Neun Dinge, mit denen Du jeden Kellner auf die Palme bringst

fudder-Redaktion

Kellner stehen stets zwischen Küche und Gast. Das ist nicht immer leicht. Fudder hat neun Dinge gesammelt, die jeden Kellner in den Wahnsinn treiben können.

1) Kommt zehn Minuten, nachdem die Küche geschlossen hat. Fragt, ob Ihr noch etwas zu essen bekommt und seid dann beleidigt, wenn das nicht mehr geht.

Köche haben einen ziemlich anstrengenden Job – meistens müssen sie auf den Punkt genau ein Dutzend verschiedene Gerichte fertig haben, um im Anschluss gleich Vorspeisen für eine Gruppe von 70 Personen zu schicken. Dass die Küche also zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwann auch mal geschlossen hat, hat einen Grund.

2) Gebt 200 Euro für Essen und Trinken aus und gebt dann einen Euro Trinkgeld.

Kellner erhalten in der Regel Mindestlohn. Viele arbeiten auch nur auf Mini-Job-Basis. Jedenfalls haben die wenigsten rein auf Grund ihres Einkommens genügend Geld zur Verfügung, um davon einigermaßen gut leben zu können - kurz: Die meisten leben praktisch von ihrem Trinkgeld.

Darüber hinaus ist Trinkgeld eine Art Feedback - an der Höhe des Trinkgelds versucht der Kellner theoretisch auch seine Leistung abzulesen. Wenn ihr also wenig Trinkgeld gebt, suggeriert ihr damit, dass ihr unzufrieden wart. Wenn das der Fall war: okay. Aber: Wenn ihr zufrieden wart, das Essen genossen habt und die Bedienung freundlich war - nehmt euch ein Herz und gebt Trinkgeld.

Regt Euch generell furchtbar auf, wenn...


3) ... ein Gericht oder ein Getränk auf der Karte aus ist.

Ihr hattet Euch in der Spargelzeit auf Spargel gefreut, jetzt ist er aus. Oder Ihr seid extra hergekommen, weil das Steak hier so gut sein soll und dann gibt es das nicht mehr. Blöd gelaufen. Kommt aber vor. Der Kellner ist der Letzte, der daran Schuld hat, und er ist meistens auch der Letzte, der etwas daran ändern kann.

Also: Atmet einmal tief durch, schaut noch einmal in die Karte, statt es dem Kellner schwer zu machen und euch selbst den Abend zu vermiesen. Es gibt sicher etwas anderes, das mindestens genauso lecker ist.

4) ... Ihr fünf Minuten länger aufs Essen warten müsst, als der Tisch neben euch.

Vielleicht hat der Tisch neben euch früher bestellt, vielleicht ist deren Bestellung aber auch einfach schneller zu kochen oder vielleicht ist dem Kellner oder der Küche auch ein Fehler unterlaufen. Köche und Kellner sind eben auch nur Menschen.

Seid sicher: Ihr bekommt Euer Essen und alle, die in dem Restaurant arbeiten, bemühen sich, dass Ihr nicht eine Stunde aufs Essen warten müsst. Es kann trotz allem leider ab und an mal passieren. Es ist dem Kellner mindestens eben so unangenehm wie euch.

5) ... Ihr keinen Platz mehr bekommt, obwohl Ihr doch genau seht, dass Tische frei sind

Viele Restaurants stellen keine Reservierschilder mehr auf den Tisch. Das geht alles digital. Ein Restaurant kann also fast vollkommen leer aussehen – und trotzdem keine Kapazitäten mehr frei haben. Denn: Schon eine viertel Stunde später steppt hier der Bär.

Vertraut der Bedienung da ruhig: Wenn sie sagt, es ist leider voll, dann liegt das nicht daran, dass ihr nicht willkommen seid.

6) Nuschelt Eure Bestellung möglichst leise und umständlich in die Karte hinein.

Kellner können vieles. Aber eines können sie nicht: In einem vollen und lauten Saal das leise Genuschel eines Gastes heraus hören, der sich nicht entscheiden kann. Sprecht eure Fragen, Bestellungszweifel und Essenswünsche klar und deutlich aus, dann kann der Kellner euch in der Regel auch weiter helfen.

7) Geht an dem "Geschlossen"-Schild einfach vorbei und setzt Euch hin.

Kellner und besonders Köche haben in der Regel wenig Freizeit. Gerade, wenn ein Restaurant mittags und abends geöffnet hat, hat die Pause dazwischen einen sehr guten Grund: Die Köche bereiten für den Abend vor und gönnen sich ab und an mal eine Zigarettenpause.

Und die Kellner, die bereits einen Zehn-Meilen Marathon hinter sich haben, nutzen die halbe Stunde, um sich einen ganz besonderen Luxus zu gönnen: Sitzen. Das ist nämlich etwas, was man in der Gastronomie sehr selten macht.

8) Erzählt dem Kellner stundenlang aus eurem Leben, wenn Ihr seht, dass das Lokal voll besetzt ist.

Der Beruf eines Kellners ist der eines Seiltänzers: Ein guter Kellner muss den Gästen ein gutes Gefühl geben. Er wird euch deshalb stets freundlich behandeln. Aber denkt bitte dran, er hat noch drei Dutzend andere Gäste, die ebenfalls bedient sein wollen und deshalb in der Regel kaum Zeit, sich eure Lebensgeschichte anzuhören. Wenn ihn interessiert, was ihr zu erzählen habt, wird er euch danach sicher noch auf ein Feierabendbier begleiten. Aber auch hier gilt: Nein heißt nein.

9) Schmeisst all’ Euer Kupfergeld auf den Tisch und strahlt den Kellner an: "Wir wissen doch, dass Ihr immer Kleingeld braucht"

Es ist nett gemeint, klar. Aber wie viele Restaurants gibt es, in denen die Speisen 7,75 oder 9,34 Euro kosten? Mit Kupfer kann man als Kellner in der Regel eher wenig anfangen.