Nightlife-Guru: Untitled im Artik

Nightlife-Guru

Treppen-Party, tanzende Barkeeper und Rotlicht-Dancefloor: Am Samstag ging die Tanzveranstaltung von Chez und ArTik in die Vollen. Nach der großen Ankündigung im Dezember wollte der Nightlife-Guru endlich mal selbst dabei sein, um zu verstehen, warum diese Veranstaltung eigentlich keinen Titel hat:

 

Jungs an der Tür

Die Jungs an der Tür sind freundlich und entspannt, denn heute Abend kostet das Artik (fast) nichts. Deshalb gibt es keine Quengeleien von Frisch-Abiturienten, die das Party-Budget schon im Laufe der Woche versoffen haben. Ein Euro wird auf das erste Bier aufgeschlagen, wer also seine Vodka-Flasche neben dem Eingang versteckt hat, feiert umsonst.  

Inneneinrichtung und Deko



Da hat sich nicht viel verändert, der Nightlife-Guru ist ja nicht zum ersten Mal hier, das Jugendzentrum schimmert hie und da natürlich durch. Auf dem Dancefloor ist es immer noch ein wenig zu hell. Das dunkelrote Licht, das die Tanzfläche bestrahlt, schafft jedoch ein Moulin-Rouge-Feeling aller erster Klasse. Mir wird schnell klar: Das wird ein heißer Abend - in jeden Hinsicht.

Wer war da?

Die Jungs und Mädels, die an einem Chez-Abend immer auftauchen: Studis und Studinen Mitte 20 und jünger - unterstützt von einer sich wild betrinkenden Abi-Meute.

Wer es dem Subjtks- und Canvas-DJ gleich macht und den Beanie auflässt, ist keinen dummen Kommentaren ausgesetzt.

Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV



Die Tanzfläche wird Anfangs dominiert von sogenannten 'Tanzkreisen', bei denen der halb angetrunkene 5-Freunde-Club sich auf der Tanzfläche zu einem dezent tanzenden Kreis zusammenschließt und gegenseitigen Blickkontakt möglichst vermeidet. Für Mädels: Antanzen ist erwünscht, aber nur zur Ego-Politur - die Abfuhr ist vorprogrammiert. Für Jungs: Augen nach unten, Freundinnen nur antanzen, falls ein Fremder ihr zu Leibe rückt.

Doch hier leisten gute Musik und billiger Alkohol ihre Arbeit. Bei Canvas, Subjkts und Simonis kann sowieso nicht viel schiefgehen. Obwohl Kollektiv Be an diesem Abend fehlt, ist die vielseitige House-Musik topp - und es bleibt nicht nur bei einem Genre.

Ganz nach dem Motto, das die Subjkts im Dezember verlauten ließen: "Mit 'Untitled' laden wir jeden Musikbegeisterten ein, einen Abend mit elektronischer Musik fernab der Beatport-Charts zu verbringen." Der Sound ist gut, wenn man will, kann man sich unterhalten, was in ähnlichen Locations meist nicht der Fall ist.

Dann vermischen sich Abi und Studi, und die Tanzfläche ist voll.  

An der Bar ...

 
... werde ich von tanzenden Barkeepern bedient, die außer dem Bieraufmachen auch noch gut rechnen können. Es ist schön, wenn man nicht erst eine halbe Stunde um sein Bier betteln muss! Dass meines dann auch noch angetanzt kommt, hebt die Stimmung. Ich bezahle - auch tanzend.  

Auf dem Klo um halb drei ...

 
... befinde ich mich gerade in einem 'Wer pinkelt als erstes und am längsten'-Wettkampf an den Pissoirs, als sich die Klotür öffnet und drei Jungs lachend aus der Kabine fallen. Hm ...    

Aufheiterle

Garderobennummer verloren, Jacke trotzdem wieder bekommen. Thumbs up für den armen Kerl an der Garderobe, der die komplette Nacht die Stellung in seinem Kabuff halten musste und trotzdem noch wusste, mit welcher Jacke ich vier Stunden zuvor angekommen bin.

Fazit

 



Gratis-Partys sind selten, Gratis-Partys mit guter Musik und einem angenehmen Publikum sind noch seltener. Das Chez-Team und das Artik haben mit der Untitled-Veranstaltungsreihe beides geschafft. Bei zwei Euro für ein Waldhaus und einem Euro für Joster-Shots geht einem das Herz auf. Da macht Abreißen auf einer Party wieder Spaß.

Und ein weiteres Mal zeigt sich: Es braucht nicht immer ein extraordinäres Line-up, um einen unvergesslichen Abend zu gestalten!

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