Nightlife-Guru: Das Laurentiusfest auf dem Feldberg

Nightlife-Guru

Wandern, Bier trinken und noch mehr wandern - das Laurentiusfest auf dem Feldberg. Mittendrin, der Nightlife-Guru im Day-Time Außeneinsatz. Wie seine Expedition in die neue Welt der Bier-Wander-Lederhosen-Gemeinde verlief:



Die erste Hürde bestand für den Nightlife-Guru darin, entgegen seines natürlichen Rhythmus, überhaupt aus dem Bett zu kommen. Montagmorgen, 7.30 Uhr. Es musste sein. Man kann sich schließlich nicht aussuchen, wann die Party steigt. Das Ziel war klar: Irgendwie auf den Feldberg kommen, aber wie? Der Weg auf den Feldberg ist ja schon in der Skisaison eine halbe Weltreise. Also musste ein Auto her.

Wo geht's lang?

Nachdem ein Kumpel mit Auto mobil gemacht wurde, geht die Reise los. Eine Stunde und 1.122 Höhenmeter später steht der Nightlife-Guru etwas verloren auf dem Parkplatz des „Hauses der Natur“: Alles ist grau, der Boden matschig und die Todtnauer Hütte scheint auch irgendwo anders zu sein. Ein Blick auf die Uhr: Es ist 9 Uhr, bis zur Party hat er noch eine halbe Stunde. Was er dagegen nicht hat, ist einen Plan, wie er zur Todtnauer Hütte gelangt.

Da kommt eine Herde aus Lederhosen und stampft zielstrebig am Nightlife-Guru vorbei. Die scheinen einen Plan zu haben - also hinterher. Es geht steil den Berg hoch, an mähenden Schafen vorbei und dann lange gerade aus. Eine Stunde und 2,5 Kilometer später steht er erschöpft aber glücklich im Bierzelt der Todtnauer Hütte.



Wer war da?

Dem Nightlife-Guru wird schnell klar: Das hier ist weder Rentnerfest noch Hüttengaudi noch Familienausflug, nein - es ist alles auf einmal. Der heilige Laurentius hat es geschafft, jung und alt, Studenten und Opas, im Herzen jung gebliebene Rockerbräute und brave Heidis zusammenzubringen und wild zu mischen.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die zeitlose Mode von Lederhose und Dirndl lebt ihre Blütezeit aus – mal blickt er in vollbusige, faltige Dekolletées, mal schaut er in Schale geworfenen Lederhosen-Knackärschen hinterher oder bewundert höchst ausgefallen dekorierte Hüte, auf denen man fast einen ganzen Bauernhof antrifft.



Atmosphäre

Das Bierzelt, ein lautes Meer aus Lederhosen und Dirndl, ist gut gefüllt. Hungrig schiebt sich der Nightlife-Guru an den trompetenden Lederhosen vorbei zum Wurst-Brezel-Bier-Stand. Zwei Brezel später fühlt er sich gestärkt und erkundet Bierzelt und Umgebung: Im Bierzelt ist die Stimmung gut, alle haben einen Messbecher Bier in der Hand und unterhalten sich lautstark quer über den Tisch.

Der Nightlife-Guru war zwar noch nie auf dem Oktoberfest, aber das hier entspricht eindeutig seiner Vorstellung von einem. Draußen, etwa 100 Meter weiter, drängelt sich die nächste Menschenmenge um die kleine Laurentius Kapelle. Hier ist die Stimmung andächtig statt ausgelassen. Alle lauschen gebannt dem Pfarrer, der über Lautsprecher verkündet, warum wir kein christliches Land mehr seien.

Auf dem Klo

Auf ein stilles Kommando hin setzt sich das Bierzelt der Todtnauer Hütte nach und nach in Bewegung. Schon bei dem Gedanken an noch mehr wandern tun dem Nightlife-Guru zwar die Füße weh, aber der Herdentrieb zieht ihn mit – es geht zur nächsten Hütte. Wieder den Berg hoch, diesmal einem braunen Mops hinterher.

Eine halbe Stunde und 180 Höhenmeter später, steht der Nightlife-Guru schwitzend im Bierzelt der St. Wilhelmer Hütte. Es ist zwar etwas kleiner und voller als das letzte Zelt, doch das scheint die Leute nicht zu stören. Der Großteil der männlichen Anwesenden ist sowieso bereits betrunken, steht am Bierstand oder pinkelt den Kühen entgegen. Das weibliche Publikum verzweifelt dagegen an den „wegen Wassermangel“ geschlossenen Toiletten.



Gehen oder sitzen?

Auch der Nightlife-Guru hat einen Platz gefunden. Eingeklemmt zwischen zwei schunkelnden Lederhosen, mit einem Bier in der einen und der dritten Brezel in der anderen Hand, schunkelt er mit. Irgendwann nach dem zweiten Bier kommt wieder ein stilles Kommando und die ersten verlassen das Zelt in Richtung der dritten Hütte. Der Nightlife-Guru will eigentlich nicht gehen, weder zur nächsten Hütte noch den ganzen Weg zurück. Einfach sitzen bleiben ist aber auch keine Lösung.

Also macht er sich auf den Heimweg. Den Berg runter, durch das immer noch volle Bierzelt der Todtnauer Hütte und immer weiter geradeaus. Der Guru orientiert sich an der Spur aus Bierflaschen, die einige Lederhosen ausgelegt haben, damit niemand auf dem Weg zum Parkplatz verloren geht - im Schwarzwald hilft man sich halt.

Fazit

Müde vom vielen Wandern, Schunkeln, Brezeln essen und Bier trinken fällt der Night-Life Guru ins Bett. Eins ist ihm jetzt klar: Das Laurentiusfest bringt Menschen und Generationen zusammen. Vielleicht nicht in stillem Gedenken wie der Pfarrer es gerne hätte, aber dafür auf einer feuchtfröhlichen Wanderung.

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Fotos: fudder

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