Neueröffnung: In der ehemaligen Playboy-Bar verkauft das "Freestyle" jetzt Wraps

Marissa Müller

Statt Gina Wildkatzes Mädchen gibt es in der ehemaligen Playboy-Bar jetzt Tofu-Wraps, Salate, hauseigene Saucen und Gute-Laune-Elektro. Seit etwa zwei Wochen hat das Freestyle probeweise geöffnet – am Freitag ist die offizielle Eröffnungsgala.

Das Ambiente

Eine Tür, die man auch locker auf einem Segelschiff wiederfinden würde, bunte Bilder und Graffitis an den Wänden – die ehemalige Playboy-Bar wurde runderneuert. An die anrüchigen dunklen Räume erinnert heute nichts mehr. Im Freestyle ist es hell und freundlich. Buntes Licht und außergewöhnliche Lampen zieren die Decken und im Hintergrund läuft ein entspannter Elektro-Sound. Zum Sitzen gibt es Korbstühle und rote Sessel. "Der beste Platz ist aber hinten auf dem Sofa", sagt Geschäftsführer Wanja Semlitsch.

Der Name

"Wir haben ewig nach einem Namen gesucht", sagt Wanja Semlitsch. Den ersten mussten sie wegen eines gleichnamigen Kinofilms aufgeben. Während der Renovierungs- und Planungsphase gab es dann viele unerwartete Schwierigkeiten und das Team musste improvisieren. Deshalb kam der Gedanke, "das alles einfach Freestyle zu machen". "Das trifft es wirklich am besten", sagt Semlitsch. Der Name sei auch Programm.

Die Speise- und Getränkekarte

Aushängeschild im Freestyle sind die Tofu-Wraps, die mit verschiedenen Tofu- Sorten vom Freiburger Hersteller Taifun Tofu serviert werden. Es gibt Bärlauch, India oder Mexico Tofu. Der Freestyle-Wrap ist die Empfehlung von Wanja Semlitsch und hat von allem ein bisschen. Es wird hauptsächlich vegetarisch gekocht, für Fleischliebhaber gibt es eine Tandoori-Chicken-Alternative. Aber auch für Nicht-Vegetarier sind die Tofu-Wraps etwas, denn der Tofu schmeckt hier nicht neutral, sondern hat eine besondere Marinade. "Wir hatten es tatsächlich schon, dass Gäste gedacht haben sie essen Fleisch", sagt Wanja Semlitsch.

Auf den Tisch kommt im Freestyle nichts von der Stange. Koch ist der Berliner Arwid Homola, der viel auf der Welt rumgekommen ist und auch schon in Sterne-Küchen gearbeitet hat. "Wir legen viel Wert auf Frische und Qualität", sagt Wanja Semlitsch. Deshalb sind auch die Saucen und Dressings selbstgemacht und das Tandoori-Brot ist frisch aus der türkischen Bäckerei Sevgin in der Lehenerstraße. Es schmeckt ganz anders, als das dünne Fladenbrot herkömmlicher Wraps.

Neben den besonderen Wraps gibt es im Freestyle auch Salate, hauseigene Kartoffelecken und Kaffee mit Bohnen von der Freiburger Kaffeerösterei Elephant Beans. Demnächst soll es auch wechselnde Tagesgerichte geben. Die Portionen sind ordentlich, die Preise fair. Für einen Classic Wrap zahlt man 5 Euro, für den Freestyle 6 Euro. Zu Trinken gibt es, unter anderem, verschiedene Biere wie Waldhaus oder auch Craftbeer und ein breites Limonadenangebot von Schwarzwald-Limo. Abends werden Longdrinks angeboten.

Das Besondere

Das Freestyle ist nicht nur Bistro, sondern auch Elektro-Bar und Galerie. "Wir sind für alles offen", sagt Wanja Semlitsch. Momentan kann man an den Wänden Werke des Streetart-Künstlers Andreas Krämer aka Index bestaunen. Die Bilder können auf Nachfrage auch erworben werden. Möglich wäre es, Ausstellungen am Wochenende einzurichten. "Umgebaut ist hier schnell", sagt Semlitsch. Es sei alles so eingerichtet, dass man die Tische komplett zur Seite schieben könne.

"Hier soll keine statische Atmosphäre herrschen. Es ist alles modular gestaltet", sagt Betriebsleiter Corin Fischer. Wenn Bilder ausgetauscht werden, verändere sich auch das Ambiente. "Das ist hier kein Einheitsbrei, sondern ein ganz eigenes Ding", sagt Fischer. Musikalisch steht Gute-Laune-Elektro im Vordergrund. Momentan gibt es abends nur Barbetrieb, aber auch Veranstaltungsreihen seien denkbar.

Die Betreiber

"Ich wollte schon immer einen Laden in der Stadt machen", sagt Semlitsch. Mit der ehemaligen Playboy-Bar hat sich für ihn dann spontan die Möglichkeit geboten, diesen Traum zu verwirklichen. "Ursprünglich war hier ein Vintage-Café geplant", sagt Semlitsch. Damit hatte er aber noch nichts zu tun. Erst, als diese Idee auf Eis lag, wurde Semlitsch mit ins Boot geholt. Die befreundete Familie Möller, die die Bar und die Wohnungen darüber gepachtet hat, wollte ihn als Betreiber. "Das war drei Tage, bevor ich mit Frau und zwei Kindern nach Portugal auswandern wollte", sagt Semlitsch. "Ich stand in der Bar und da ging es tatsächlich schon um die Unterzeichnung des Vertrags". Wanja Semlitsch unterschrieb und warf seine Pläne über den Haufen, um sich mit vegetarischen Wraps selbstständig zu machen.

Erfahrung mit den Wraps hat er bereits über einem Food-Trailer gesammelt, mit dem er auch auf dem ZMF stand. Trotzdem lief nicht alles nach Plan, Leute sind abgesprungen, die Renovierungsarbeiten waren aufwendiger als gedacht und es gab einen zweimonatigen Baustopp. Wanja Semlitsch suchte sich Unterstützung bei Corin Fischer, den er von früher gekannt hat. Fischer, der Mitgründer des "FreiBurgers" in der Schiffsstraße ist, hat Erfahrung in der Gastro-Beratung und greift dem jungen Team als Betriebsleiter unter die Arme.

Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag 11 bis 23 Uhr

Adresse

Freestyle – Wraps & Bar
Moltkestraße 3
79098 Freiburg Mehr zum Thema: