Nightlife-Guru: Auf einer der letzten Clubnächte im White Rabbit

Nightlife-Guru

Mit "The Final Klubnacht" endet die Reihe "Rabbit Clubnight" im White Rabbit. Die DJs Mars Leder und Miss 5 Guys haben Berliner Luft nach Freiburg geholt. Von Anfang an dabei: Der Nightlife-Guru. Lohnen sich die 10 Euro Eintritt?

Um etwa 23.25 Uhr kommt der Guru am Europaplatz an. Um das Siegesdenkmal ist es leer, nur ein paar Autos brausen über den Leopoldring. Der Nightlife-Guru glüht mit seiner Begleitung noch eine Kippe und geht dann zur Treppe, die hinab ins White Rabbit führt. Zwei Mädchen erwarten uns an der Kasse. Zehn Euro kostet der Spaß; nicht wenig für einen Studi, aber fast normal für einen Club am Samstag in Freiburg. Die Mädchen an der Kasse sehen, dass wir etwas unentschlossen sind. Zehn Euro, wollen wir da wirklich rein? Sie halten uns einen Sticker hin: KRANK. Das ist der Name einer Berliner Partyreihe, für die die DJs von heute sonst spielen. Berliner Luft weht heute also in Freiburg. Die DJs sind Mars Leder und Miss 5 Guys.


Der Guru und seine Begleitung schauen sich an. Berlin – das war noch nie eine Entschuldigung für hohe Preise. Aber die Musik aus dem Club klingt verdammt gut, und was sind schon zehn Euro, wenn man dafür gut tanzen kann?

Also zahlen wir und gehen rein – und uns erwartet erstmal ein leerer Tanzfloor. Um halb 12, eine halbe Stunde nach Beginn, ist noch niemand da. Die Barkeeper stehen bereit, der DJ spielt und auch ein Türsteher ist da, um für Ordnung zu sorgen. Aber die Gäste fehlen, wir sind die ersten, die kommen. Ist das einer der Gründe für den baldigen Niedergang dieser Location? Wir setzen uns an einen der Holztische und bestellen Cuba libre und Bier.

Das Aufheiterle

Die Garderobe ist im Eintrittspreis inbegriffen. Ebenso inbegriffen ist ausgedehnter Small Talk mit dem Typen an der Garderobe. Er spricht fast nur Englisch, sieht asiatisch aus und hat sich eine Hängematte aufgehängt. "Es ist besser, wenn man liegt, als wenn man sitzt" kommentiert er diese. Er ist nett, aber will auch sicher sein, dass der Abend gut läuft. Als er sieht, dass die Begleitung des Gurus eine große Umhängetasche abgehen will, sagt er gleich: "Ein, zweimal kannst du was abholen – aber dreimal nicht." Und fügt hinzu: "I am not your room". Zum Guru meint er, dass er später beim Abholen "Respect" zeigen soll. Nicht in der Schlange schubsen oder so.

Publikum

Das White Rabbit füllt sich langsam. Um halb eins tanzen etwa zehn Leute. Das Publikum ist zu Beginn vor allem männlich, im Laufe des Abends gleicht sich das Geschlechterverhältnis aber zunehmend an. Die Gäste tanzen drinnen oder rauchen draußen – an der Bar stehen nur wenige. Man trägt in der Regel Sneakers, Pulli oder T-Shirt – gerne in Kombination mit Cap und Bauchtasche. Drinnen rauchen ist laut Schild verboten – es machen trotzdem einige, und niemand hat ein Problem damit.

Das Aufregerle

Eine Bekannte des Guru holt sich ihre Sachen an der Garderobe ab. Dabei brennt sie sich ein etwa handballgroßes Brandloch in ihren Strick-Pulli. Liebes White Rabbit, vielleicht sind Kerzen im Bereich der Garderobe keine so gute Idee.

Berliner Luft

Die Party läuft und die Tanzfläche füllt sich immer mehr. Ab ein Uhr ist es voll genug, um sich auf der Tanzfläche zu verlieren. Alle tanzen zur sphärischen Musik, die Beats preschen voran, der Gin Tonic leuchtet im Schwarzlicht blau. Es ist besser, wenn man tanzt, als wenn man sitzt. Die zehn Euro Eintritt sind vergessen. Wir werden eins mit der Musik, wir tanzen und stampfen, lächeln uns an oder schauen zum DJ – keine Ahnung ob es gerade Mars Leder oder Miss 5 Guys ist. Wie schön es ist.

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