Nicolai Jan Hübner: Der Chill-out-Pianist aus der Ortenau

Hannah Kappis

Verträumt, entspannt, mystisch – so klingt die Klaviermusik vom 20-jährigen Ortenauer Nicolai Jan Hübner, der sich auf seiner Facebookseite selbst als "Piano Composer for Chill-out Music" bezeichnet. Wie der Newcomer über 6500-Facebookfans bekommen hat und mit seiner Musik Mädchenherzen höher schlagen lässt:

 
Ein blonder Wuschelkopf, ein verschmitztes Grinsen, eine Collegejacke und melancholische Klaviermusik – das ist der Stoff aus dem (weibliche) Teenieträume gemacht sind. Nicolai Jan Hübner weiß um seine Wirkung, und er weiß sie zu nutzen. Innerhalb weniger Monate hat sich der 20-Jährige eine Facebook-Fanbase mit über 6500 Fans geschaffen. Seit dem Abi konzentriert sich Nikolai ganz auf seine Musik: Er komponiert eigene Stücke, gibt Konzerte und hat bereits ein Album veröffentlicht.


Zum Klavierspielen kam er erst über Umwege: „Meine Noten im Fach Musik waren nicht so super, also beschloss meine Mutter, dass Klavierunterricht das vielleicht ändern könnte." Am Anfang war der damals 16-Jährige von dieser Idee nicht gerade begeistert. "Aber irgendwann hat es angefangen, richtig Spaß zu machen. Das habe ich also ihr zu verdanken."

Schon zwei Jahre später begann Nicolai, seine eigene Musik zu komponieren. Wie viele Teenager ging auch er immer öfter auf Festivals und Konzerte – und fragte sich irgendwann, wieso er selbst eigentlich nicht auch mal auf einer Bühne stehen sollte. Doch einfach die Songs anderer Künstler zu covern, lehnte er schon damals ab. „Mir war sofort klar: Wenn ich irgendwo auftrete, dann nur mit meinen eigenen Stücken. Alles kommt von mir selbst, darauf lege ich sehr viel Wert.“



Die Stücke, die Nicolai schreibt, liegen ihm sichtlich am Herzen, genau wie auch seine Zuhörer. Doch wie wurden die überhaupt so zahlreich auf den Ortenauer aufmerksam? „Ich hab einfach viele Leute per Nachricht bei Facebook angeschrieben und sie eingeladen, sich meine Musik anzuhören“, schildert Nikolai seine selbst erdachte Marketingstrategie. „Da meine Stücke sehr persönlich sind, finde ich es nur konsequent, auch selbst den direkten Kontakt zu meinen Hörern zu suchen und ihnen zu sagen: 'Hallo, hier bin ich, das mach ich.'“ Der Erfolg gibt ihm recht: Tausende von Fans folgen seiner Seite, hunderte kommentieren seine Fotos und Videos.

Nach der Veröffentlichung des Debütalbums „Future“ im Sommer 2013 arbeitet Nikolai nun an weiteren Stücken. Die nächste CD ist derzeit aber noch nicht in Planung. „Ich gebe im Moment Konzerte und pflege den Kontakt zu meinen Zuhörern“, erzählt er aus seinem Musikeralltag.  

Wie schreibt er eigentlich seine Klavierstücke? „Bestimmte Vorbilder oder Einflüsse habe ich beim Komponieren nicht“, erzählt Nicolai. Meistens lasse er sich von Erlebnissen und Stimmungen zu neuen Stücken anregen. Sehr persönlich sei seine Musik, die er vor allem nachts schreibt und die meist von der Gemütsverfassung des vorangegangenen Tages geprägt ist.

Obwohl die melancholischen Kompositionen entfernt an Minimal-Pianisten wie Yiruma, Yann Tiersen oder Michael Nayman erinnern, findet Nicolai, dass sein Stil unverwechselbar ist: 'Romantic Chill-Out' nennt er sein Genre. Dass diese Stilrichtung nur wenig im Radio gespielt wird, macht ihm nichts aus: "Ich mach das, was mir Spaß macht - perfekt, wenn es dann auch noch ein paar anderen gefällt."  

04 Letting go - Nicolai Jan Hübner (60 sec. Cut)

Quelle: YouTube  

Mehr dazu:

Nicolai Jan Hübners erstes Album „Future“ gibt es auf iTunes, Amazon und Spotify. Kostproben könnt ihr euch auf seinem YouTube-Kanal anhören. [Fotos: Privat]