Nightfever: WarmUp-Messe für den Papst

Jan Wittenbrink

Während ein paar hundert Menschen am Freitagabend auf dem Innenstadtring demonstriert haben, feierten in St.Martin am Rathausplatz ein paar hundert Menschen Messe. WarmUp für den Papst bei Nightfever. Jan war für fudder dabei.



19 Uhr, St.Martin am Rathausplatz.
Freiburg am Abend vor Benedikt. Pilger mit Wanderrucksäcken und Schlafsack in der Straßenbahn, Polizei an jeder Ecke. Auch vor der Kirche St. Martin am Rathausplatz. Zwei Beamten stehen neben einem schwarzen Schild: „Nightfever. Mach die Nacht zum Tag.“


Die Kirche ist bis auf die letzte Bank gefüllt, die Menge erhebt sich zum Gottesdienst. „Hallelujah“ ertönt es aus vielen Kehlen. Zu Beginn der Messe herrscht am Eingang reges Kommen und Gehen. Ein Pilger hat sich einen Ausdruck eines Jesus-Gemäldes auf den Rucksack geklebt, manche tragen Papst-Souvenirs, einer einfach eine Deutschlandfahne. Eine ältere Frau hält jedem Neuankömmling ein Körbchen mit Papierschnipseln entgegen: Bibelstellen. „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“



Nightfever“ ging aus dem Weltjugendtag 2005 in Köln hervor und findet mittlerweile regelmäßig in über 20 Städten statt, in Freiburg etwa alle zwei Monate. Ein Gottesdienst, dann eine Nacht in der Kirche, mit Kerzen, Gebeten, Gesang und Gesprächen. „Die Leute können hier ein ganz neues Bild vom katholischen Glauben erhalten“, sagt Andreas Fritsch. Der 26-jährige Freiburger Theologiestudent ist einer der Organisatoren von Nightfever Freiburg.

In der Predigt fällt erstmals der Name Joseph Ratzinger: Pfarrer Peter Walter,  Freiburger Theologieprofessor, hat alte Mitschriften aus seiner Studienzeit in Rom mitgebracht: Sie stammen aus einer Vorlesung des damaligen Professor Ratzinger. Als die Messe vorbei ist, wird es dunkel in der Kirche, nur der Altar bleibt beleuchtet.

„Das waren sicher drei mal so viele Leute wie sonst beim Gottesdienst“, sagt Andreas Fritsch. Die Nightfever-Organisatoren sprechen auch Passanten vor der Kirche an, ob sie nicht hineinkommen wollen. „Etwa die Hälfte sagt Ja, es entstehen viele interessante Gespräche“.

In der Kirche wird leise gesungen. „Ich freu mich so auf den Papst“, sagt jemand am Eingang, „ich bin ganz aufgeregt, es ist ein Geschenk“, ergänzt eine ältere Dame. Vor der Kirchentür ist es dunkel geworden, jemand geht vorbei, wird angesprochen, er bleibt kurz stehen, geht dann auf die Kirche zu.