Nightlife-Guru: 100-Kilo-Party im Waldsee

Nightlife-Guru

Die erste Party Freiburgs für Menschen dies- und jenseits der 100kg-Marke war alles andere als "echt fett". Der Nightlife-Guru, sonst mit einer feinen Nase für gute Partys ausgestattet, fand sich am Samstag auf dem Holzweg im Waldsee: Niemand war da und Keiner kam auf die "Party mit Gewicht".

 



Die Jungs an der Tür

saßen, eigentlich unerkennbar als Türsteher, mit anderen Waldseemitarbeitern samt Chef an einer Bierbank und machten sich einen gemütlichen. Zum Eintritt verlangen kamen sie nicht. Und auch die eigentlich erwartete Waage fehlte.

Ambiente & Interieur

Typisch Waldsee, wie man ihn kennt. Keine übermäßige Deko, der Tanzsaal war schön übersichtlich, weil leer. Die Mitarbeiter, die zwischenzeitlich den leeren Gastraum nutzten, um ein paar Football-Pässe zu üben, hatten bestimmt wenig aufzuräumen. Oder gar nichts.

Klangwaren-TÜV

Der DJ, von der Statur her auf jeden Fall zur Party passend, legte nicht nur fette Beats auf. Hauptsächlich Party-Klassiker waren zu hören und, nicht überraschend: Alle Hits von Michael Jackson selig (der die Party-Gewichtsvorgabe wohl nie zu mehr als der Hälfte erreicht hat).

Wer war da?

Niemand. Also fast: Ein paar Gäste waren noch am Abend zum Essen da, manche hätten auch bleiben und sich breit machen können. Sonst waren Feierwillige eher dünn gesät. Alle halbe Stunde kamen zwei Leute an, die sich dann aber zum erwähnten Angestellten-Tisch gesellten und gemütlich und ironisch auf die Party anstießen.

Aufheiterle & Aufregerle

Der Spruch eines Waldsee-Mitarbeiters bei der Ankunft zweier Bekannter (beide schlank): „Jungs, setzt euch, trinkt was! Das wird ein Vollflopp, wie erwartet.“

Nachts halb eins auf dem Klo

Niemand da. So sauber erlebt man die Toiletten einer Party-Location Samstagnachts wohl selten.

Fazit

Wo war denn nun die "breite Masse" Freiburgs? Gibt es etwa in der Öko- und Müsliesser-Hauptstadt nur hagere und durchtrainierte Menschen? Unwahrscheinlich. In den Waldsee hatte es niemanden aus keiner Gewichtsklasse verschlagen.

Eine Antwort fand der Nightlifeguru auf dem Heimweg: Auch als tolerante Säulen schon längst tief rot leuchten, ist auf dem Oberlinden-Hock hinterm Schwabentor noch Remmidemmi. Ausgelassene Stimmung bis tief in die Nacht hinein. Vielleicht lag's also auch an der großen Konkurrenz – dem ZMF, der Sea of Love am Tunisee, der Beachparty in Freiamt , der fudder-PingPongParty und diversen Hocks.

Eher wohl aber daran, dass dieses Konzept (Zitat des Veranstalters Leo Fliegauf aus der BZ vom Samstag: "Im Ruhrgebiet hat sich gezeigt, dass solche Parties funktionieren.") in einer so kleinen Großstadt nicht aufgeht. Freiburg ist wohl einfach nicht "gewichtig" genug.

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