Nightlife-Guru: Money Boy ist wirklich so kacke wie sein Ruf

Nightlife-Guru

Er holt kleine Britneys auf die Bühne, setzt ihnen die Wodka-Flasche an und grapscht drauf los. Rapper Money Boy ist am Donnerstag in Schmitz Katze in Freiburg aufgetreten. Es war so schlimm wie erwartet:



Der Fan und die Jungs vor der Tür

Er trägt einen Campinghut, der mit Geldscheinen bedruckt ist. Auf dem Shirt ist Mona Lisa, nur, dass sie Cap und Goldkette trägt und als Money Boy verunstaltet ist. Der kleine Fan scheint bestens vorbereitet, erzählt von seinen vergangenen Konzerten mit dem Boy. Auf Grund seiner Erfahrung weiß er, dass man sich das Konzert nicht nüchtern geben sollte. So kommt er von der Bar mit 10 Shots zurück. Schlaues Kerlchen, hätte ich im Nachhinein auch machen sollen.

Zu meiner Verwunderung füllt sich der Laden. Der erste Bodyguard kontrolliert sorgfältig, wagt sogar einen Blick unter den Campinghut und in die Hosentasche. Hätte er lieber bei dem Star - Star? Hauptakteur? Rapper? - machen sollen.  Der zweite Bodyguard fragt mich nach meinem Ausweis und wünscht mir viel Spaß. Ha-ha, sehr witzig.

Inneneinrichtung und Deko

Leider hängen keine Geldscheine von der Decke und es liegen auch keine Münzen auf dem Boden. Alles ist wie immer in der Katze. Ein paar männliche Groupies tragen Dollarzeichen um den Hals und dienen als Dekoration. Links neben der Bühne ist eine schwarze Kammer aufgebaut und an der Wand hängen neben dem Holzkopf der Katze ein paar Leuchtstrahlen. Zu beachten sei bitte das Rauchen-verboten-Schild!

Wer war da?

Als eines der wenigen Mädchen fühle ich mich wie die Bachelorette. In der Hand halte ich Blondie, mein Ein-Liter-Decker-Bier. Die Jogginghosen der Jungs haben Löcher und sitzen tief. Der Campinghut unseres Freundes am Anfang scheint seine Runde zu machen.

Einer trägt dazu noch eine runde, viel zu große Hippie-Brille, damit ihn Money Boy mit seiner Goldkette nicht zu sehr blendet. Von Informatikern, ein paar Mädels, die aussehen wie Britney in „Baby one more time“ und Gangstern ist alles vertreten. Man kommt ins Gespräch und schnell stellt sich raus: Man ist nur da, um live zu sehen, wie kacke Money Boy tatsächlich ist.

Party-Atmosphäre und Klangwaren TÜV

Es ist wie bei DSDS, oder Mitten im Leben. So schlecht, dass man es sich dann doch anschauen muss. Gerade bei DSDS sind die Castings mit Leuten wie Menderes das Highlight der Staffel. Doch kann Menderes mit den Jahren besser singen als Money Boy. Er probiert es wenigstens. Der Boy singt gar nicht erst. Er nuckelt erst an der Smirnoff-Flasche, dann an der Absolut und zieht zwischendurch am Joint.

Wie gesagt, man beachte bitte das Rauchen-verboten-Schild. Der Boy aka Flirt aka Dr. Kid Swagger aka Iceman aka Pineapple - The Fruit Dude sieht tatsächlich aus wie eine Ananas. Das einzige, was richtig big an diesem Abend ist, ist sein Doppelkinn.

Es läuft Playback, doch  bis auf ein „Jo“ kommt nichts aus ihm raus. Meine neuen Kollegen regen sich furchtbar auf, sagen, sie könnten jedes Lied auswendig, aber das was da vorne läuft, hätten sie noch nie gehört. Es werden nur zwei Songs des Cash-Flow-Albums gespielt, wobei das eigentlich die Cash-Flow-Tour des Österreichers sein sollte.

An der Bar

Hier herrscht Hochbetrieb. Die Leute halten nicht nur ein, sondern zwei oder drei Biere in der Hand. „Zu Money Boy kann ich nicht nüchtern gehen“, heißt es immer wieder. Man hat auch genügend Zeit um Vorzuglühen. Der Prinz von bel Österreich lässt auf sich warten. Erst um 21.30 Uhr wagt er sich auf die Bühne - eineinhalb Stunden zu spät.

Aufheiterle

Die Zuschauer. Man freundet sich schnell an und kann eigentlich nur darüber lachen, was da gerade abgeht. Dass ihn jemand mit Klopapier beworfen hat, das war witzig. Dass er darauf für zehn Minuten im Kämmerchen verschwindet, nicht. Oder doch?

Aufregerle

Ja, wo soll ich denn da anfangen? Money Boy selber blickt nicht mehr durch. Die Augen sind nach der dritten Tüte so dünn wie der Joint selbst. Jedenfalls riecht es so. Die Altersbegrenzung ist ab 16, aber 16-Jährige dürfen nun mal keinen Wodka trinken! Money Boy holt die Britneys trotzdem auf die Bühne, die ausgelassen tanzen und der Reihe nach die Flasche angesetzt bekommen. Dazu werden sie noch begrapscht. Ganz toll:



Bei Circus Halligalli hat er den goldenen Mummberto für „verblüffende Ansichten“ verliehen bekommen. Von mir gibt es den Dummberto - aus Plastik.

Fazit

Das alles kann man nur angeheitert verkraften. Wenn man sich sein Joiz-Interview (siehe unten, ab 0.50 min) anschaut und  bei jedem „Und so“ einen Shot trinkt, dürfte das ausreichen. Dumm verkauft sich gut. Der Boy weiß einfach, wie man Money am haven tun ist. Er ist eine Kunstfigur, doch auf seinem Hemd steht es geschrieben: Houston. Ja, wir haben ein Problem. Nach diesem Abend ist sogar der Swag weg.



Mehr dazu:

 

Fotos: fudder

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