Nightlife-Guru: Drumpoet Night in der Zukunft, Zürich

Nightlife-Guru

Unser multitaskingfähiger Nightlife-Guru war am vergangenen Wochenende im Großeinsatz: parallel zur Pacha Night im Kagan und Jon Butler in Basel trieb er sich auch noch in Zürich herum. Dort hatte das Schweizer Vorzeigehouselabel "Drumpoet Community” in den Club Zukunft eingeladen. Hinter den Plattentellern: Dplay und Langenberg aus Essen und die Residents Soultourist.



Die Jungs an der Tür

Allein schon diese zu finden, ist gar nicht so einfach. Mit der Wegbeschreibung unterm Arm laufe ich die Langstrasse entlang, biege ab in die Dienerstrasse und stehe etwas ratlos in der Gegend rum. Kein Schild, keine Leuchtschrift, gar nichts.

Nach etwas Suchen entdecke ich in einem kleinen Seitengang einen weißen Zettel an einer unscheinbaren Tür. “Drumpoet Night” steht drauf, also muss ich hier wohl richtig sein. Direkt wird mir freundlich die Tür geöffnet, man begrüßt sich, ich zahle brav die 20 Franken Eintritt und schon laufe ich die Treppe hinunter in den Club. Security scheint hier noch ein Fremdwort zu sein.



Deko & Einrichtung

Kaum angekommen, verschlägt es mir schon die Sprache. Dieser Club ist echt klein! 220 Leute passen maximal rein, lasse ich mir später erzählen. Die Decke ist nicht mal drei Meter hoch, Holzboden, Spiegelkugeln so weit das Auge reicht, eine lange Bar und es ist sehr dunkel, ein absolut traumhaftes Ambiente. Die Wände werden alle drei Monate neu und mit einem anderen Muster tapeziert und es darf (noch) geraucht werden.



Wer war da

Das Publikum ist hier äußerst angenehm. Man merkt, dass die Leute kommen, weil sie einfach Lust auf Musik, Tanzen und gute Drinks haben. Hier gibt es keinen Dresscode, kein Sehen-und-gesehen-werden. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 25 Jahren. Es wird schnell klar, hier dreht sich alles um Party. “House Music all night long!” ist die Devise.

Natürlich schauen auch diverse Schweizer Produzenten und DJs vorbei, um mit ihren Essener Kollegen zu feiern und Kontakte auszutauschen.



Atmosphäre & Klangwaren-TÜV

Die Stimmung ist fantastisch! Der Sound in der Zukunft ist der absolute Wahnsinn, hier macht sich der Holzboden echt bezahlt. Die Bässe schieben, die Höhen sind glasklar und man hat ausnahmsweise mal nicht das Gefühl, dass einem jeden Moment von den Boxen das Ohr durchgeschossen wird.

Der Sound steht hier absolut im Vordergrund, trotzdem kann man sich selbst mitten auf der Tanzfläche noch angenehm unterhalten ohne sich anbrüllen zu müssen. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht!



Eine gute Party steht und fällt einfach mit einer guten beziehungsweise schlechten Anlage. Ron Schiller von Soultourist macht ein tolles Warm-Up und schon bald steigen auch Dplay und Langenberg ein und spielen im Grunde die ganze Nacht im Wechsel. Deepness steht hier ganz klar im Vordergrund heute, und gerade für solchen Sound ist die Anlage einfach prädestiniert.

Der Club öffnet erst um 24 Uhr und ab etwa 1 Uhr ist die Tanzfläche schon gut voll. Und so bleibt es auch den ganzen Abend. Der Club ist konstant gut gefüllt, ohne nerviges Geschiebe und Gedränge hat man immer angenehm Platz zum Tanzen und bekommt schnell seinen Drink an der Bar.

Das Set der drei Jungs besticht angenehmerweise nicht durch Funktionalität der einzelnen Tracks, sondern wie es sich bei einer guten Houseparty gehört, durch den Flow. Deephouse at ist’s best. Man merkt förmlich, wie die Leute in den Sound reinkippen und nach mehr verlangen.



Gegen 3 Uhr ist die Stimmung auf dem Höhepunkt, Dplay jagt “Supernovac” von I:Cube durch den Raum und die Hände wollen bei keinem mehr runter. Aber auch bei Tracks von Sascha Dive, Moodymann oder Classics von Mood II Swing drehen die Leute förmlich durch.

Um 5 Uhr mache ich mich verschwitzt und glücklich auf den Heimweg. Die Party ist natürlich noch längst nicht vorbei, in der Regel geht’s hier immer bis um 7h.



Catering

Wenn man in der Schweiz feiern geht, muss man sich über eines im klaren sein: Flatratesaufen is nich! Ein Bier kostet fünf Franken, der Gin Tonic allerdings stolze 19 Franken. Schmeckt dafür aber auch großartig. Auffällig auch, dass hier extrem gerne und viel Jägermeister getrunken wird und mit Vorliebe die Plastikbecher unter lautem Krach auf dem Boden zertreten werden.

Auf dem Klo um halb 4

Das Klo sieht um halb 4 immer noch so aus wie um Mitternacht, aber keine Putze weit und breit. Keine Ahnung wie die Schweizer das immer hinkriegen. Sehr nett auch das Hinweisschild an der Toilettentür, man soll doch bitte nur einzeln in die Klokabinen gehen.



Aufheiterle

Am rechten Ende der Bar sind diverse kleine Monitore installiert, auf denen man zum Beispiel die DJs bei der Arbeit, die Leute auf der Tanzfläche oder an der Bar beobachten kann aber auch kurze Filme und Videos gezeigt werden. Sehr coole Idee!



Fazit

Die Party war der absolute Knaller. Hier hat wirklich alles gestimmt und die Nacht wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Es ist einfach auch immer wieder eine Wohltat, einen neuen Club, andere Leute und Feiermentalitäten mitzubekommen.

Die Zukunft ist mit das beste, was ich je an Locations gesehen habe und ich war definitiv nicht zum letzten Mal hier.

Mehr dazu:

Web: Zukunft