Nightlife-Guru: Super Bowl in der MensaBar

Nightlife-Guru

Erstmalig hatte mit Patrick Vollmer in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Deutscher die Chance, den Super Bowl zu gewinnen. Aber wo zur Hölle schaut man den Super Bowl in Freiburg? Der Nightlife-Guru war in der MensaBar. Und erlebte eine Nacht voller Chaos, Spannung und Gratis-Joster.



Die Jungs an der Tür


Sonntagabend, zwanzig vor zwölf. Vor der MensaBar ist keine Menschenseele. Findet hier heute Abend überhaupt irgendeine Veranstaltung statt? Aber gut, es sind -10° Celsius, da überrascht es wenig, wenn American Football in Deutschland selbst bei kostenlosen Eintritt kaum jemanden vor die Tür lockt.

Wer war da?

Drinnen erst mal kein anderes Bild: Gerade mal drei Personen haben bisher den Weg in die MensaBar gefunden. Ich stimme mich schon mal auf eine eher trostlose Nacht ein. Wenigstens die große Leinwand verspricht Sehfreuden. Richtung Kick-Off um 0:30 Uhr ändert sich die Situation zu meinem Glück dann noch: Immer mehr ausschließlich männliche Personen strömen aus der Kälte herein, so dass es sich am Ende eine doch recht staatliche Gruppe von 25 Typen in der MensaBar gemütlich macht.

Inneneinrichtung und Deko

Wer befürchtet hat einen unbequemen Abend auf den, aus den Tatort-Abenden oder anderen Übertragungen bekannten, orangefarbenen Plastikstühlen verbringen zu müssen, wird positiv überrascht: Eine Reihe von abgewetzten, blauen Sofas und schwarzen Ledersesseln sorgen für die richtige Couch-Atmosphäre. Zumindest wenn man rechtzeitig den Weg hierher gefunden hat, kann man mit gut gepolsterten Popo den Super Bowl angucken.

Catering und Getränke

Für günstige Getränke und Knabberzeug ist gesorgt, und auch die ein oder andere McDonald's-Tüte wurde hierher getragen - der klassische Burger darf beim Super Bowl halt nicht fehlen. Der meistgekaufte Artikel des Abends ist Cola, deren Verkaufszahlen überproportional mit der Dauer des Abends anstiegen.

Spielcheck

New England Patriots vs. New York Giants - ein verdammt spannendes Spiel. Am Ende triumphieren - wie schon 2008 - die Giants. Deren Quarterback Eli Manning werden im Anschluss auch die Ehre des Most Valuable Players zuteil. Das Publikum freut's - denn obwohl New England den Deutschen Patrick Vollmer in ihren Reihen hat, sind die Sympathien hier klar verteilt.

Im Gegensatz zum Spielgeschehen interessiert sich das größtenteils footballfachkundige Publikum wenig für die ausgiebige Pausengestaltung von Madonna, Cee-Lo Green, Nicki Minaj, LMFAO und M.I.A. Letztere sorgte dann auch noch für ein klassisches Nippelgate. Sogar die zeitlich um ein paar Sekunden versetzte Ausstrahlung konnte nicht verhindern, dass sie dem prüden Amerika und der ganzen Welt den Mittelfinger in die Kamera hielt. Das Publikum in der MensaBar bleibt unbeeindruckt.

Aufregerle

Was ist der Super-GAU beim Public-Viewing? Richtig, die Technik streikt! So bringt ein Systemupdate das MensaBar-Publikum um die ersten 3 Punkte der Patriots am Ende des ersten Viertels.

Kurzfristig wird diskutiert welche andere Super Bowl-Veranstaltung in Freiburg angesteuert werden könnte, aber niemand hat Lust auf einen eiskalten Spaziergang zu möglicherweise kleineren Bildschirmen im Cheers oder O'Kellys. Die Barcrew beruhigt den aufgebrachten Mob schnell und gekonnt mit jeder Menge Gratis-Joster. Pünktlich zum zweiten Viertel läuft alles wieder.



Aufheiterle

Es gab tatsächlich Damenbesuch an diesem Abend. Gut, die zwei Mädels sahen zunächst eher aus, als wären sie nur auf der Suche nach einer Toilette in die MensaBar gestolpert. Tatsächlich besuchten sie diese dann auch folgerichtig als erstes, selbstverständlich gemeinsam. Ob sie dann bis Mitte des zweiten Viertels aus echtem Interesse geblieben sind, oder um sich aufzuwärmen, darf jeder selbst entscheiden.

Auf dem Klo um halb zwei …

… muss man sich seinen Weg durch ein Scherbenmeer bahnen. Ein Dutzend zerbrochene Bierflaschen und Gläser zeugen davon, dass es bei der Anglisten-Party am Freitag hoch hergegangen sein muss.

Fazit

Alle die Interesse daran hatten, eines der größten Einzelsportereignisse der Welt auf einer großen Leinwand mit Gleichgesinnten zu gucken, dürfte es nicht bereut haben, den Weg in die MensaBar gefunden zu haben. Das gemeinsame Aufräumen der Sitzmöbel fast aller Zuschauer um halb 5 an einem Montagmorgen zeugt zusätzlich davon, dass sich wohl jeder, der da war, einigermaßen wohl gefühlt haben muss. Zumindest ich werden im kommenden Jahr definitiv wiederkommen.