Neueröffnung: Leo-Bar in der Leo-Wohleb-Straße

Carolin Buchheim

Die Wände sind jetzt dunkelrot und unter der Decke hängt ein Surfbrett. In der ehemaligen "Erika-Bar" in der Leo-Wohleb-Straße hat Thomas Brauchle kurz vor Weihnachten die "Leo-Bar" eröffnet:



Leuchtreklame und Fensteraufschrift fehlen noch, doch in der ehemaligen Erika-Bar in der Leo-Wohleb-Straße ist wieder eine Bar zu finden. "Manchmal kommen Leute noch schüchtern rein und fragen, ob das hier wieder eine Kneipe ist", sagt Betreiber Thomas Brauchle. Kurz vor Weihnachten hat der 44-Jährige die "Leo-Bar" in der Nachbarschaft von Tattooladen und Sex-Shop eröffnet.

Bis Ende Juli betrieben in den Räumlichkeiten Klaus Henning und Katharina Möckel die Erika-Bar, dann zogen sie in die Kartäuserstraße. Dass die neue Bar jetzt wieder einen Eigennamen trägt, ist Zufall. "Ich fand es ganz naheliegend, wegen der Straße", sagt der neue Wirt mit Blick auf den Frühabendverkehr, der sich vor der großen Fensterfront staut. Brauchle mag die Lage seines Ladens. "Hier ist man auf der Achse zwischen Atlantik, Walfisch und Swamp, da passt die Leo-Bar gut hin."

Drinnen hat sich einiges verändert. Die Theke hat der Vermieter verkleinert und nach hinten versetzt. Das grelle Grün der Erika-Wände hat Brauchle dunkelrot überstrichen, an einer Wand hat er eine Bankreihe mit passenden Tischen installiert, überall neue Lampen aufgehängt. Vor einem dunkelgrünen Plüschsofa steht eine Alu-Kiste mit Surf- und Skate-Stickern, unter der Decke hängt ein Surfboard. "Das gehört meiner Tochter", sagt Brauchle. "Ich durfte es aber zur Deko borgen."

Die Totenköpfe, die an einen Pfeiler gegipst wurden, als in den Räumlichkeiten noch Silverskull Tattoo zuhause war, sind jetzt goldfarben lackiert. "Die konnten nicht weg." Noch ist die Deko nicht ganz fertig: "Die Theke kriegt noch ein Leo-Kleid, und überhaupt entwickelt sich das alles noch."



Leo ist die erste Kneipe für Thomas Brauchle, der seit seiner Kindheit in Freiburg lebt und bisher sein Geld als Handwerker verdient hat. "Ich wollte mal was anderes machen, als immer nur Baustellen. Irgendwann bin ich hier vorbeigefahren, und hab das 'Zu vermieten'-Schild gesehen", erzählt er. "Ich hab nur spaßeshalber angerufen, um mich zu informieren." Ein Gespräch mit einem Freund, der das Café Wilhelm Moltke betreibt, machte die Idee konkreter, dann stand der Entschluss, die Bar zu eröffnen. "Das war auch immer schon mal ein Traum." Anfang Dezember unterschrieb er den Mietvertrag, zweieinhalb Wochen später konnte er schon Eröffnung feiern. 

Eins hat sich nicht geändert: Wie die Erika ist auch die Leo-Bar eine Raucherkneipe. Konzerte wird es nicht geben. "Die Stadt untersagt das." Das sei allerdings zuvor auch schon so gewesen. Mit den Nachbarn hat es bisher noch keine Probleme gegeben. Brauchle hofft auf ein gutes Zusammenleben. "Ich habe nicht vor, hier Mords-Rabatz zu machen. Ich mag Musik so laut, dass man noch reden kann und sich nicht anschreien muss. Da sollte es mit den Nachbarn klappen." Partys kann sich Brauchle allerdings gut vorstellen, und eine Benefiz-Aktion zu Gunsten von Free Beule möchte er machen. Die Organisation setzt sich für den deutschen Skater und Surfer Holger "Beule" Sander ein, der seit 2010 in Australien inhaftiert ist - zu Unrecht, wie sich die Initiatoren sicher sind.

Thomas Brauchle wünscht sich, dass Leo ein Laden für Menschen von 20 bis 50 wird. "Man will sich ja auch nicht selbst ausschließen!" sagt er lachend. "Es werden sicher Leute sein, denen die Räumlichkeiten und die Musik gefallen." Die Musik soll Alternative sein, vom Punk-Rock bis hin zu Hank Williams und Johnny Cash. Was läuft, bestimmt die Person hinter der Bar, DJ-Abende kann sich Brauchle aber auch vorstellen. "Und neben Atmosphäre und Musik sollten die Leute auch wegen gutem Bier und guten Drinks kommen."

Vom Fass serviert Brauchle Alpirsbacher und Jever. "Alpirsbacher hat ein etwas angestaubtes Image, aber der Geschmack hat bisher jeden überzeugt." Außerdem hat er diverse Flaschenbiere im Kühlschrank, unter anderem Hacker Pschorr, Riegeler, ein Kölsch und ein spanisches Bier. Auch bei den Spirituosen wählt er sorgfältig aus, hinter der Theke steht unter anderem Monkey Gin.

Bisher ist Thomas Brauchle zufrieden mit seinem neuen Laden und seinem neuen Leben als Wirt: "Es ist echt eine Herausforderung, aber es macht echt Spaß."



Leo-Bar

Leo-Wohleb-Straße 6
79098 Freiburg

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag sowie Sonntag
20 bis 3 Uhr

Freitag und Samstag
20 bis 5 Uhr

Montag
Ruhetag

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Foto-Galerie: Runa Hansen

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