Nightlife-Guru: #WTF Neid Club in Schmitz Katze

Nightlife-Guru

Eintrittspreise über zehn Euro, kein Platz für Locals, nur noch überregionale Bookings - das ist eine oft gehörte Kritik an Freiburger Partys. Beim #WTF Neid Club in der Katze stehen regelmäßig Locals an den Plattentellern - zur Freude unseres Nightlife-Gurus?



Jungs an der Tür ...

… haben den großen Stress für heute schon hinter sich, denn bevor der Neid Club um 23 Uhr startet, spielt Marek Hemmann sein Konzert, und die Katze ist deshalb schon amtlich voll. Für vier Euro vor Mitternacht und sechs Euro danach wird einem Eintritt gewährt. Es ist Local-DJ-Nacht, da ist der Preis absolut fair, kann man nur hoffen dass auch genug bei den DJs ankommt.  

An der Bar

Der Nightlife-Guru hat heute Abend einen fast leerem Geldbeutel, deshalb muss der "Dead Nazi"-Shot herhalten. Dieser besteht zu 50 Prozent aus Absinth und zu 50 Prozent aus Jägermeister. Alte Kamikaze-Gänger kennen den "Toten Nazi" und seine brühwarme beißende Konsistenz sicher noch. Die Bar-Leute sind gut koordiniert und gut gestresst wie immer. Meine Begleitungen bekommen ihre lauwarme Mate-Turbo und ein kühles Bier relativ schnell. "Toter Nazi" Nummer zwei ölt mir den Hals, und ab geht's auf die Tanze.  

Party-Atmosphäre und Klangwaren-TÜV

Im Auditorium werden gerade gefühlte 200 Scheinwerfer in 200 Hardcases verpackt, die Deckenbeleuchtung ist an, und es spielt noch keine Musik. Dann also hoch auf den Barfloor. Dort ist es um halb 12 schon voll, jedoch bleibt die Brutkasten-Hitze und die Räucherkammer-Luft erst mal aus.

Die Menschen tanzen, allerdings etwas lustlos. Das wundert mich nicht, denn die Musik ist in diesem Moment einfallslos und langweilig. Doch die Katze wäre nicht die Katze, wenn das einem den Abend versauen könnte, schließlich ist das der erste von elf DJs des Abends. Also muss erst mal die Würstchenbude aufgesucht werden, Abendessen Nummer zwei ist angesagt.

Anschließend setzen meine Begleitungen und ich uns in den Bauwagen. Kaum ist das Abendessen verspeist, kommen drei Mädels dazu und beginnen sofort ihre Arbeit: Sexuelle Aufklärung. Als Nightlife-Guru begegnet man ja immer wieder den interessantesten Menschen, aber diese drei Frauen haben die Messlatte ziemlich hoch gesetzt. Von "Kondome können reißen" über "Bist du sicher, dass du keine Geschlechts-Krankheit hast?" bis hin zu "Bist du sein One-Night-Stand" - die komplette Palette.

Zurück auf der Tanzfläche des Barfloors. Die Musik wird besser, der Tech-House treibender. Die Temperatur steigt, und die Feiernden tanzen immer wilder.



Im Auditorium sind die 200 Scheinwerfer jetzt auch weggepackt, und Bässe schallern einem um die Ohren. Die Katze ist in dieser Local-Night so gut voll, dass auch hier viel los ist. Die Musik stimmt, knallende Hi-Hats, und eine Funktion-One, die die Sub-Base-Lines richtig zum tragen bringt.  

Auf dem Klo um zwei …

… steht ein Kerl in zerrissener Baggy-Pant und Bauchtasche, der zuerst kurz vorsichhin brabbelt, dann an seinem Pulli rumreißt und urplötzlich auf die Toilettenwand einschlägt. Ich erledige mein Geschäft und ziehe ab.  

Aufheiterle

Auf dem Barfloor um eins läuft ein Kerl umher, der den Frack schon so gestrichen voll hat, dass er jeden umrempelt, der ihm vor die Linse kommt. Er kommt in meine Richtung, ich gehe in Deckung, doch er hat mich schon im Visier. Dann packt er jedoch eine Feiernde neben mir an der Schulter und brüllt: "Wie kommt man hier wieder raus?" Als ich mich von meinem Lachanfall erholt habe, ist er schon weiter getorkelt.  

Aufregerle

Lauwarme Getränke schmecken nur halb so gut wie kalte, und wenn man im Sauna-Club Auditorium tanzt und sich erfrischen will, dann muss die Mate kalt sein. Basta.  

Fazit

Local-DJ-Partys sind wichtig, Local-DJ-Nights sind gut. Der #WTF-Night-Club beweist, dass die Freiburger DJ-Szene einiges zu bieten hat. Gut gemacht, gerne wieder.