Neueröffnung: Velo Crêpe – Vegane Crêpes auf drei Rädern

Martin Herceg

Seit Anfang August wollen Estella Schweizer und Simon Chrisostome mit dem "Velo Crêpe" Freiburgs Bürgersteige kulinarisch aufwerten. Warum die beiden dabei auf vegane Zubereitung setzen und wie sie zum ihrem fahrbaren Crêpes-Stand kamen:



Seit März diesen Jahres sind die gebürtige Regensburgerin Estella Schweizer und der Freiburger Simon Chrisostome stolze Besitzer des Velo-Crêpe, einem umgebauten dunkelroten Lastenfahrrad, mit dem sie von nun an ihre Interpretation des französischen Pfannkuchens auf Freiburgs Straßen bringen wollen.
Aus der Ferne wirkt das Velo-Crêpe, wie ein roter, etwas überdimensionierter Fahrradanhänger. Erst bei näherer Betrachtung fällt auf, dass auf die Ladefläche ein gläserner Verkaufstresen und zwei gasbetriebene Crêpe-Herdplatten montiert sind. Hinter dem Fahrradsitz ist eine große Holzkiste angebracht, in der Platz für Besteck, Teller und Servietten ist. Auch Waschbecken, Klapptische und ein aufsteckbares Dach hat der mobile Crêpe-Stand.

Ungewöhnlich ist nicht nur das mobile Gefährt auf dem Estella und Simon ihr Gewerbe betreiben. Auch die auf ihm zubereiteten Crêpes sollen etwas ganz besonderes sein. "Wir verzichten auf Lactose, Gluten, Eier und künstliche Aromen und halten uns beim Teig strikt an vegane Vorgaben“, sagt Estella. Die Beilagen der Crêpes werden so weit wie möglich saisonal und frisch von den beiden Jungunternehmern hergestellt.

Übung in Sachen Gastro haben Simon und Estella. Beide können auf erfolgreiche Ausbildungen und jahrelange Erfahrung im Gastronomiegewerbe zurückgreifen; kennengelernt hat sich das Paar bei der Arbeit im Freiburger Restaurant Kartoffelhaus.

Auf die Idee, Crêpes nicht nur mobil per Fahrrad, sondern auch vegan herzustellen, kamen Estella und Simon nicht zuletzt aus Eigennutzen: „Ich hab eine Laktoseintoleranz, Estella eine Glutenunverträglichkeit. Deswegen konnte ich auch seit Kindertagen kein Crêpe mehr essen. Das mussten wir ändern“ erklärt der gebürtige Freiburger Simon. „Außerdem sind wir leidenschaftliche Fahrradfahrer, daher kam eine Motorisierung nicht in Frage.“



Nach einigen Experimentierphasen mit Reismilch und Sojaprodukten entwickelten die beiden einen veganen Teig, der als Grundlage für die Crêpes dient und ihrer Meinung nach geschmacklich nicht von herkömmlichen Crêpes-Teig zu unterscheiden ist. Ein Crêpe mit Zucker und Zimt kostet am Velo-Crêpe-Tresen 2,50 Euro. Der teuerste Crêpe auf der wechselnden Karte kostet derzeit 6 Euro und ist mit einer Hackfleisch-Gemüse-Soße, Tomaten-Paprika-Ketchup und Petersielienöl gefüllt - alles selbstgemacht, versteht sich. „Da ist man dann aber auch wirklich satt, wenn man den verputzt hat“, sagt Estella.

Immer freitags wollen die beiden Crêpe-Bäcker ab jetzt in der Nägelesseestraße in der Oberwiehre stehen. Ab dem 14. September werden Estella und Simon auch samstags in der Inkochnito-Kantine im Vauban ihre mobile Crepes-Theke aufbauen. Das Ziel der Jungunternehmer ist es, das Crêpe-Bike in Freiburgs Gastrolandschaft zu etablieren. „Unser Traum wäre es regelmäßig auf dem Wiehremarkt stehen zu dürfen. Auch auf dem Herdermer Markt wäre es toll. Ansonsten setzen wir eher auf Events, Hinterhoffeste oder Hochzeiten“, sagt Simon.

Das umgebaute Lastenfahrrad haben die beiden per Internet in Essen ausfindig gemacht. Dort wurde es bis vor kurzem von einem Bruderpaar betrieben. „Die Vorbesitzer waren in Essen damit super erfolgreich. Der eine Bruder zieht jetzt nach London und der andere schreibt in Aachen seine Masterarbeit, deswegen haben die nach jemand gesucht der es übernimmt“, sagt Simon. Nach einem Treffen, Preisverhandlungen und einigen Telefonaten gaben die Essener Brüder Estella und Simon den Zuschlag, die darauf hin das Velo-Crêpe per Auto-Anhänger in die Wiehre brachten.

Zur Wintersaison wollen die beiden ihr Fahrrad neu stylen und ihm farblich eine eigene Note verleihen. Auch die Anmietung einer eigenen Küche in Kooperation mit zwei Freiburger Jungköchen ist in Planung. Trotz aller Euphorie sind sich die beiden bewusst, dass ihr erstes eigenes Gastro-Abenteuer wahrscheinlich kein Selbstläufer wird. „In erster Linie fände ich es cool wenn sich das Ganze tragen würde und wir keinen Verlust machen. Wenn am Ende ein Gewinn raus kommt habe ich natürlich auch nichts dagegen“, sagt Estella.



Velo Crêpe

Facebook: VeloCrêpe
0173.3857543

Öffnungszeiten


Freitags, ab 15 Uhr
Nägeleseestraße 4 Ab 14. September 2013 auch Samstags, ab 15 Uhr
Inkochnito, Marie-Curie-Straße 1

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[Fotos: Privat]