Neues Wohnheim auf dem Engelberger: Baubeginn in wenigen Wochen

Minh Duc Nguyen

Der Streit um den Bau eines neuen Wohnheims auf dem Gelände des Studentenwohnheims Stühlinger an der Engelbergerstraße neigt sich dem Ende zu: Die Baupläne wurden geändert, die Bauarbeiten sollen in wenigen Wochen beginnen.



"Ich rechne in drei bis vier Wochen mit der Baugenehmigung, dann kann der Bau beginnen", sagt Clemens Metz, Geschäftsführer des Studentenwerks.


Seit Beginn des Jahres protestiert die Stühlinger Initiative für den Erhalt von Grün- und Erholungsflächen, Stiege, gegen den Neubau auf der Freifläche im Innenbereich des Geländes (Bild oben). „Der Stühlinger ist bereits der Stadtteil mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Außerdem handelt es sich um ein historisch wertvolles Gelände", sagt Jörg Ritzel, einer der Inititiatoren der Stiege, und verweist auf die Vergangenheit des Geländes als Kreispflegeanstalt für Alte, Kranke und Behinderte und als französisches Militärhospital.

Hauptkritikpunkt der Bürgerinitiative: der Wegfall der grünen Fläche im Stadtteil. „Zur WM-Zeit im nächsten Jahr ist wieder Public Viewing angesagt, dann haben besonders ältere Menschen keine Möglichkeit mehr, einen Park aufzusuchen“, sagt Ritzel. Die Stiege-Initiative hat 3000 Unterschriften gegen das Bauprojekt gesammelt. Viele der Unterzeichneten sind, laut Ritzel, Studenten.

Der 26-jährige Marc lebt im Engelberger, hat noch nicht unterzeichnet, ist aber gegen den Neubau: „Es geht mir nicht unbedingt um den Lärm, sondern um den Platz. Dort spielen überwiegend Kinder Fußball oder grillen im Sommer mit den Eltern.“ Dieser Meinung ist auch Ahmet, 23, der in einem Wohnblock in der Nachbarschaft wohnt. "Ich habe früher immer dort gespielt, und heute tun das meine Neffen", sagt Ahmet. "Ich fände es schade, wenn die freie Fläche demnächst verschwinden würde."



Dass der Bau trotz der Kritik aus der Bevölkerung stattfinden wird, steht für Clemens Metz außer Frage. Tatsächlich hat der Protest das Projekt aber beeinflusst: die Anzahl der Zimmer im geplanten Neubau wurde von 150 auf 98 reduziert.

Die Mitglieder der Stiege schätze ihre Chance, das Projekt doch noch zu verhindern, als gering ein. Eins möchte Ritzel klarstellen: "Wir sind nur gegen den Neubau des Wohnheims, nicht gegen die Studenten."

Grund für den Bau eines weiteren Wohnheims ist der fortdauernde Mangel an erschwinglichem Wohnraum für Studenten. Mit der bevorstehenden Schließung des Studentinnenwohnheims St. Luitgart in der Wiehre gehen dem Studentenwerk zudem 90 Wohnheimplätze verloren. Das Studentenwerk plant weitere neue Wohnheime in Offenburg und am Flugplatz.

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[Foto: Thomas Kunz]