Neues Angebot der Uni: Das Elternzimmer im KG IV

Anna-Lena Zehendner

Seit dem rund zwei Wochen gibt es in der Universität Freiburg ein kleines Elternzimmer. Es bietet studierenden Eltern eine Möglichkeit sich zurückzuziehen, ihr Kind in Ruhe zu wickeln, zu stillen oder sich einfach nur für einen Moment vom Unialltag auszuruhen.



Der Raum im KG IV ist insgesamt etwa 15 Quadratmeter groß. Es gibt einen kleinen Vorraum mit einem Wickeltisch und einem Waschbecken, im Zimmer steht ein rotes Sofa, es gibt eine kleine Spielecke und einen Schreibtisch, auf dem ein Fläschchenwärmer steht. Noch riecht es nach frisch gestrichenen Wänden und alles wirkt unberührt.


Doch Ellen Biesenbach, Leiterin des Familienservice der Uni Freiburg, hofft, dass dem frisch eingerichteten Elternzimmer schon bald Leben eingehaucht wird. "Wir haben bereits positives Feedback bekommen und können daher davon ausgehen, dass der Raum auch genutzt wird. Trotzdem befinden wir uns noch in der Anlaufphase und müssen zusehen, dass sich das Elternzimmer unter den studierenden Müttern und Vätern weiter herumspricht."

Zusammen mit dem Arbeitskreis Familienfreundliche Universität hatte der Familienservice schon lange überlegt, wie man sowohl den Studierenden als auch den Beschäftigten an der Uni das Studieren und Arbeiten mit Kind erleichtern kann. Bereits seit einiger Zeit hatte man daher die Idee verfolgt, an mehreren Stellen der Uni Wickeltische einzurichten. "Doch dann bot sich uns der ehemalige Sanitätsraum im Erdgeschoss des KG IV an", sagt Ellen Biesenbach. "Und bevor wir nun verschiedene Stellen provisorisch eingerichtet hätten, schien es uns sinnvoller, einen kompletten Raum für die Bedürfnisse der studierenden Eltern gleich richtig auszustatten."

Das KG IV eignet sich gleich aus mehreren Gründen perfekt für die Einrichtung eines Elternzimmers: Es liegt zentral zwischen Mensa, alter UB und dem KG I und II, über die Rampe am Hintereingang ist es mit einem Kinderwagen leicht zu erreichen und auch lästiges Treppensteigen bleibt den Müttern und Vätern erspart, denn der Raum befindet sich direkt im Eingangsbereich.
"Wir haben eine Zutrittskontrolle eingerichtet, damit vor allem für die Zukunft Missbrauch ausgeschlossen werden kann. Missbrauch im Sinne, dass der Raum von Lerngruppen zweckentfremdet werden könnte", erklärt die Leiterin des Familienservice.

Die Unicard funktioniert dabei wie ein magnetischer Schlüssel zum Elternzimmer. Auf der Homepage des Familienservice können sich die immatrikulierten Eltern mit ihrer UB-Kontonummer registrieren. Sie müssen zudem den Namen und das Geburtsdatum ihres Babys oder Kindes angeben. "Es muss einfach eine gewisse Kontrolle geben, damit wir sicher gehen können, dass sie auch wirklich Eltern sind."

Neben der Ursprungsidee eines Still- und Wickelzimmers bietet das neue Elternzimmer noch viel mehr: Die studierenden Eltern können sich für einen Moment vom Vorlesungsstress erholen, mit ihren Kindern spielen oder sogar mit ihrem Laptop über W-Lan im Internet surfen. Sobald sich diese Möglichkeiten bei den Studenten-Eltern herumgesprochen haben, wird in die 15 Quadratmetern sicherlich schon bald mehr Leben einkehren.

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[Bild: Badische Zeitung; Rektor Schiewer bei der Einweihung des Elternzimmers]