Neueröffnung: In der Beatzzeria gibt’s Pizza auf die Hand – wie in Italien

Carolin Buchheim

Vor gerade einmal einer Woche hat Lu Guida sein erstes Restaurant eröffnet. In der "Beatzzeria" in der Wasserstraße serviert das italienische Bobbele "Pizza al taglio" – Pizza auf die Hand.

Ambiente

Das Betreten der Beatzzeria fühlt sich ein bisschen so an, als habe man sich gerade nach Italien gebeamt. Dass das vielleicht 25 Quadratmeter große Ladengeschäft in der Wasserstraße erst seit einer Woche auf hat, merkt man nicht – denn jedes Eckchen ist perfekt dekoriert und fühlt sich gut eingelebt an.

"Ich wollte, dass es ein bisschen so aussieht, wie in der Küche meiner Oma", sagt Beatzzeria-Chef Lu Guida. So stehen Wein- und Olivenölflaschen auf den Regalen an der Blümchentapete, vor der Kaffeemaschine auf der Theke aus Backsteinen und Weinkisten wacht eine Madonna aus Lourdes und aus dem iPad dudelt eine Italo-Playlist auf Spotify.

Bisher war in den Räumlichkeiten ein Schuhgeschäft beheimatet. Beim Umbau hat Guida den Platz in seinem Miniladen bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt. Neben der Küche und der großen Theke hat er es tatsächlich geschafft, zehn Sitzplätze an zwei Minihochtischen unterzubringen. Darauf stehen, ganz stilecht, Basilikumpflanzen in Tomatendosen und Basilikumblüten in kleinen Vasen.

Schönes Detail: Der Plattenspieler hinter der Theke stammt aus dem Second-Hand-Audio-Laden, der hier vor dem Schuhgeschäft war.

Die Speisekarte

"Pizza al taglio" (Pizza auf die Hand) gibt es in der Beatzzeria. "Pizza gibt es ja viel in Freiburg", sagt Guida. "Aber richtig gute Pizza auf die Hand noch nicht." Echt, lecker und unkompliziert soll es sein. Wie in Italien wird die Pizza hier nach Gewicht bezahlt und kostet ab 1,50 Euro pro 100 Gramm. "Pizza auf die Hand ist super, wenn man in Eile ist", sagt Lu. "Wer hat mittags schon Zeit, richtig ins Restaurant zu gehen und auf eine ganze Pizza zu warten?" Die Slices werden von einer Wärmelampe warm gehalten. "Sie schmecken aber auch kalt", ist er sich sicher.

Drei Standards soll es jeden Tag geben: die Pizza Rossa, nur mit Tomatensauce, die Pizza Bianca, mit dünnen Kartoffelscheiben (ja, wirklich!) und Rosmarin und die Pizza Margherita, mit Tomatensauce und Mozzarella. Jede Pizza kann mit weiteren Zutaten wie Parmaschinken oder Thunfisch belegt werden. Die Bianca und Rossa sind auch für Veganer geeignet.

"Davon abgesehen wird gefreestylt", sagt Lu, während sein Schwager die nächste Pizza aus dem Ofen zieht. Sie ist mit Parmigiana (gebackenen Auberginen), Sommertrüffel und Ei belegt und schmeckt himmlisch-würzig.

Die Calzone für 2 Euro pro 100 Gramm wird jeden Tag unterschiedlich gefüllt – "mit dem, was gerade da ist", sagt Guida. An diesem Tag gibt’s drei Varianten, eine davon ist vegetarisch. Außerdem gibt’s Foccaccia ab 3 Euro. "Das wird aufgeschnitten und gefüllt und mit Käse oder Schinken auf dem Kontaktgrill erwärmt", erklärt er.

Ergänzt wird das Angebot von leckeren Kleinigkeiten, die Lu Guidas Mama kocht – verschiedene Antipastini, gebackenes Gemüse oder Salat mit weißen Bohnen. "Das ist wie bei uns zu Hause."

Im Beatzzeria-Kühlschrank steht neben Coca Cola und Club Mate auch Club Mate Cola, Paulaner Spezi, Orangina, Chino, Sanbitter und Crodino (jeweils ab 2,20 Euro). Nach dem Essen gibt’s aus der Elektra-Maschine Kaffee zu Preisen fast wie in Catania: der weiche und volle Espresso kostet 1 Euro, Espresso Macchiato 1,50 Euro, der Doppio 2 Euro. Schon allein dafür lohnt sich der Weg in die Beatzzeria, denn in dieser Stadt erdreisten sich ja manche Cafés noch immer, für einen schlechten Doppio aus dem Vollautomaten 3,30 Euro zu verlangen.

Der Inhaber

Lu Guida ist Neu-Gastronom. Der 35-Jährige hat bisher als Fotograf gearbeitet, vor allem bei Hochzeiten stand er hinter der Kamera. "Ein Restaurant war aber immer mein Traum." Die Mama stammt aus den Abruzzen, der Papa aus Rom, Lu wurde in Freiburg geboren – ein echtes "italienisches Bobbele". Jetzt zum Start helfen die Mama und der Schwager: Die Mama kocht, der Schwager backt die Pizza. Ein Familienunternehmen.

Das Publikum

Die Lage in der Wasserstraße am Rande der Altstadt scheint nur auf den ersten Blick abgelegen – die Beatzzeria liegt direkt an der Merianstraße, der Einflugschneise ins Institutsviertel, und zur KaJo sind es nur ein paar hundert Meter. Lu hofft auf Studierende und Leute aus den umliegenden Büros als Stammgäste. "Bisher war viel Wiehre- und Herdern-Bevölkerung hier, die konnten mit meinem Produkt gleich etwas anfangen", sagt er.

Das Besondere

Das "Beats" im Namen deutet schon an, dass Lu auch Musik mag – deswegen soll es Beatzzeria-Partys geben, mit guter Musik und Pizza um Mitternacht. "Wie damals im Divino mit der Pasta", sagt Lu Guida und lacht. Um die Jahrtausendwende waren die Pastapartys in der mittlerweile geschlossenen Diskothek unweit des Martinstors legendär. "Nur mit richtig guter Pizza natürlich!" Locations hat Lu schon im Blick, aber erst einmal will er sich in seinem Laden eingrooven. Auch Koch-Events kann er sich in seinem Laden vorstellen.
  • Was: Beatzzeria
  • Wo: Wasserstraße 10
  • Telefon: 0761/21441629
  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ab circa 11 Uhr bis circa 20 Uhr. Die Öffnungszeiten werden sich in den nächsten Wochen festigen.