasi eine Party mit Newcomer- und Bretterbuden-DJs.
Zur Person: Björn Peng ist Mitte dreißig, lebt seit zehn Jahren in Freiburg und tritt fast genauso lange als elektronischer Liveact auf. Zur einen Hälfte ist er Musiker, zur anderen Hälfte Mediengestalter beim Freiburger Team für Gestaltung und Marketing Kombinat79.


Verlosung

fudder verlost 3x2 Tickets für die Nihilist Tunes Release Party am Freitag, 6. Oktober 2017, im Freizeichen. Wer gewinnen möchte, schickt eine Email mit dem Betreff "Nihilist" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 6. Oktober, 12 Uhr. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.

  • Was: Björn Peng Nihilist Tunes Release Party
  • Wann: 6. Juni 2017, 22:00 Uhr
  • Wo: Freizeichen, Haslacher Str. 43
  • Auditorium: Klangexperimente, Björn Peng, Melania, Jekyl.