Nightlife-Guru: Bermuda Dreyeck im Crash

Nightlife-Guru

Samstagabend, Crash: Bei der Bermuda Dreyeck Radio-Dreyeckland-Soli-Party gibt's vor vollem Haus Oldschool-HipHop, Breakz und Drum'n'Bass. Unser Nightlife-Guru hat die Party kontrolliert.





Die Jungs an der Tür

Eintritt: Vier Euro. Dieser Betrag geht komplett an Radio Dreyeckland, das die Unterstützung bitter nötig hat.


 
Der Stempel „HIP-HOP rules“ stammt noch aus der HipHop-Jam-Zeit im Crash. Ich war damals dabei und freue mich über die schönen Erinnerungen an Abende mit Freunden. Der freundliche Türsteher grinst und sagt „Na, da freuste dich aber gell?“ Wenn der nur wüsste. Sofort treffe ich alte Bekannte und man redete über, na was wohl? HipHop rules und das bleibt so! WORD!

Einrichtung & Deko

Das sagenumwobene Crash mit seiner riesigen Theke und den wohl coolsten Bardamen der Stadt sprüht heute Abend einen netten Charme aus und lädt ein, um sich richtig in die Party zu stürzen. Beide Räume sind eigentlich wie immer, nur dass die DJs in der Ecke auflegen und somit mitten im Partygeschehen sind. Die Nerds von Blauton.org zeigen uns live ihre wirklich fantastischen VJ-Künste. So sieht man zum Beispiel Messer umherfliegen, Totenköpfe explodieren, immer wieder Farbwechsel und gute Schnitte, die zeigen, dass hier keine Anfänger zu Gange sind.

Klangwaren-TÜV und Party-Atmosphäre

Das Crash kennt wohl jeder in Freiburg. Liebe oder hasse es, es gibt nichts dazwischen. Sonst gibt es am Wochenende eher Metal, Rock, Hardcore und punklastige Kost. Aber diesen Samstag wird mal wieder zu dreckigen Breaks, Elektro, HipHop und Reggae gehottet und sichtlich geschwitzt. Die Anlage ist extrem basslastig und gegen Ende zitterten sogar die Gläser an der Theke.

Heute Abend sind die DJs des Radio Dreyeckland zu Gast. Der Flyer mit der Kassette kündigte die mittlerweile zwölfte Bermuda-Dreyeck-Party an. Eigentlich eine einfache Rechnung: fähige DJs + für eine gute Sache = Gute Party.



Gegen Mitternacht füllt sich das Crash doch recht rasch. Aus den Lautsprechern scheppert indes feinster Oldschool-HipHop an der Bar und im großen Raum Elektrogeschrammel, das einen Wissen ließ, dass es heute keine halben Sachen gibt. Ganz oder gar nicht. Die Vielfältigkeit der DJs spiegelt sich in der Musikauswahl wider: Hits wie „Dance“ von Justice werden gespielt,  Modeselektor darf frickeln, Don Rimini und The Kills geben dann aber auch jedem den Rest.

Gegen 2 Uhr ist der Laden brechend voll. Ausgelassen wird getanzt und ich merke jetzt schon, dass wahrscheinlich sogar Alkohol in der Luft ist.



Sicher führen die DJs auf beiden Floors durch den Abend. Wobei ich mich selber, wie so oft, an der einladenden Theke festquatsche. Hier fällt mir auf, dass Kefian und Rest fast genau meinen Geschmack treffen; zum Glück gibt es noch ein Paar Menschen an den Rädern aus Stahl, die alten HipHop und aktuelle Produktionen in einen flüssigen Mix verpacken können.

Besonders DJ Netto und MC Fava geben die letzte Stunde auf dem Großen Floor noch mal richtig Gas. MC Fava gibt gekonnt die Nabelschnur zwischen DJ und Publikum, und Netto holt das Letzte aus dem tanzenden Ameisenhaufen heraus.
 
 

Wer war da?

Im Crash sieht man einfach alle Sorten Mensch: Punks, Studenten, Rapper, Junglists, Bauarbeiter, Streetwearsüchtige, Rocker und sehr schöne Freiburger Frauen. Im Crash feiert man meistens nett miteinander und hat eine stressfreie  Zeit. Man wird aber auch in Ruhe gelassen, wenn man keine Lust auf Gesellschaft hat.

 

Catering

Nur schwer meistern die Schönheiten den großen Andrang der Durstigen. Es wird sehr viel getrunken heute Nacht, egal ob Bier (0,4l zu 2,60 €) oder Shots, Whiskey-Cola oder Wodka-Bull zu hinnehmbaren Preisen.



So warte ich doch recht lange auf mein Bier. Der angetrunkene Gesichttätowierte neben mir dreht komplett am Rad, weil er während des Wartens fast mit dem Boden verwächst. Zugeprostet haben wir uns trotzdem.

Auf dem Klo um halb vier

Wer im Crash größere Geschäfte verrichten möchte, sollte sich eine Maske mitnehmen. Wer nur pinkeln will, holt kurz Luft und legt einen schnellen Boxenstopp hin. Wobei man sagen muss, dass die Toiletten seit der Renovierung sich wirklich verbessert haben, es gab wirklich schon schlimmere Abende mit dem Crashklo.

 

Aufheiterle

Zum Lachen gibt’s auf solch rauschhaften Veranstaltungen immer viel. Zum Beispiel lausche ich einer Unterhaltung über Geschlechtsorgane zwischen einem herrlichen naiven Anatomie-Paar. Ich kann es kaum Glauben, aber das Mädchen behauptet, dass der Penis aus Knorpel besteht. Bei mir Kopfschütteln. Aber dann kommt ihr Freund an und korrigierte sie mit „Ähm, Nein, das ist doch ein Knochen“ Ich kläre die beiden mit der Hilfe meines Medizin studierenden Freundes auf, er weiß sogar, dass einer der drei Schwellköper Spongiosum heißt, und wir sind dem Lachkrampf nahe. Aus was sind eigentlich Brüste? Ach stimmt … ZUCKERWATTE!

 

Fazit

Eine sehr gelungene Bermuda Dreyeckland-Party mit gutgelaunten Leuten im Musikkeller. Das nächste Mal einfach mehr Höhen und es wird wieder ein Riesenspaß.