Nightlife-Guru: Beim schottischen Volkstanz "Ceilidh" in der BarTasia

Nightlife-Guru

Wanderschuhe, nassgeschwitzte T-Shirts, schottische Musik: Der Nightlife-Guru war in der BarTasia und hat frei nach dem Motto "Leave your comfort zone" beim schottischen Volkstanz "Ceilidh" mitgetanzt. Es war natürlich großartig:



Die Schurwoll-Pulli-Träger neben der Tanze

Türsteher gibt es in der BarTasia keine. Jeder kann sich an dem Barmann vorbeischlängeln und in den hinteren Raum des Raumes vordringen. Dort ist eine 8x4m große Fläche, die bei meiner Ankunft noch leer ist. Die Bühne also. An den Tischen rundherum sitzen aber schon ein paar Leute. Auch sie wollen nachher Ceilidh tanzen.

Es kommen immer mehr Menschen in den Raum: Männer und Frauen, alle zwischen 18 und 35 Jahre alt und sehr bodenständig. Sie tragen T-Shirts aus organic cotton, Pullover aus Schurwolle, lange, viel zu weite Hosen und Wanderschuhe, die schon einige Wanderungen hinter sich haben. Die Experten unter ihnen tragen Hüte und Westen. Echte Profis eben. Der Nightlife-Guru hat sich für Jeans und T-Shirt entschieden.

Die Leute unterhalten sich eifrig und lachen herzhaft. Sie sitzen zu zweit, zu viert und in größeren Gruppen an den Tischen. Auch ich als Neuling werde herzlich begrüßt und sofort in die schottische Gemeinschaft aufgenommen.

Die Vortänzerin

Um 17 Uhr kommt dann schließlich die Anleiterin auf die Bühne: Sie ruft alle Tänzer und Interessierten auf die Bühne. Ein paar Pärchen haben sich bereits gebildet, aber auch Leute ohne Tanzpartner, also Leute wie der Nightlife-Guru, bleiben nicht lange alleine. Alle sind sehr locker, es gibt keine festen Tanzpärchen. Alles wechselt. Jeder ist willkommen.

Meinem Tanzpartner vertraue ich an, dass ich noch nie Ceilidh getanzt habe. Er sagt, das mache nichts, ich müsse nur bis vier zählen können. Wenn das so ist, bin ich beruhigt. Die Anleiterin erklärt dann die ersten Schritte und alle tanzen die Schrittkombination nach. Nach ungefähr drei Probedurchgängen wird die Schrittfolge mit Musik geübt, schneller natürlich. Mit schottischer Musik, ist ja klar.

Das sah dann ungefähr so aus:



Tanzwaren-TÜV

Ceilidh nennt sich das ganze Spektakel. Und ja, ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, wie man das genau ausspricht, aber das ist ja auch egal. Die Tänze sind jedenfalls simpel und schnell zu erlernen. Ich kann mir die Schritte gut merken: Vier Schritte vor, vier zurück. Galopp nach links, Galopp nach rechts, Chassé, springen rechts, winken rechts, springen links, winken links. Oder so ähnlich. Zwischendurch wechselt zwar der Partner, aber am Ende hat jede Frau wieder ihren Mann zurück. So sollte es zumindest sein, dann hat man alles richtig gemacht. Insider verraten mir noch, dass es unzählige schottische Tänze gebe, aber sie wiederholten sich bei den Treffen oft.

Die Pause

Nach drei Tanzrunden wird jeweils eine zehnminütige Pause gemacht. Die können alle gebrauchen: Die T-Shirts sind inzwischen nass und die Gesichter rot, aber das Lachen vom Anfang ist geblieben. Auch ich habe meinen Pullover ausgezogen. In der Pause setzen sich die Tänzer wieder an ihre Tische und quasseln. Die Gesprächspartner wechseln und mit ihnen auch die Themen: Es geht um die Uni, das Kind, die Masterarbeit, den Schnee, Dublin und um Kopfschmerzen.

Die einen trinken eine kalte Fanta, die anderen löffeln einen heißen Kakao. Der Löffel aus dunklem Holz ist zwar etwas grob und unhandlich, aber das scheint hier keinen zu stören. Auf manchen Tischen stehen sogar Teller mit Putenfleisch, Gemüse und Reis. Nein, essen könnte der Nightlife Guru jetzt nichts, sonst würder er müde werden und müsste sich auf die Eckbank legen.

Aber das ist ja das schöne an den schottischen Tänzen in der BarTasia: Jeder kann machen was er will: Essen, trinken, reden, tanzen. Und jeder kann kommen und gehen wann er will. Manche ziehen sich in der Pause aufs Klo zurück. Während man auf dem Klo sitzt kann man sich selbst im Spiegel betrachten. Und nicht nur das Gesicht, sondern Ganzkörper-Format. Das findet der Guru etwas etwas irritierend, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Aufregerle

Plötzlich, in einer ultraschnellen Drehung, verliert einer der sehr engagierten Ceilidh-Tänzer seine Brille. Wie in Zeitlupe fliegt sie in einem hohen Bogen auf den Boden. Bääääm. Kaputt ist sie nicht. Glück gehabt! Trotzdem legt der Tänzer sie zur Seite - Vorsichtsmaßnahme. Ceilidh kann eben wild und schnell sein.

Aufheiterle

Um 19 Uhr 45 Uhr schaut der Nightlife Guru auf seine Uhr. Was? Die drei Stunden sind schon fast vorbei? Selten war etwas so kurzweilig wie Ceilidh.

Fazit

Der Nightlife-Guru muss zugeben, dass schottische Tänze etwas Besonderes sind. Die Schritte und Drehungen sind auch für Anfänger leicht zu lernen und entwickeln ihre ganz eigene Dynamik. Ganz gegen seine Erwartungen, hatte er einen wirklich schönen Abend und hat viele nette Leute kennengelernt, die ihn mit Offenheit empfangen haben.

Er überlegt sich wirklich, demnächst wieder in die BarTasia zum Ceilidh zu gehen. Dann vielleicht auch in Wanderhose.

Mehr dazu:


Was:
Ceilidh in der BarTasia
Wann: Jeden Sonntag von 17 bis 20 Uhr
Wo: BarTasia, Kaiser-Joseph-Straße 278