Nightlife-Guru: Eröffnung von Schmitz Katze

Nightlife-Guru

Abenteuerspielplatz für Lausbuben und freche Gören, Bar, Campuscafé, Kultur- und Kunstort - all dies will Schmitz Katze werden. Am Donnerstag luden die Betreiber Jan Ehret und Markus Gut zur inoffiziellen Eröffnung. Klar, dass unser Nightlifeguru sich das nicht entgehen lassen konnte. Wie's war:

Die Jungs an der Tür...


...halten sich am Abend der offiziellen Eröffnung vornehm im Hintergrund. Sich in eine lange Schlange einreihen, und zittern, nicht reingelassen zu werden, weil irgendetwas mit den Augen, der Jacke, den Schuhen, dem Aufdruck auf der Jutetasche oder dem Mobilfunktelefon nicht stimmt, muss man nicht. Vielleicht ändert sich das schlagartig, wenn hier in Zukunft auch große Clubnächte stattfinden werden?

Inneneinrichtung und Deko

Erster Hingucker: Das große Katzenvieh, eine Holzbrettskulptur, welches ortsunkundigen Ankömmlingen zu verstehen gibt: Hier bist Du richtig. Zweiter Hingucker: Der Innenhof des Campus, der sich mit Bauwagen, Holzbrettbar, staubgrün bezogenem Sofa, Hollywoodschaukel, Strandkörben und zwei, drei Stahl-Feuerstellen irgendwo zwischen Zeltplatz, Kinderspielplatz und Stadtstrand einordnet. Gefällt mir aber ganz gut, der Anschein des Improvisierten, Unfertigen. Dritter Hingucker: Der Tresen, die Barwand und ein übermann- in diesem Fall: überfraugroßes Bild in der Hörbar; Dielenholz, dunkler Farbeinlauf, die Dame auf dem Bild ist tätowiert und trägt die Lippen rot, kein nerviges Kitschlicht; sieht gut aus, genauso wie die großflächigen Lichtspiele, die zu nächtlicher Stunde an die Fassade der Jazz & Rockschule geworfen werden.



Wer war da?

Vor ungefähr sieben Jahren haben Jute-Beutel die Modewelt erobert, nun scheinen sie auch in Freiburgs Mitte angekommen. Jeder dritte, vielleicht aber auch nur jeder vierte Gast trägt eine solche sozio-ökologisch unangreifbare Tasche. Davon einmal abgesehen haben sich kaum Menschen in die Haslacherstraße verirrt, die einer Klischee-Hipster-Beschreibung entsprechen.

In Sachen Stil und Mode ist das Publikum angenehm unaufgeregt, und auch sonst trifft sich zwischen Hollywoodschaukel im Außenbereich und der neu gestalteten Hörbar im Innenbereich ein entspannter Szene-Mix aus stadtbekannten Nachtschwärmern, Veranstaltern, Künstlern sowie Freunden und Bekannten der Betreiber.

Eröffnungsatmosphäre und Klangwaren-TÜV

In den vergangenen Wochen wurde gemunkelt, Schmitz Katze werde mit einer Funktion One-Anlage ausgestattet. Davon ist am Abend der Eröffnung allerdings weder etwas zu sehen, geschweige denn zu hören. Das müsste bei der ersten Großveranstaltung überprüft werden.

Draußen kaum vernehmbar: Eine publikumsverträgliche Mischung aus Hip Hop, Funk, Indierock, gegen später auch Elektro und trompetenlastiger Minimal-Polka, allerdings ab Rechner, ohne DJ. Braucht an diesem Abend auch niemand, denn es gibt genug zu tun: Leute gucken, Geschichten ausdenken, tratschen, kreative Ideen entwickeln und dazwischen Drinks und etwas zu essen holen.



Catering & Getränke

Es gibt Paloma Pink Grapefruit-Limonade in magenta-farbenen Dosen. Erinnert leicht an Sports Aquarius, ist auf jeden Fall voll Neunziger im Geschmack. Die Brause wird gerne mit Tequila gemischt, schmeckt aber auch pur oder mit Vodka. Letzteren gibt's auch, ebenfalls pur oder als Mische, genausow wie Gin Tonic, Cuba Libre, Bier und Soft Drinks. Die Preise bewegen sich nicht auf Dumping-Niveau, aber über die sechs Euro für 'nen Long Drink fluchen muss man auch nicht.

Zum Essen angeboten wurden Steaks, eine Kartoffelpfanne mit Fenchel und Salsiccie, pikant gewürzte italienische Würste. Diese schmeckt zu später Stunde leider ein wenig teigig, liegt vielleicht an der Sorte oder daran, dass wirklich nichts über Pauls "Lange Rote" auf dem Münsterplatz geht.

Um halb eins auf dem Klo

Nix los hier.

Aufheiterle

Babys in Tragesitzen. Endzwanziger und Mittdreißiger, die über Partnerschaftsprobleme klagen. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Aufregerle

Der Zigarettenautomat in der Hörbar ist sensibler als die exzentrischste Operndiva. Er nimmt kaum eine Karte an und schickt somit viele Besucher in einen ungewollten Kurzentzug.

Fazit

Ein Stadtstrand im Sommer ohne edlen (lies: langweiligen) Lounge-Charakter, eine schlicht aber behaglich eingerichtete Bar außerhalb ausgetretener Innenstadtpfade haben in Freiburg gefehlt. Schmitz Katze tritt an, diese Lücke zu schließen. Ein weiterer Schritt in eine neue Freiburger Urbanität? Der Nightlifeguru hofft darauf und wartet mit Spannung auf die ersten Clubveranstaltungen.

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