Neueröffnung: Eisdiele 'Gioia' im Stühlinger

Alexander Ochs

Eis-Junkies aus dem Stühlinger droht kein kalter Entzug mehr: Sie müssen nicht mehr in die Innenstadt pilgern, um sich mit neuem Stoff einzudecken. Nach einigen Jahren "ohne" hat der Stühlinger nun wieder eine Eisdiele: das "Gioia".



Seit zwei Wochen herrscht an der Kreuzung Eschholzstraße/Engelbergerstraße die pure Freude am Eis: „Gioia“, italienisch für Freude, Lust, Vergnügen, hat hier neu eröffnet. Eine gediegene, in Dunkelbraun gehaltene Eisdiele mit anthrazitfarbenem Feinsteinzeug auf dem Boden, die eher einer coolen Bar ähnelt als einer traditionellen Eisdiele.


Tradition hat das Eismachen in der Familie des Geschäftsführers Diego Parla schon lange. „Wir haben schon immer mit Eis gearbeitet. Seit über 35 Jahren hat unsere Familie Erfahrung in der Eisproduktion. Mein Vater ist schon in den 70ern mit dem Eiswagen herumgefahren.“ Diego Parla stammt aus einer regelrechten Eisdynastie in Agrigento, an der Südküste Siziliens. „Pistazien- und Zitroneneis sind Eisspezialitäten, die schon vor 2000 Jahren in Sizilien hergestellt worden sind. Das gute Eis kommt aus Sizilien“, betont Diego grinsend.



Wie ist er darauf gekommen, ausgerechnet hier, an dieser Kreuzung, ein Eiscafé zu eröffnen? Schuld ist eine Vision: „Einmal bin ich nachts hier vorbeigefahren – und ich habe plötzlich eine Eisdiele hier gesehen“, erzählt der Inhaber. Das ist nun ein gutes Jahr her.

„Hier wollten wir ein neues Konzept ausprobieren, das auch spezielle Angebote im Winter ermöglicht“, so der 30-Jährige, der auch das „Gioia“ an den Unterlinden betreibt. Dann sollen auch Panini und Kaffee zum Mitnehmen angeboten werden. Zu den Spezialitäten des Gioia zählen auch einige Freddocino-Varianten.



24 Eissorten hat das Gioia im Angebot – von den Klassikern wie Vanille, Erdbeer, Schokolade, Zitrone, Pistazie über fruchtiges Joghurteis bis hin zu etwas ausgefalleneren Sorten wie Kinderriegel, Blauer Engel und Pickup: Butterkeksgeschmack mit Schokoglasur. Erste Geschmacksproben haben unseren Eis-Junkie auf ganzer Linie überzeugt.

Die Kugel kostet faire 70 Cent. Das Spaghettieis gibt es für 3,90 Euro. Sechs Tische laden draußen zum Verweilen ein, drinnen gibt es keine Sitzpätze. Sympathisch: die „auf die Hand“ erworbene Eiswaffel darf ausdrücklich und gerne am Tisch vernascht werden.



Diego Parla hat dabei zumindest vom Zeitpunkt her ein glückliches Händchen gehabt. Gerade ist gegenüber ein Café geschlossen worden, die Bäckerei Bueb mit ihrem Stehcafé. Auch wenn das Angebot sich kaum überschneidet, kann er vielleicht ein klein wenig die Lücke füllen, die dadurch entstanden ist. „Wir haben jetzt einen guten Start erwischt“, bestätigt Diego. Und was ist seine Lieblingssorte? „Klassisch – Pistazie, Erbeer, Zitrone“, so der Sizilianer.

Mehr dazu:

Eiscafé Gioia
Ecke Eschholzstraße/Engelbergerstraße

Öffnungszeiten (im Sommer)

täglich 9.30 bis 23 Uhr