Nightlife-Guru: Kneipenfasnet am Rosenmontag in Freiburg

Nightlife-Guru

Die Stimmung war "Atemlos" und Helene Fischer "Leider Geil": Unser Nightlife-Guru war am Rosenmontag auf Freiburger Kneipentour und wollte sich ein Bild von der neu eingeführten Beizenfasnet machen. Am Ende ist er im Schlappen versumpft - mit einem grünen Kobold:



Die Narren vor der Türe

Freiburg, die grüne Stadt, ist knallbunt. Konfetti liegt zermatscht auf den nassen Straßen. Rote, blaue und gelbe Gutsle kleben an den Schuhsohlen. Wie sagt man so gerne: „eine Traube“ von Menschen wartet vor dem Eingang. Doch „eine“ ist heute durchaus untertrieben. Ganze Reben wollen sich einen Platz in einer der Freiburger Kneipen und Beizen ergattern.

Da es schon während des Umzugs anfängt zu regnen, sind diese schnell voll. Voller als der Umzug. Voller als die Narren. Kein Wunder. Manche haben mit ihrem ersten Bier bereits um elf Uhr im Feierling begonnen.

Im Nass stehen sie draußen, diese Narren – und ich mitten drin, wobei ich doch gar kein Fasnetstyp bin. Mit kleinen Schritten komme ich in der Schlange vorran. Verlaufene - Fasnachts- - Schminke im Gesicht und Bier in der Hand: Ist das etwa ein Walk of Shame?

Fast bin ich da, am Eingang, bei den Türstehern. Aber die sehen so gar nicht nach „Fiesta, Fiesta Mexicana“ aus. Mundwinkel hängen unten, die Stirn runzelt. Bei den schrägen Kostümen der Besucher denken die sich wahrscheinlich eher „Du bist schon wieder hässlich“ - gleich dem Schlagerlied von Micky Krause.

Nach mehreren Minuten – 0,33 Liter Pils – bin ich endlich in Bar eins: Schlappen.

Die Snapchat-Story des Nightlife-Gurus mit Videos:



Aufregerle

Ursprünglich hatte ich vor, eine kleine Kneipentour zu starten und mir ein Bild der ersten Beizenfasnet in Freiburg zu machen. Ein Bierchen, immer in einer anderen Location: Das war mein Ziel.

So wollte ich nach einer halben Stunde Schlappen meinen nächsten Abstecher im ersten der zehn Beizen, Hackls Zapfbar, machen. Doch überall dort, wo ein Besen vor der Tür hängt und so Narren willkommen sind, ist es voll. Zu voll. So gehe ich weiter zum Feierling.

Wieder anstehen, wieder nass, wieder ein Walk of Shame. Doch im Feierling läuft – oh Wunder – die gleiche Schlagermukke wie bei Hackl und Schlappen auch. Es sind die gleichen Kostüme, der gleiche hohe Alkoholpegel.

Da ich bisher länger draußen angestanden als drinne gefeiert habe, beschließe ich, nur noch einen Blick in die nächste Kneipe – Tacheles - zu werfen. Spoiler: es läuft Schlager, es gibt Bier, verkleidete Bedienungen und alle tanzen auf den Tischen. Also zurück in den Schlappen. Hier muss ich mich wenigstens nicht mehr anstellen, hier kenn ich bereits Hinz und Kunz.

Wer war da

Dr. Sommer, ein Herr im weißen Arzt-Kittel, zieht sich einen Tequila nach dem anderen rein. Seinen Rat sollte man sich heute lieber nicht mehr zu Herzen nehmen: Schnell weg mit der Bravo.

Besonders auffällig sind zwei Männer, die als Mickey Mouse verkleidet sind. Beide tanzen so ausgelassen, als wären sie Beyonce in „I´m Single Lady“. Geknutscht wird auch. Generell sehr viel sogar. Sind wir hier etwa beim Bachelor?

Trotz Mickey, Batman und Schlumpf: Das beste Outfit, am auffälligsten und immer ein Highlight, selbst an Fasnet: Dragqueen Betty BBQ in Hackls Zapfbar.

Inneneinrichtung und Deko

Die Narren selbst! Mehr Deko braucht es nicht und würde auch gar nicht reinpassen. Luftschlangen, Luftballons – klar die sind überall. Der Rest wird abgerissen.

Aufheiterle

Ein grüner, irischer Kobold – Leprechaun genannt – steppt auf der Theke. Über ihm ein Ventilator an der Decke. Kobold hüpft und überlebt – Ventilator nicht. Der hängt nun schräg und hat aufgehört sich zu drehen. Der grüne, kleine Mann wollte seinen Hut festhalten, hat aber daneben gegriffen. Zwar wird er in Mythen oft in Verbindung mit verborgenem Gold gebracht, doch das einzige was er bei der Aktion abgestaubt hat: den Staub vom Apparat.

Party-Atmosphäre und Klangwaren TÜV

„Wir tanzen auf den Tischen, die Stimmung ist“ - „Atemlos“ Deichkind trifft auf Helene Fischer und die ist um Mitternacht nach ein paar Bier „Leider geil.“

Fazit

Dank der neu eingeführten Beizenfasnet war allgemein mehr Fasnetstimmung in Freiburg, als die Jahre zuvor – soweit ich es empfunden habe. Doch die gut gefüllten Kneipen bringen auch lange Warteschlangen mit sich. Aber einmal drin, lohnt es sich, egal ob Schlappen oder Beizen.

Freiburg, du Klein-Köln!