Nightlife-Guru: Fest Van Cleef Warm Up Party im Kamikaze

Nightlife-Guru

Um einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Fest Van Cleef auf dem ZMF zu geben, waren Thees Uhlmann von Tomte und Simon Den Hartog von den Kilians am Samstag im Kamikaze und spielten an zwei Akustik-Gitarren ein eineinhalbstündiges Set, bestehend aus Liedern ihrer eigenen, befreundeten und Lieblingsbands. Wie war es, lieber Nightlife-Guru?

Die Jungs an der Tür


Hatten ziemlich viel zu tun. Schon um halb zehn zur offiziellen Einlasszeit reicht die Schlange vor dem Eingang bis auf die Straße. Wer jung aussieht und keinen Ausweis dabei hat, wird direkt wieder nach Hause geschickt. Verwirrungen stiftet das Kombiticket: Wer nach dem Konzert noch bleiben will, soll zwei Euro mehr drauf zahlen.

Auch Thees Uhlmann sitzt vor der Tür, genauer gesagt vor dem Brunnen in Oberlinden. Von dem ganzen Trubel lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern widmet seine Aufmerksamkeit seiner Begleitung.

Inneneinrichtung & Deko

An der roten Kamikazewand fallen vor allem die Schweißperlen auf. Schon nach einer halben Stunde gleicht die Luft der in Bangkok. Außerdem riecht es wie im Tigerkäfig. Wie war das noch mit der neuen Lüftung?

Wer war da?


Natürlich Thees Uhlmann und Simon Den Hartog, die selbsternannte "größte Lüge der Kulturgeschichte". Wenn sie sich mit dieser Betitelung mal nicht ins eigene Fleisch schnitten. Zwar ist die Songauswahl, die sie an ihren zwei Gitarren präsentieren akzeptabel - viel Kilians, viel Tomte, ein bißchen Kettcar, jeweils einmal Element of Crime, Travis und The Killers - aber mehr als okay ist das nicht.

Und warum ausgerechnet "Human" von den Killers gespielt wird, ist und bleibt ein großes Rätsel.

Den Opener des Abends - Fight The Start von den Kilians - schmettern sie noch über die Anlage heraus, sind aber von dem Sound ziemlich genervt. Also Stecker raus und den Rest des Konzerts akustisch weitermachen. Zwischendurch gibt es die bekannten Anekdoten von Thees Uhlmann, der allerdings nicht in Bestform ist. Seine Witze wirken teilweise gequält ("Warum heißt Aldi Aldi? All die schönen Sachen."), das merkt er auch selber und entschuldigt sich dafür.

Simon sieht man den Respekt vor seinem Mentor Uhlmann an. Nach und nach taut er aber auf und bringt andere mit seiner Akustik-Version von "When will I Ever get home" zum Schmelzen.

Natürlich ist auch Publikum da: Tomte- und Kilians-Fans, Indie-Fans und viele weitere unter 30-Jährige. Man sieht viele Leggins, kurze Kleider, Röhrenjeans und Chucks.



Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Während des Konzerts herrscht eine Stimmung wie am Lagerfeuer. Zwei Jungs mit Gitarre, schummriges Licht und Lieder über Liebe. Einige Mädels sind ganz auf- oder erregt, weil der Sänger von den Kilians da ist. Kein Gekreische, dafür aber Getuschel. Alles nett, alles schön.

Auf der anschließenden Party mit den DJ's Loopin' Loui und Triple F geht dann ein bißchen mehr die Post ab. Zwar werden Normale-Ticket-Besitzer von den Kombi-Ticket-Besitzern selektiert (siehe Aufregerle), aber es sind noch genug Leute da, um die Tanzfläche zu erobern. Und das geht zu Musik von The Strokes, The Rifles, The Kooks, Mando Diao und Konsorten besonders gut.

Leider nutzen Uhlmann & Den Hartog die Party nicht, um mit ihren Fans ein Bierchen zu trinken. Etwa 30 Minuten nach dem Konzert sind beide auf dem Weg ins Hotel, was der Party zwar keinen Abbruch tut, aber ein kleiner Wermutstropfen ist das schon.



Auf dem Klo um halb Vier

Wird erstmal kontrolliert, wie schlimm die Schweißflecken wirklich sind.

Aufregerle

"Und nach dem Konzert geht ihr dann nach unten und sucht die Leute mit den normalen Stempeln raus?" Diese Frage bejahten die Türsteher zwar von Anfang an, aber dass sie es wirklich tun würden, hätte wohl niemand gedacht. Pünktlich nach dem Konzert gehen die beiden im Kamikaze herum und kontrollieren mit der Taschenlampe, wer den Kombi-Stempel und wer den normalen Stempel hat. Die Leute, die nur für das Konzert gezahlt haben, werden nach Hause geschickt.



Aufheiterle

"In der Welt unbekannt, in Freiburg ein Star." Thees Uhlmann hat einfach einen Unterhaltungswert, auch wenn er mit seinen Sprüchen manchmal zu sehr versucht, witzig zu sein. Im Zusammenspiel mit Simon den Hartog, der mindestens genauso humorig ist, hat er das Publikum ziemlich schnell auf seiner Seite. Er sinniert über Promotheus, über die Mutter eines Freundes, die ihn Steve und nicht Thees nennt, und von Bands wie MGMT, die - seiner Meinung nach - maßlos überschätzt werden.

Fazit

Die Idee, mit einer Warm-Up-Party und zwei bekannten Musikern mehr Lust auf das Fest-Van-Cleef auf dem ZMF zu machen, ist ziemlich gut. Die Umsetzung hätte aber pfiffiger sein können. Letztendlich waren es eben doch nur zwei Jungs, die Songs auf ihrer Gitarre spielten.

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