Neues Outfit für die Uni Freiburg

Helena Barop & Philip Hehn

Corporate Design - hinter diesem Anglizismus verbirgt sich etwas ganz Simples: Das einheitliche Aussehen einer Firma oder eines Unternehmens. Die Uni Freiburg hüllt sich ab Oktober in ein maßgeschneidertes Corporate Design. Ihre neue Garderobe hat einiges gekostet. Wie sieht sie aus? Wer hat sie entworfen? Und warum?



Blau-rot-grau, mit Bildern und vor allem viel einheitlicher als früher kommt die Uni bald daher. „Wo Uni drin ist, soll auch Uni drauf stehen“, sagt Christina Schoch aus der Abteilung Marketing und Wissensmanagement der Uni. Wo bisher jede Institution an der Uni ihre eigenen Broschüren gedruckt und ihre eigene Website gestaltet hat, soll jetzt ein sorgfältig abgestimmtes Design für Wiedererkennung und einen einheitlichen Auftritt der Uni sorgen.


Trotzdem sollte das neue Outfit keine Uniform werden. Verschiedene Versionen des neuen Designs sind flexibel einsetzbar. Statt „Albert-Ludwigs-Universität“ heißt es jetzt im Logo „Uni Freiburg“. Die Universität sei laut Schoch die Institution und Uni das Gefühl. Schlips und Anzug kommen also in den Schrank, dafür passen jetzt die Turnschuhe zum T-Shirt. Auch die bunten Bilder sollen das Lebensgefühl an der Uni zum Ausdruck bringen und damit die emotionale Identifikation mit der Institution verstärken. So steht es im Handbuch zum neuen Corporate Design.

Seit Januar arbeitet ein Team von fünf bis sechs Designern der Freiburger Werbeagentur qu-int zusammen mit der Uni an den Entwürfen. Um die 30 000 Euro hat das Makeover nach Angaben der Marketingabteilung gekostet. Nun ist das neue Design fertig und alles ist bereit für den Relaunch am 1. Oktober. Der professionelle öffentliche Auftritt soll signalisieren, dass die Uni in Bewegung ist. Wenn Exzellenzinitiative und Bolognaprozess die deutschen Hochschulen verändern, möchte die Uni Freiburg dabei sein.



Frisch sehen sie aus, die neuen Kleider. Professionell, aus einem Guss, ansprechend. Ihr Geld waren sie wahrscheinlich wert. Ob sie der Uni auch stehen, muss sich aber noch zeigen. Eins der für das Corporate Design verwendeten Bilder zeigt zum Beispiel eine Uniwand mit Protestbemalung: „Bildung ist keine Ware“ hat ein unzufriedener Student unter einen Einkaufswagen geschrieben.

Das sollte eigentlich heißen: „Hört auf, mir meine Bildung zu verkaufen. Ich will keine Studiengebühren bezahlen. Bildung ist keine Ware, sondern mein Recht.“ Die Uni will also ihr Lebensgefühl zeigen und die Identitfikation mit der Institution stärken, indem sie den Widerspruch eines Unzufriedenen als ihr Motto verkauft. Da könnten sich einige missverstanden fühlen. Wenn die Uni sich mit viel Aufwand professionell vermarktet und eine Werbeagentur dabei hilft, stellt sich doch die Frage, ob da nicht doch vielleicht etwas verkauft werden soll. Und ob es nicht auch die Bildung ist. Wer jedoch über solche Details nicht stolpert, kann mit dem neuen Auftritt der Uni durchaus zufrieden sein.

Mehr dazu:

Website: Uni Freiburg