Neues SC-Stadion wird wohl am Flugplatz gebaut

Joachim Röderer

Das neue Fußballstadion des SC Freiburg wird sehr wahrscheinlich am Flugplatz im Freiburger Westen gebaut. Dieser Standort hat in der Analyse der Gutachter am besten abgeschnitten und wird nach BZ-Infos von Stadt wie Verein eindeutig favorisiert.



Im Moment spricht nach BZ-Informationen alles dafür, dass die neue SC-Arena am Flugplatz gebaut wird, mit möglichst geringer Beeinträchtigung des Flugbetriebs. Der Standort liegt im Wolfswinkel, am Fuße des Wolfsbucks. Auch ein Trainingsgelände könnte auf das Areal passen.


Erste Kritik kommt jedoch von den Anwohnern aus dem benachbarten Wohngebiet. Die Option "Hirschmatten" am Zubringer-Mitte ist ganz aus dem Rennen. Die Kleingartenanlage "Hettlinger" soll nur noch als Ersatzstandort weiter im Verfahren bleiben.

500 Meter Abstand zum Wohngebiet

In der kommenden Woche tagt die gemeinsame Stadionkommission von Gemeinderat und Stadtverwaltung. Dort werden dann die drei Standortvarianten diskutiert. Gebaut werden soll ein Stadion, das bis zu 35.000 Fans fassen soll. Nach Aussagen diverser Beteiligter gilt der Flugplatz als die mit Abstand beste Lösung. Das Stadion soll demnach auf der nordwestlichen Seite neben der Landebahn errichtet werden. Der Abstand zum Wohngebiet im Wolfswinkel beträgt rund 500 Meter – was man im Rathaus für akzeptabel hält.

Entgegen erster Annahmen scheint es mittlerweile auch nicht mehr ausgeschlossen, drei weitere Fußballplätze für das Trainingszentrum des Sportclubs auf dem Areal anzulegen. Verschiedene Varianten werden derzeit intern noch besprochen. Bei der Stadt geht man davon aus, dass das Land einen kleinen Teil des Uni-Areals abgibt, das sich dann ein paar Meter weiter Richtung Breisacher Bahnlinie verschieben könnte.

Das Besondere an dieser Standortwahl: Stadion und Flugbetrieb schließen sich nicht aus. Möglich scheint derzeit sogar eine Lösung, wonach es gar keine Einschränkungen für die Fliegerei geben würde. Das hänge davon ab, wie man die Besucherströme zum Stadion lenken kann, berichten Kenner. Diskutiert werden auch Varianten, bei denen der Flugbetrieb an Spieltagen ruhen müsste – in der Zeit zwischen drei Stunden vor und drei Stunden nach dem Spiel.

Die Breisgau-S-Bahn sowie die geplante neue Straßenbahnlinie zur Messe schließen den Standort sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr an. Der Fußmarsch von der künftigen Tramhaltestelle zum SC- Stadion würde etwa zwölf Minuten dauern. Für den Autoverkehr könnten auch die Messeparkplätze mitgenutzt werden.

OB Salomon will einen Bürgerentscheid vermeiden

In der kommenden Woche werden die Gutachter von Ernst & Young ihre Standortanalyse den Vertretern von Gemeinderat und Sportclub vorstellen. Offiziell äußern wollte sich vor den Sitzungen Anfang kommender Woche niemand. Oberbürgermeister Dieter Salomon bekräftigte gestern noch einmal, dass er eine Lösung präferiere, bei der es mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Bürgerentscheid gibt. Das bringe nur Zeitverzögerung und Unsicherheit: "Damit wäre dem SC nicht gedient." Man wolle im Konsens mit den Bürgern eine schnelle Lösung.

So sieht man es auch beim SC: "Wir sind mit allem zufrieden, was wirtschaftlich ist und sich schnell realisieren lässt", sagt SC-Vorsitzender Fritz Keller. Zu den Standortfragen will auch er aktuell nichts sagen. Von der Führung des SC Freiburg ist aber bekannt, dass sie den Flugplatz schon immer favorisiert hat.

Auch die Stadtverwaltung setzt offensichtlich jetzt voll auf diese Karte. Der Flugplatz war auch schon vor zwei Jahren in der allerersten Standortanalyse untersucht werden. Allerdings sollte das Stadion am anderen Flugplatzende zur Messe hin gebaut werden – bei Aufgabe des Flugbetriebs, wie es damals hieß.

Ob Stadion und Verkehrslandeplatz tatsächlich parallel betrieben werden können, daran zweifelt Udo Harter an. Der CDU-Stadtrat und Chef der FFH Flugschule sagt, die Entwürfe müsste erst einmal jemand anschauen, der sich mit Flugplatzplanungen auskenne. Für Harter stünde das Stadion auch zu nahe an den Wohnhäusern im Wolfswinkel. Er meint mit Blick auf den heutigen Standort im Freiburger Osten: "Da tauscht man das alte Nachbarschaftsproblem gegen ein neues ein."

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