Nightlife-Guru: Parabel-Eröffnung

Nightlife-Guru

Unser Nightlife-Guru war am vergangenen Wochenende wirklich eifrig unterwegs. Nicht nur im E-Werk und der KTS, sondern auch bei der Neueröffnung der Parabel.

 

An der Tür

Gegen 1 Uhr stehe ich vor der Parabel und bin direkt überrascht. Keine Schlange, kein Gedränge, nur zwei recht sympathisch dreinblickende Türsteher, bei denen ich das Gefühl nicht los werde, dass Sie sich wirklich darüber freuen dass endlich ein Gast kommt. Sie geben mir noch ein freundliches “Viel Spaß!” mit auf den Weg, schnell noch die fünf Euro bezahlt und schon bin ich drin.

Deko & Einrichtung

Wie schon in dem Video auf fudder vor ein paar Tagen zu sehen war, haben sich die Betreiber viel Mühe mit der Einrichtung gegeben, welche in real noch viel schöner und stilvoller wirkt als auf den Bildern.

Die Lichtinstallationen und das Farbenspiel auf der Tanzfläche sind einfach beeindruckend und animierend zum feiern. Es erinnert in seiner Art ein wenig an den Berliner Club 'Watergate', ohne wie ein billiger Abklatsch zu wirken. Die Bar ist in ein schönes organfarbenes Licht getaucht, Blumen sind aufgestellt und die Sitzmöglichkeiten neben der Tanzfläche sind wirklich einladend.



Kommt man die Treppe hinunter, ist schräg rechts in der Ecke der Raucherbereich. Da der Raum allerdings nicht geschlossen ist, hat man, sobald man den Club betrifft, direkt den Zigarettenduft in der Nase. Und es soll ja Leute geben, für die gerade so was ein ernsthafter Grund ist, den Club umgehend wieder zu verlassen.

Wer war da?

Im Club ist ein bunt gemischtes Partyvolk, dass sich von Anfang 20 bis Mitte 30 erstreckt, anzutreffen. Tendenziell sind die Leute hier etwas schicker gekleidet,  und die Jüngeren vom Eindruck her eher Azubis als Studenten. Szenemenschen und die üblichen bekannten Nightlifeaktivisten, mal abgesehen von diversen Party-Fotografen die sich hier scharenweise tummeln, sieht man so gut wie gar nicht. Vermutlich waren diese alle am Donnerstag schon auf der inoffiziellen Eröffnungsfeier.

Partyatmosphäre & Klangwaren-TÜV

Für einen Eröffnungsabend ist es leider erstaunlich leer. Die Tanzfläche ist zwar angenehm gefüllt, aber um diese herum wirkt es dann doch teilweise eher wie ein Trauerspiel.

Vermutlich fehlt den Besitzern einfach die nötige Lobby hier in der Stadt. Der mir unbekannte und nirgendwo namentlich erwähnte DJ liefert ein ordentliches Hit-Feuerwerk ab. So erkenne ich aus meiner früheren Radio-Hör- und Viva-Guck-Phase Songs von Ace Of Base, Backstreet Boys, Gipsy Kings, Justin Timberlake, In Deep und diverse 80er-Gassenhauer der schlimmeren Sorte, die allerdings für eine volle und ausgelassene Tanzfläche und recht gute Stimmung sorgen.



Denn das muss man sagen: die Crowd hier versteht es wirklich, ausgelassen und entspannt zu feiern und zu tanzen, zumindest zu den Liedern die Sie kennen.

Gelegentlich wird vom DJ auch mal was eher Unbekanntes wie zum Beispiel Positive Force oder Arrested Development eingestreut, hat allerdings jedes Mal den Effekt, dass sich die Tanzfläche schlagartig leert und es wieder seine Zeit oder einen richtigen Knaller benötigt, um diese wieder zu füllen.

Nur leider wurde auch in der Parabel mal wieder der Fehler begangen, an der falschen Stelle, nämlich der Anlage, zu sparen. Die Anlage hatte keinen Druck, der Klang konnte sich wenig entfalten und am hinteren Ende der Tanzfläche war es schon richtig leise, so dass man sich entspannt unterhalten konnte. Bei der Art von Musik die am Freitag dort lief, ist dieses sicherlich nicht so sehr dramatisch, bei den geplanten samstäglichen Abenden mit eher basslastigem Sound allerdings schon.

Catering

Die beiden Bars sind im Vergleich zu früher kaum verändert worden. Die Standorte sind die gleichen, nur dass die eine jetzt ausschließlich durch den Raucherraum zu erreichen ist.



Die Preise hier sind ziemlich in Ordnung. So kosten ein Bier aus der Flasche und alle nichtalkoholischen Getränke drei Euro, Longdrinks und Cocktails 6,50 Euro. Die sehr emsigen Bedienungen waren nett und freundlich. Ob sie sich allerdings immer noch so verhalten und stressresistent sind, wenn der Club mal wirklich voll ist, muss man abwarten.

Auf dem Klo um kurz vor 3h

Nichts los bis auf ein paar Papiertücher auf dem Boden, die zufälligerweise in dem Moment wo ich dort bin, vom Ladenbetreiber eigenhändig entfernt werden. So nutzt er auch gleich die sich bietende Gelegenheit, wirft direkt noch einen prüfenden Blick aufs Damenklo und sorgt dort ebenfalls für Ordnung.

Aufheiterle & Aufregerle

Sehr präsent im Club ist eine Frau, deren ganzer Körper, bis auf den knappen Bikini, komplett bemalt und mit dem Parabel-Schriftzug versehen wurde. Ob die Gute, deren Funktion sich für mich eigentlich nicht in Worte fassen lässt, mich nun aufgeheitert oder aufgeregt hat, lässt sich nach wie vor eigentlich nur schwer sagen. Mein Tipp pendelt irgendwo zwischen Empfangsdame und Blickfang.

Sie war immer mal hier und da zu sehen, ließ sich mit diversen Gästen (natürlich hauptsächlich mit Männern) fotografieren und stolzierte einigermaßen anmutig umher. Allerdings machte sie auf mich nicht unbedingt den Anschein, als ob sie an ihrem Job auch wirklich Gefallen findet. Missmutig stand Sie eine ganze Zeit neben dem DJ und zog eine Fresse, die nur so vor Lustlosigkeit und Desinteresse strotzte.

Und auch ihr Umgang mit den Gästen wirkte nicht sonderlich offen und herzlich. Sollte sie die Gäste mit ihrer bloßen Anwesenheit entertainen, hat Sie ihren Job meiner Meinung nach komplett verfehlt. Aber vielleicht hat sich die Malerei ja auch einfach nur doof auf der Haut angefühlt...

Fazit

Die Parabel gehört sicherlich zu den stilvolleren Adressen des Freiburger Nachtlebens. Die Betreiber bieten ein gehobeneres Ambiente dass, was die Zielgruppe betrifft, auf Dauer am ehesten noch dem Karma Konkurrenz machen könnte und im Gegensatz zum Schneerot für eigentlich Jedermann und -frau erschwinglich ist.

Die Inneneinrichtung und Lichtinstallationen sind eine Klasse für sich und das Personal wirklich freundlich. Nur bietet der Club bisher definitiv nicht das auf dem Flyer angekündigte Partyspektakel der Extraklasse, setzt sich nicht von bevor gebotenem ab und hätte musikalisch auch in der Nachtschicht oder im Agar stattfinden können.

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