Nightlife-Guru: Monsters of Electro-Rave im Artik

Nightlife-Guru

Eigentlich gehört linksautonomer Ravepunk à la Björn Peng ja in die KTS. Um herauszufinden, ob so was auch im Artik funktioniert, trank unser Nightlife-Guru am Freitag lauwarme Mate-Turbo und stellte sich in neonfarbenen Nieselregen. Sein Fazit:



Die Jungs an der Tür ...

... sind wie gewohnt freundlich, das kennt man ja auch anders. Der Eintritt kostet heute nach 22 Uhr einen 10er, davor 8 Euro. Das ist man vom Artik nicht gewöhnt, allerdings ist die Liste der Künstler lang, das entschädigt.

Ich bekomme mit, dass die Veranstaltung bereits um 21 Uhr begonnen hat - und ich war schon verdammt stolz, es mal vor Mitternacht in einen Klub geschafft zu haben. Egal, "Björn Peng, Alter!", ruft ein Typ vor der Tür dem anderen zu.

Ach, der spielt schon?! Dann mal schnell rein!

Wer war da?

Ganz viele Menschen mit Neonfarbe im Gesicht, auf den verschwitzten T-Shirt, an den Händen und eigentlich eh überall. Glowsticks sind heute Nacht nicht nur beliebt - jeder hat sie. Egal ob im Haar, an den Armen oder um den Hals, es leuchtet jeder. Mein absoluter Favorit des Abends war der Kerl, der nicht nur ein gelbefarbenes Neondreieck ins Gesicht gemalt, sondern sich gleich auch noch Lippen und Mund komplett mit Neonfarbe zugekleistert hat.

Sonst tanzt und pogt alles auf der Tanzfläche herum.



An der Bar

Sind alle sehr gut drauf, freundlich und schnell bei der Sache. Die Wartezeit hält sich in Grenzen. Dass mein Mate-Turbo jedoch lauwarm ist, trübt meine euphorische Partystimmung. Doch der Nightlife-Guru hat schon lauwarme Gin-Tonics getrunken, als es Club-Mate noch gar nicht gab - also runter mit dem Stoff, und zurück zu Björn Peng.

Partyatmo und Klangwaren-TÜV

Es ist laut, der Bass knallt und scheppert zwischen "Deutschland müsste auch verschwinden" und "Zucker verstreut". Ravepunk vom allerfeinsten. Es wird Pogo "getanzt", der Schweiß läuft in Strömen. Wer nicht pogt hat trotzdem genug Platz - sehr fein, so was.

Um mich herum leuchtet es in allen (Neon-)Farben, und dann passiert das Malheur: Eine Tube orangefarbene Neonfarbe wird von einem unbekannten Feiermenschen in meine Handfläche entleert. Dann klatscht vor mir jemand in die Hände, und ein Neon-Nieselregen ergießt sich über mich und meine Begleitungen. Wunderbar. Gleichzeitig zeigt Turbo-Mate Nummer drei seine Wirkung. Alles wieder gut.



Nach Björn Peng wird es leer im großen Saal, der Thekenraum füllt sich. Alles geht rauchen. "Das Flug" betritt die Bühne. Eine halbe Stunde wird auf Melodie und furztrockene durchgehende Basslines geschriehen. Irgendwie bekommt jedoch niemand mit, dass es schon weiter geht. Deshalb dauert es eine Weile, bis der Saal voll ist.

Danach kommen E123 ans Set, und der Laden wird endgültig zerlegt. Es ist einfach immer wieder schön mitanzusehen, dass Ravepunk weit über die "Frittenbuden"-Grenzen hinaus auch auf Nicht-Soli-Partys abgeht.

Auf dem Klo um halb 3

Der Mate will raus, und zwar schnell. Es gibt natürlich auch keine Möglichkeit mehr, seine Hände abzutrocknen - ach so, die sind ja eh orangefarben und leuchten. Warte. Hände leuchten. Pinkeln gehen - dann also leuchtet es jetzt auch ... Ab an die Theke.

Aufregerle

Das Line-up war ja schon fein, aber eine Dreiviertelstunde Spielzeit von "Das Flug" und "Björn Peng"? Zu kurz. Ganz klar.



Aufheiterle

Ich weiß nicht, welcher Künstler das war, aber er trug eine Gasmaske und forderte zum Wettsaufen auf. Ich liege am Boden.

Fazit

Geiler Scheiß. Das letzte Mal habe ich "Björn Peng" vor zwei oder drei Jahren in den Bunkern der KTS gesehen. Auch heute macht er Spaß. "Das Flug" und "E123" waren aber mindestens genauso stark. Was im Thekenraum los war? Nicht so viel, dazu wurde im Saal zu viel geboten.

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